5.

Das Heulen des Sturms war inzwischen verklungen und die Staubwolke legte sich langsam zu Boden. Gunnardson verließ den Schutz der Höhle und trat in das Sonnenlicht. Er hatte die Gunst der Stunde genutzt um Kontakt mit der Funkstation in Aloria Kontakt aufzunehmen und über ihre Lage zu berichten. Jedoch waren die Neuigkeiten, die ihm mitgeteilt wurden, alles andere als erfreulich. Misstrauisch blickte er sich um. Ein kleiner, kaum sichtbarer dunkelroter Streifen am Horizont verriet ihm, dass noch nicht alles überstanden war. Theoretisch könnte die Expedition weiterziehen, jedoch wollte er die Entscheidung nicht alleine fällen, er würde die Meinung der anderen einholen. Gunnardson nickte entschlossen, drehte sich um und ging zurück in das provisorisch eingerichtete Lager. El-Hashem kam ihm gerade entgegen und sah ihn fragend an.

»Haben Sie Neuigkeiten für uns?«, fragte er Gunnardson.

»Ja, aber keine guten. Das Auge des Sturms zieht gerade über das Gebiet hinweg. Wir stehen nun vor der Wahl weiter zu ziehen und dann gegebenenfalls erneut Unterschlupf zu suchen oder hier zu verweilen und das hiesige Gebiet zu untersuchen, bis der Sturm endgültig abgeflaut ist. Ich wollte die Expeditionsgruppe darüber entscheiden lassen.« Verwundert runzelte er die Stirn, als er die anwesenden Personen durchzählte. »Wo ist De La Fuente?«

»Ich weiß es nicht. Nach unserer Diskussion ist er in den Stollen gegangen um ihn zu erkunden. Vielleicht hat er ja etwas gefunden und ist nun in seine Arbeit vertieft.«, antwortete El-Hashem schulterzuckend.

Gunnardson rollte genervt mit den Augen. Anscheinend war es zu viel verlangt, dass sich jemand meldete, wenn er die Gruppe verließ. Es war bekannt, dass die Tafelberge des roten Planeten mit Stollen und Tunneln durchzogen waren, sodass sich teilweise riesige Labyrinthe gebildet hatten. Da die Gonaii die Höhlen selten nutzten gab es auch kaum Informationen über diese Labyrinthe und Gunnardson hoffte, dass sich De La Fuente nicht verirrt hatte. »Trommeln Sie die anderen zusammen, ich werde mit unseren Führern sprechen. Mit Glück finden wir De La Fuente noch, ehe es zu spät ist.«

Während sich El-Hashem darum kümmerte die Informationen, die er von Gunnardson erhalten hatte, unter den anderen Mitgliedern zu verteilen, unterhielt sich der Expeditionsleiter mit den marsianischen Führern. Sie kannten zwar diese Höhle und wussten auch von dem Stollen, aber sie konnten ihm nicht sagen ob dieser in ein Labyrinth führte oder aus ein totes Ende hatte. Fluchend wandte sich Gunnardson ab, als De La Fuente aus dem Stollen gerannt kam und wild gestikulierte.

»Sie können sich nicht vorstellen was ich gefunden habe!«, sprudelte es aus ihm hervor. »Eine Stadt! Ach was sage ich. Eine wahre Metropole. Mitten in einer großen Höhle! Wir müssen unbedingt unsere Ausrüstung einsammeln und mit der Erforschung beginnen! Wir haben hier einen eindeutigen Beweis für eine verschwundene Hochkultur auf dem Mars! Das wird die Sichtweise der Wissenschaft grundlegend verändern!«

Als De la Fuente seinen Bericht abgeschlossen hatte setzte sich die Gruppe zusammen und beriet über das weitere Vorgehen. Da der Konstantinov noch immer etwas benommen war, entschlossen sich die Teilnehmer nicht weiter zu ziehen, da das Risiko zu hoch war vom Sturm überrascht zu werden. Stattdessen würden sie die erwähnte Metropole untersuchen und anfangen dort Proben zu entnehmen. Die Führung würde als erstes De La Fuente übernehmen, da er bereits erste Erkundungen unternommen hatte und somit wichtige Punkte kannte, die mit Leuchtbojen markiert werden würden.

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