17. tut immer weh

Ich trommelte auf meinem Bein herum. Nun saß ich den beiden Männern gegenüber auf dem Sessel. Innerlich hatte ich mich einigermaßen gefangen. Es war so viel, in so wenig Zeit passiert. Wie konnte ich nicht überfordert reagieren.
„Nun ...“
„Wandler“, wiederholte Sam.
„Ja Tierwandler.“
„Wolfswandler.“ Ian selbst hielt sich die meiste Zeit raus. Sodass Sam die vorige Stunde damit zugetan hatte mir seine Welt zu offenbaren.
„Und euer ... Rudel, leitet eis - Gideon“, verbesserte ich mich. Ian zuckte mit den Augenbrauen, Samuel grinste kurz, dann nickte er. Ich atmete so tief durch, wie ich konnte und rieb mir dabei die Arme. Sam hatte so einiges erzählt. Wie es schien, war diese Stadt ihr Revier, eines das Gideon als Alpha beschützte. Ihr Rudel bestand zu einem Großteil aus Männern, was anscheinend sehr unkonventionell war, jedoch ihren Plänen diente.
Normalerweise bestand das Rudel aus einem Kopf und einem großen Körper, wie in einer Pyramide. Jeder hatte seinen Platz und sie lebten als Familie zusammen. Wie Normale Wolfe irgendwie auch. Ungefähr zwanzig Mäuler hatte Gideon zu stopfen. Alles Männer und nur eine Frau. Bis jetzt.
„Gideon hat keine ... Frau? Kein Alphaweibchen?“
„Nein.“
„Soll das wichtig sein? Es sollen wichtige Fragen sein.“ Ian klang genervt. Ich schnaubte, denn es interessierte mich einfach. Andererseits hätte ich es mir denken können. Ich wusste nur nicht, wie weit es mit den normalen Wölfen überschnitt. Soviel ich wusste, lebten Wölfe nur dafür, ihr Revier zu verteidigen und ihr Rudel auszubauen. Mit der einen Alphawölfin die Kinder bekam und den Kinder unter ihnen. Oder Abtrünnige, die sie aufgenommen hatten. Allerdings wusste ich nicht viel von Wölfen, was bedeutete, was ich wusste, konnte auch falsch sein.
„Need, Wolfswandler sind sehr -“, er hielt inne, wusste wohl nicht, wie er es sagen sollte. „Fixiert auf ihr Alpha. Es ist das Glied, was alles zusammenhält. Also solltest du immer darauf achten, was du über ihn sagt oder denkst. Auch bei mir.“ Ich schnaubte, ich hatte ihn nicht einmal beleidigt, hatte lediglich eine einfache Frage gestellt! Ian knurrte, giftig sah ich ihn an. Ich würde mir nichts von dem Idioten gefallen lassen!
„Sie ist unmöglich!“, knurrte Ian.
„Pack dich an die eigene Nase Wolf! Und leg dir mal ein dickeres Fell zu.“ Er sprang knurrend auf. Entfernte sich zur Verandatür. Dort lehnte er sich gegen und verschränkte die Arme. Er wollte mich beißen, ich wusste es.
„Ich werd euren heißgeliebten Gideon nicht beleidigen. Also gut ... Wo waren wir. Der Mann?“
„Das ist eine lange Geschichte Nida.“
„Wieso sagst du nicht, wie es ist? Er hat es verdient, den Arsch aufgerissen zu bekommen. Nächste Frage!“, sprang Ian Samuel ins Wort. Er lehnte sich verärgert über das Verhalten seines Bruders zurück. Ob ihm gleich der Kragen platzte? Mir schon. Ständig brachte er irgendein Kommentar zum Guten. Was meine Haut vor Zorn prickeln ließ.
„Kannst du nicht einfach irgendwas schnüffeln gehen? Dann würden wir wenigstens vorankommen!“, fuhr ich ihn an, als mir eine Birne platzte.
„Needy!“, rügte mich Sam.
„Es ist nicht Gideon!“, verteidigte ich mich, weshalb er zu lachen begann.
„Das halt das nicht aus.“ Damit war Ian die Treppe runter und aus dem Sichtfeld. Das er wirklich gehen würde bezweifelte ich, er schien sehr an seinem Bruder zu hängen. Wohl der Grund, warum er mich so hasste.
