Donnertrunken drängt die Nacht,
schiebt Nebelschwaden durch die Gassen.
Der helle Mond schiebt sich sacht
durch die fernen Städtemassen.

Straßenpöbel poltert drohend.
Durch die Leere hallt der Suff.
Bordsteinschwalben stehen thronend 
unter neonpinkem Puff.

Die gelben Augen zeichnen die,
die Null-Promille fordern 
und bei jeder kleinen Feier 
literweise Schnaps sich ordern.

So herrschen euphorisch-ausgebrannte Jahre.
Zwischen Fettsucht und Kachexie 
arbeitet oder langweilt man sich zu Tode.
Es boomt die Psychopharmakaindustrie.

Braune Schafe im blauen Pelz,
ach, das sind die Götzenbilder.
Und es glauben fromme Lämmchen
alles durch den Facebook-Filter.

Und die Obersten da droben,
die in goldenen Bettchen wohnen, 
werfen Krümel herab zu Boden,
zu den Ärmsten, die da toben.

So prügeln sich die, die nichts haben,
um das Wenige, was bleibt,
während andere sich laben.
Was für eine irrsinnige Zeit.

Wir verpesten die Luft, roden die Wälder.
Monokultur herrscht auf heimatlichen Feldern.
Entwerfen in Städten Klimazonen,
während Tausende unter Brücken wohnen.

Plastikmüll verdreckt unser Meer.
Tiere verenden, ohne Möglichkeit zur Wehr.
Überfischen unsere Gewässer,
denkend, dass später wird alles besser.

Doch die Zukunft kann nicht richten,
was wir in der Gegenwart vernichten.
Schmieden Pläne für viel Geld,
bis es uns auf die Füße fällt.

Wahrscheinlich müssen wir nicht lange warten,
bis die Natur fordert ihren Tribut.
Dann überlebt keiner - nicht mal die Harten.
Nichts wird je wieder gut.

Bei den Egomanen, die zur Zeit regieren
und mit ihren Taten polarisieren,
ist ein Krieg auch nicht mehr weit.
Liebe Leute, genießt die friedvolle Zeit!

Durchgetrumpt und ausgekimt -
wer da wohl am meisten spinnt?
Putiniert und verdogant -
Weltfrieden ist verbannt.

Haut euch die Teller noch mal richtig voll!
Macht alles, was ihr findet toll!
Schmeißt noch weg tonnenweise Essen,
während Millionen Dreck vom Boden fressen ...

Gott sprach: "Es werde Licht!",
doch es kommt nicht durch das Dunkel, 
wo der Hass als Krebsgeschwür 
platzt wie eitrig Furunkel.

Blutig Rot die Morgenstund,
gibt den neuen Tage kund.
Eine neue Chance zur Wende,
sonst ist alles bald zu Ende.

Kommentare

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    Wie recht du damit hast, Steffi! Schade, dass es zu wenige gibt, die an der Beseitigung dieser Probleme arbeiten..!

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    Hey ich werde morgen oder übermorgen dir auch noch mal ausführlichere Kritik und damit hoffentlich auch konstruktiver Kritik als jetzt. Der Stil ist sehr interessant. Und deine Ausdrucksweise drastisch. Dennoch gut gelungen. Und du bekommst dennoch einen ordentlichen Appell hin. Ich bin begeistert.

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    Erschütternd und klar, dein Appell!

beta
Feenstaub

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