Atos

Die Wanderung durch die gewundenen Tunnel dauerte nur noch wenige Minuten, bevor wir an einer Klippen ankamen. Von sehr weit unten sah man das schwache Flackern des Lava Sees der sich unter uns befand. Ohne zu zögern sprang Dustin in die Tiefe gefolgt von Wes. Auch ich braucht nur ein kurzes zögern bevor ich mich wieder in die Tiefe stürzte. Doch statt in gähnende Leere zu fallen und letztendlich im Feuer zu verbrennen landete ich nach wenigen Herzschlägen auf etwas weichem. Ich saß auf einem Vogel. Auf einem großen blauen Pfau, dessen Flügelspannweite locker 15 Meter umfasste. Auch Wes und Dustin flogen neben mir her. Wes auf einer Blaumaise, Dustin auf einer Krähe. Beide waren ebenfalls mächtig groß. Es war aber nicht zu übersehen, dass mein Freund hier, die größte Spannweite hatte. Entgegen allen Naturgesetzten konnte hier unten sogar ein Pfau fliegen. Was aber nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass sie enorm groß sind. "Willkommen zurück Lissa." Sprach mein Gefährte. Auch dies war sehr ungewöhnlich. Er sprach ganz normal, wie ein Mensch und schrie nicht, wie ein Pfau da oben. "Hey Atos! Wie ist es dir ergangen?" Ich setzte mich gemütlicher auf seinen Rücken und lies die Beine rechts und links von seinem Rücken baumeln. Besonders achtete ich darauf das ich ihm nicht die Flanken zerquetschte. "Es ist erstaunlich ruhig in letzter Zeit. Zumindest seit dem letzten Krieg gegen die Feuerkrieger. Seither haben sie sich nicht mehr sehen lassen. Mexwell denkt, dass sie einfach eine Weile in die Lawawüste gezogen sind, um sich neu zu formieren!" Atos klang völig ungerührt. Was mich wunderte, denn Mexwell hatte am Telefon gesagt, das ein neuer Krieg im Gange ist. Irgendwas lief hier nicht richtig. "Nun... das ist merkwürdig. Am Telefon hat man mir gesagt, das eure gesamte Existenz in Gefahr schwebt, wenn ich nicht komme um euch zu helfen." Atos schwieg. Es war so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Ich beschloss ihn nicht weiter zu fragen. Stattdessen legte ich mich rittlings auf den Rücken und betrachtete die geschwungenen Muster die an der Höhlendecke zu sehen waren. Hier und da wuchs ein Büschel Farn aus einer Felsspalte, aber ansonsten war sieh ziemlich karg. Wir flogen schweigend weiter durch die Lavagrotte. 

Irgendwann erblicke ich über mich nicht mehr die Felswände, sondern schaute in einen hellrosafarbenen Himmel, der mit fluffigen Wölkchen bedeckt war, die die Farbe einen Sonnenuntergangsorange hatten. In diesem Moment setzte ich mich wieder auf und sah an Atos Kopf vorbei nach unten in die Tiefe. Unter uns lag eine Stadt. Zumindest wenn man es so nennen wollte. Wirkliche Häuser erkannte man nicht, aber die Straßen die aus vielen grauen und blassgelben Steinen bestanden. Von hier oben sah man, dass sie einem kompliziertem Mosaik folgten. Die Häuser waren weiße große Steine, oder einfach nur Türen und Fenster in einer Felswand in der Ferne. So gesehen war diese Stadt nichts besonderes, aber jedes Haus war über und über mit Mustern bedeckt, die wohl vor sehr langer Zeit einmal, jemand hinein geritzt haben musste. An den Fenstern, die aus Kristall bestanden, wuchsen bunte Blumen in jeder erdenklichen Farbe. Doch keine der Pflanzen konnte man in der uns bekannten Welt finden. Ihr Blütenblätter waren so viel feiner und geschwungener, dass man meinen könnte sie wären von dem weltbesten Künstler gemalt wurden. In der Mitte leuchteten sie in einem hellgelb oder blau. Sie spendeten der ganzen Stadt Licht, denn hier unten gab es keine Sonne. Auch das was die Menschen vielleicht als Laternen deuten würden, waren großes Blumen. Allesamt Lila und mit einem hellen weißen Licht in der Mitte. Ihr Köpfe neigten sich leicht nach unten. Wie üblich staunte ich über die Schönheit der wundersamen Stadt. "Willkommen zurück in Kentonia." schnurrte Atos unter mir.

Kommentare

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    Wow! Wunderschön beschrieben! 5/5

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