„Es ist egal, wer es ist. Wir haben eine sehr starke Bindung zueinander. Verärgerst du einen, machst du es mit allen.“
„Ich bitte dich. Als gäbe es bei euch keine Sticheleien. Außerdem hat er es verdient, das weißt du genau so gut wie ich.“ Sein lächeln erstarb nicht, also waren wir wohl der gleichen Meinung.
Mir wurde klar, dass ich nie so lange mit Samuel zusammen gewesen war, ohne dass wir uns näher gekommen waren, geschweige denn je mehr als zehn Minuten am Stück geredet. Etwas was sich fantastisch anfühlte, endlich lernte ich den Kerl mal kennen. Wenn auch anders als ich es je geglaubt hatte.
„Nida, durch diese Sticheleien, stellst du seinen Rang in Frage.“
„Ach bitte. Was für einen Rang.“ Er lachte auf.
„Mein Bruder wird versuchen dich zu unterwerfen.“
„Das lässt du aber nicht zu. Oder?“
„Er denkt, du würdest dann die Klappe halten. Ich denke, wir beide wissen es besser.“ In seinem Blick flammte Begierde auf. Ich schluckte schwer, als meine unteren Regionen zu brennen begannen. Wie konnte sie Situation sich so schnell drehen. Ich glühte am ganzen Körper, ein Prickeln breitete sich auf meiner Haut aus. Mit einem Satz packte er mich und riss mich zu ihm hinüber. Ich landete auf der Couch, wo er mich geschmeidig unter sich verfrachtete. Er war mir so nah, seine Hände wanderten über mein Bein, dass er hinaufgezogen hatte. Meine Hände legten sich auf seine Brust, er brannte regelrecht. Ich biss mir auf die Lippe, was ein tiefes Knurren in seiner Brust entfachte. Ich packte ihn und zog ihn an meine Lippen. Nie hatte ich ihn mehr begehrt, ich brannte regelrecht bei seine Berührung.
Er packte zu und drückte mich fest an sich, seine Hand wanderte über meinen Körper. Mit der anderen stützte er sich ab. Ich stöhnte an seine Lippen. Es war gefühlt viel zu lange her.
„Finger Weg!“, schrie Ian erbost. Samuel nahm die Hände hoch und löste sich von mir. Dabei grinste er schelmisch und wendete sich zu unserem Besucher.
Ich knöpfte mir die Bluse zu und richtete mich auf.
„Wolltest du nicht gehen!?“, fauchte ich Ihn an. Ich sah zwischen den Brüdern hin und her, ich verstand nicht, wieso es nicht endlich etwas Zeit für Entspannung war. „Was soll das? Brauchst du einen Babysitter?“, fragte ich Sam.
„Wenn man mit dir reden soll, ja.“ Verärgert löste ich mich von ihm und setzte mich wieder auf den Sessel.
„Need.“ Seine süßliche Stimme wollte mich brechen, ich spießte ihn mit einem Mittelfinger ab. Er fing an zu grinsen und lehnte sich gemütlich zurück. Sein Shirt sah etwas ramponiert aus, seine Haare zerzaust, er legte seine Arme auf die Lehne und fixierte mich süßlich grinsend.
Ich sah fort. Es hätte mich nur weichgemacht, ihn so zu sehen und ihn dennoch nicht reiten zu dürfen.
„Also der Mann?“ Samuel sammelte sich und lehnte sich vor.
„Von wie vielen Verbrechen in der Stadt weißt du?“, fragte Ian und setzte sich neben seinen Bruder, den er warnend ansah, wahrscheinlich um sie Sache voranzutreiben. Sam sah zu ihm dann zu mir.
„Von ...“ Ich blinzelte. Die letzte Zeit? Von keinem, es war eine kleine Stadt. Es war üblich, dass hier nicht viel passierte.
„Keinem. Das Herzchen, hast du uns zu verdanken, denn wir sorgen dafür, dass dein Arsch sicher ist.“
„Ihr? Ihr jagt die Bösen? Reicht da nicht die Polizei?“ Ian schnaubte verächtlich.
„Glaubst du, diese Menschen wüssten, was Gefahr wirklich bedeutet? Ich rede nicht von kleinkriminellen Herzchen. Ich rede von Mördern, Vergewaltigern, kriminelle Banden und die Wesen, die dich in deinen Albträumen besuchen. Wir sind zur Stelle, wenn jemand versucht deinen Arsch aufzuschlitzen.“ Er hatte eine leichte Fixierung auf meinen Hintern. Weshalb ich unruhig auf diesem Hin und Her rutschte. Ich sah zu Samuel, der zustimmend nickte.
