Das Unglück der Alfried Krupp

Unruhig wie ein eingesperrter Tiger ging er auf und ab. Er hatte die Stirn in Falten gelegt. Seine Hände hatte er auf dem Rückengefaltet. Seine Schritte waren streng bemessen so schritt er auf und ab in tiefen Gedanken. Dann setzte er sich an seinen Schreibtisch, ein schlichter aus Holz und zugestopft mit Stiften und Hausarbeiten. Er zog aus einem Regal einen Zettel. Er war aus einem alten Collegeblock gerissen und auf der Rückseite schon beschmiert. Er klaubte einen Füllfederhalter aus einer Schublade und zog die zwei Briefe aus seiner Jackentasche heraus. Er griff tief in die Tüte mit dem harten Lakritskatzen und fing dann die Texte abzuschreiben. Seine krakelige Handschrift war schön und dennoch kaum leserlich. Die Feder des Füllers kratzte über das Papier. Dann las er sich seinen Text noch mal durch. Schaute zufrieden und dennoch verwirrt darauf.


Es blüht der Baum unter dem Lärm der Seile. Es funkelt der Diamant im Schatten der Rinde. Ein gellender Schrei, Oh wei, oh wei. Langsam ertrinkt er in den Fluten. Jede Rettung ist zu spät, egal wie groß das Chaos und das Getöse der Quinten. Wir springen nicht an, weil wir nicht da sind. Weg. Das sei euch eine Warnung. Ihr zerstört was Jahrtausende alt, natürlich und schön. Ihr tötet unbarmherzig für nichts. Raus! Raus! Fahrt zur Hölle!

Barmherzig seid ihr? Warmherzig seid ihr? Ich will lachen, doch das Thema ist zu ernst. Ihr wollt retten? Und dennoch der Schrei, die Fluten, die Toten. Und noch mehr elend durch euch. Ich könnte lachen, wenn ich nicht weinen würde. Alles umsonst. Zerstört alles was uns allen gegeben wurde und schafft es am Ende doch nicht. Ihr sitzt im Strandkaffe und habt nicht alle Tassen im Schrank. Wie auch, wenn ihr Kaffee trinkt. Der Bund ist mächtig und groß, und doch werde dieser euch finden. Euch richten.

Ein großer Bund wird euch stützen ein großer Bund wird euch überwachen, ein großer Bund wird euch zu Fall bringen. Immer werdet ihr unnötig das Todesurteil aussprechen, das Geschenk verkrüppeln. Eure guten Taten sind nichts. Ihr könnt doch alle schwimmen, dann schwimmt doch mal schneller. Verfolgt werdet ihr auf Schritt und Tritt. Ein Schrei und wieder ein glugern. Einer mehr in der Statistik. Einmal mehr eine unnötige, tödliche Aktion, einmal mehr Arbeit für euch, die nichts bringt als Tod und Elend.

 

Dann, nachdem er sich den Text noch mehrmals sich durchgelesen hatte, fing er wieder an zu schreiben. Er fing an den Text zu analysieren, so wie er es in der Schule praktizierte. Und dann kam er zu einem Schluss den ihn überraschte.
„Ja es passt wirklich alles!“, rief er nach drei stündiger Arbeit. Erfreut war er aufgesprungen und setzte sich sofort wieder und keuchte nur noch: „Oh nein!“ Er war total bleich im Gesicht. Mit zittrigen Händen griff er zum Telefon und wählte einen Nummer.
„Hallo? Es passt. Und es wird ein Tornado kommen.“, keuchte er. Dann ließ er den Hörer sinken und stierte gerade aus auf ein Plakat. Das Bild zeigte einen Seenotkreuzer in schwerer See. Langsam fing das Bild an sich zu bewegen. Der Seenotkreuzer schwankte und stürtzte mehrere Meter in die Tiefe. Dann durchschnitt er Wellenkämme, so dass er durch die Gischt verhüllt wurde. Lärm war zu hören. Der Wind peitschte um die Ohren. Die Männer standen in Roten Jacken. Die Gesichter Wettergegerbt. Im Bart des Vormannes kleine Wassertropfen. Die Wolken grau und bedrohlich, genauso wie die See. Am Horizont ein dünner Mast. Dort sieht man die Yacht auf den Wellen tanzen. Hilflos. Geschrei mischt sich in den Motorenlärm. Der Leuchtturm leuchtet auf, zeigt, dass man noch in der Nähe des Hafens ist. Der Seenotrettungskreuzer versucht das mächtige Schiff zu steuern, doch es ächzt unter der Last der Wellen. Unter dem kalten, harten Wasser. Der gewaltigen See. Wieder wird eine Welle durchbrochen und plötzlich war da dieses Schiff. Das Holz splitterte und wurde durch die Gegend geschleudert als der Bug auf es krachte. Ein gewaltiger Grundsee riss an dem Seenotkreuzer und versenkte ihn mit einem Schlag. Nur noch die leuchtend Orangene Bemalung an den Seiten wird vom Leuchtturm angestrahlt, der so nahe scheint.


 

 

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