„Der Mann war demnach ...“
„Ein Vergewaltiger einer kleinen Bande. Er versuchte es bei einem Mädchen, als wir ihn erwischten und wir haben versucht, mehr über seine Freunde herauszubekommen.“ Es klang gut und schön, doch war es die Wahrheit?
„Was Menschen mit anderen Menschen tun. Können wir nicht immer verhindern, Nida. Aber wir versuchen es, so gut es eben geht“, erklärte Sam. Da musste noch etwas sein. Jetzt kamen sie mir vor wie Helden, doch gestern Nacht. Daran war nichts Gutes. Aus gewallt konnte man keinen Frieden hervorbringen.
„Was war es? Das Ding.“
„Ein Vampir“, ergänzte Ian.
„Was?“
„Bist du begriffstutzig? Ein Vampir, Blutsauger, Dracula. Wie auch immer ihr sowas über die Jahre benannt habt. Nur glitzert dieser nicht, er fällt dich lieber an, wie ein Irrer.“
„Also sind sie Wild, wie ... Tiere?“
„Du hast nicht im ernst geglaubt, dass da ein charmanter Prinz der Nacht angejumpt kommt?“, verärgert presste ich die Kiefer aufeinander. Langsam ging er zu weit, ich versuchte mich wirklich zu bemühen, doch auch mir platzte irgendwann die Hutschnur!
„Weißt du, nicht alles ist so einfach, wie du dir das Vorstellen magst. Das ist nicht meine Welt, weshalb du mal etwas Anstand zeigen könntest, den du hoffentlich in deinem Körper besitzt und einfach mal ernst antworten!“ Er antwortete nicht, schnaubte nicht oder knurrte. Er sah mich nur an. Innerlich vernahm ich etwas wie Schmerz. Hatte ich ihn gekränkt? Ian lehnte sich zurück, legte die Hand vor den Mund und sah mich einfach nur an. Samuel beobachtete das Ganze genau. Wie er das ganze Spiel wohl sah?
„Nicht alle sind so wie dieser“, antwortete Sam mir schließlich. „Es kommt auf ihre Art und ihre Verfassung an.“
„Es gibt verschiedene Arten?“
„Sie entwickelten sich wie wir, wie die Menschen.“
„Also gibt es auch Nette unter ihnen?“ Sam trat mich unter dem Tisch.
„Aua, hallo!“ Es war so impulsiv gewesen, so roh und rein. Dass ich nun lachen musste, ich konnte ihm nicht böse sein.
„Sie sind nie nett, präg dir das ein.“
„Ist ja gut. Nicht so empfindlich bitte. Abgespeichert, immer furchtbar, furchtbar böse.“
Eine Weile lang, sah ich hinaus. Ich hatte noch einige Fragen, nur wie sollte ich sie formulieren, wenn Ian genau da neben saß.
„Kannst du dir die Ohren zuhalten?“, fragte ich ihn. Er sah mich verwirrt an.
„Das ist nicht dein Ernst.“
„Ich hätte da ein paar private Fragen.“
„So läuft das nicht.“
„Ist mir egal, wie das läuft. Privatsphäre. Kannst du?“
„Das wird nicht funktionieren.“
„Wieso?“
„Er weiß alles, was ich weiß.“ Ian stand genervt auf und ging hinaus. Wenigstens gab er uns etwas Freiraum. Trotzdem verstand ich nicht, worauf Sam hinauswollte.
„Wirst du es ihm erzählen?“
„Nein. Es ist schwierig zu erklären. Was willst du wissen?“, lenkte er ab.
„Wieso ich? Wieso ein Mensch. Ich meine, es gibt sicher viele wie dich.“ Ich verstand es einfach nicht, war es Zufall, gewollt, was war es? Er kam zu mir herüber, kniete sich vor mich.
„Was glaubst du?“ Ich zuckte mit den Schultern, ich hatte wirklich keine Idee.
„Gibt es vielleicht ein Duftbeutelchen, der einen Wolf anlockt, wie bei Katzen die Minze?“ Er lachte auf.
„Nein, ich denke nicht.“
„Wäre ja möglich gewesen.“ Ich zuckte erneut mit den Schultern. Wie sollte ich dieses Thema nur zu Ende bringen, ohne mir selbst einen Dolch ins Herz zu stoßen. Er nahm mein Kinn in seine Hand und brachte mich wieder dazu ihn anzusehen.
„Das, was ich neulich sagte, meinte ich erst. Du gehörst mir, wie ich dir gehöre.“ In seinem Blick lag Liebe, Zuneigung, Vertrauen. All das, was ich mir immer gewünscht hatte. Doch wieso ich? Ich Verstand die Welt nicht, würde es vielleicht nie tun. „Du magst es noch nicht verstehen, doch du bist meine Auserwählte Nida.“
„Deine was?“
„Die eine Frau, die zu mir gehört.Die für mich bestimmt ist. für immer.“ Ich erstarrte, hatte er das gerade wirklich gesagt? Das Wort für immer brachte mich raus.
„Für immer ist eine lange Zeit.“ Sein Mundwinke zuckte hinauf.
„Nicht annährend genug.“ Für immer, er und ich.
Für immer Sam.
Ich konnte es kaum glauben, es war schöner als jeder Heiratsantrag! Sein Blick wurde ernst. Er schien Schwierigkeiten zu haben mit den nächsten Worten.
„Unsere Verbindung -“
„Was ist mit ihr?“
„Nida du wärst beinah gestorben gestern Nacht.“ Er schluckte schwer. Etwas was ich wohl noch nicht ganz realisiert hatte. Mein Beinahtod. Es fühlte sich so surreal an. „Ich konnte dich nicht gehen lassen. Nicht dich. Also habe ich dich -“
„Gebissen.“ Es viel mir wie Schuppen von den Augen. Sein Biss hatte mich gerettet. Aber auch ... verändert.
„Ich wünschte wirklich, es wäre anders gelaufen. Dass du dich für ein Leben mit mir entschieden hättest. Einem Leben als Wolf.“ Ich verlor die Fassung, meine Ladeklappe viel hinab. Das war nicht sein ernst! Ich war ein Wolf?
Da ich nicht sprach, versuchte er die Situation weiter zu erklären. „Als ich dich biss, habe ich deinem Körper die Möglichkeit gegeben, den Biss des Vampirs zu überleben. Wir mussten dir ebenfalls eine Bluttransfusion geben. Bei meinem Biss ...“ Er stoppte, als würde er sich schämen. „Habe ich dich beanspruchen.“ Jetzt hatte ich den Faden ganz verloren. „Es ist etwas, was man mit anderen Wandlern macht, wenn sie sich dessen bewusst sind. So bindet man das Weib an sich und kann es schließlich zu seinem machen. Nur seinem, für immer. Ich hatte keine Wahl, nur durch meinen Biss, konntest du sich schnell genug heilen. Nida?“
„Ich werde pelzig.“ Er atmete stark ein. Dieser eine Satz war die eine Fliege, die um meinem Kopf herumsurrte.
Pelzig.
„Zum Teil bist du es bereits. Wir wissen nicht wie, aber in der Zeit deines Dämmerzustandes, hast du meine Beanspruchung akzeptiert und dich mit unserem Netz verbunden.“
„Welches Netz?“ Ich sah kein Netz, was zur Hölle meinte er? Es wurde immer komplizierter. Pelzig, Beanspruchung, Auserwählte, für immer. Ein Teil der Worte gefielen mir sehr gut aber pelzig? Ich sah mich nicht pelzig!
„Du wirst es noch nicht sehen können. Erst wenn dein Körper die Veränderung ganz vollzogen hat und du dich das erste Mal wandelst. Needy, wir sind verbunden, verstehst du das? Deswegen haben wir diese Verbindung, in der du fühlst, was ich fühle. In der du mich spürst und bald, wirst du auch mit mir kommunizieren können. Meine Gedanken hören wie ich deine.“ Nun verlor ich auch noch die Farbe, nicht nur die Fassung. Er wusste, was ich dachte? Konnte er sich dann nicht meine Fragen denken? Das war zu viel. Viel zu viel! Pelzig, Gedankenlesen, wo war da die Privatsphäre!?
„Pelzig.“ Ich kam einfach nicht davon weg, ich sah zu Ian, der in der Tür stand.
„Dann muss ich dich ertragen? Für immer.“ Samuel begann zu lachen, seine Anspannung war augenblicklich verflogen. Ian hingegen machte eine Geste, als wenn er mir den Kopf umdrehen wollte.
„Von all dem, macht das dir am meisten sorgen?“
„Hallo ich werde pelzig und der Typ da wird mit seiner frechen Klappe immer dazwischen hängen. Ich bitte dich, natürlich macht mir das Sorgen!“ Ich versuchte mit Humor an die Sache ranzugehen, ich wusste, dass mir Ian es verzeihen würde. Ich war kurz davor, mein Lämpchen selbst auszuknipsen vor lauter Stress.
Ich hatte das Gefühl, mein Hirn brauchte eine Auszeit, vielleicht auch Urlaub, etwas das es nicht so schnell bekommen würde. „Also Zusammenfassung. Wölfe gut, Vampir böse. Klischee aber so ist es. Ich werde Wolf, gehöre zu euch. Ihr schützt euer Revier und die Menschen. Ihr seid also unsere Schutzengel, was wirklich unglaublich ist, bedenkt man wie Eisengel wirkt.“ Samuel zog die Augenbrauen hinauf.
„So hast du ihn genant?“
„Hast du ihn schon mal angesehen? Der Kerl ist ein Eisberg.“
„Lass ihn das nicht hören“, warnte mich Ian.
„Was macht man, wenn man pelzig wird? Kann man dann noch normal sein?“ Ian lachte auf.
„Wie erträgst du sie nur? Was heißt hier normal?“, fragte er im schroffen Ton. Ich musste mich unbedingt daran gewöhnen, denn es schien seine normale Art zu sein. Eine mit der ich nicht gut auskam, bei jedem seiner Worte fühlte ich mich angegriffen. Seine Worte verletzten mich, weshalb ich fortsah. Etwas was Samuel gleich bemerkte.
„Ian, halt dich zurück.“ Sein Ton war hart und gereizt. Er stand auf und sah seinen Bruder an. Sie schienen sich erneut zu unterhalten. Ein Gespräch, das ich nicht hören konnte. Weil ich nicht so war wie sie, noch nicht. Ich gab mein bestes es wirklich zu verstehen, Ian machte es mir nicht leicht das Ganze zu ertragen.
„Entschuldige“, platzte er schließlich hervor. Es kam wenigstens annährend ehrlich rüber.
„Als wir uns kennenlernten. Wieso starrten mich alle so an?“ Ich hatte es nie gewagt zu fragen, doch nun tat ich es. Samuel grinste schelmisch.
„Wölfe mögen Herausforderung“, antwortete mir Ian. Ich sah zu ihm rüber. „Du zeigtest deutliche Zeichen von Abneigung und Abwehr, während alle anderen ...“
„Schon gut“, unterbrach ich ihn. Es war also allein meine Einstellung gewesen, die ihn in meine Arme getrieben hatte.
„Sam schien gleich aufzufallen, dass du besonders bist.“ Nun hatte Ian meine volle Aufmerksamkeit. War es ein Kompliment gewesen? Von ihm? Die Welt musste gerade untergehen. „Er hat gewonnen und durfte dich haben. Wie man sieht mit Erfolg.“
„Ihr habt um mich gebuhlt?“
„Nicht ich!“, stellte Ian angewidert fest. Ich lachte auf, da war er ja wieder. Sams Mundwinkel zuckte, eine Lüge?
„Ich mag dich auch.“ Ian schluckte schwer. Ich sah wieder zu Sam, er zwinkerte mir zu. Was mich mit Freude erfüllte. Er war stolz auf mich.
„Ich glaube, ich brauche gleich eine Pause. Das zu verdauen, wird schwer.“
„Natürlich.“
„Doch vorher will ich noch wissen, was es mit dem Unterwerfen auf sich hat und was ist das Netz?“
„Sagtest du nicht gleich? Das ist ein Thema für Stunden“, zickte Ian. Dem Mann konnte man auch gar nichts recht machen.
„Schon mal Joga gemacht?“, fragte ich im scharfen Ton. Ian runzelte die Stirn. „Soll Anspannung abbauen, Versuchs mal.“ Ein grollendes Knurren kam aus seiner Kehle. Ich grinste himmlisch süß, durch Sam war ich immerhin sicher. Also zuckte ich provokant mit den Augenbrauen. Ein kurzer Blick zu Sam sollte mir Sicherheit geben, sein Lächeln gefiel mir gar nicht. Er war auf die böse dunkle Art belustigt. Dieses Lächeln kannte ich, es hatte nicht gutes zu bedeuten.
„Sam?“ Ich verstand nicht.
„Zeig es ihr“, befahl Samuel und Ian stürzte sich auf mich.

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