Die Depression

Und auf einmal brach alles über mir zusammen.


Ich hasste meine Arbeit. Meine Beziehung ging in die Brüche und ich war plötzlich völlig auf mich alleine gestellt.


Das war mit Abstand die dunkelste Zeit in meinem Leben. Das Loch. Die Depression.

Denn irgendwann ertrug mein Körper den ständigen Schmerz nicht mehr. Den Hass auf die Arbeit, die Trauer um den Verlust der Liebe, die Einsamkeit, abgeschnitten von allen Menschen, die mir etwas bedeuteten, denn die waren überall verteilt zum Studieren: Regensburg, Bayreuth, Passau. In Weiden war von meinen wenigen Freuden keiner mehr. Und nach der Berufsschule habe ich K. auch nur noch selten gesehen.


Also hörte ich einfach auf zu fühlen. Ich stürzte in ein schwarzes Loch ohne Boden. Völlig gefühllos. Trotzdem weinte ich manchmal. Ohne selbst den Grund zu kennen. Mir war alles egal. Ich dachte mehr als einmal daran vom Balkon zu springen.


Ich traf eine Entscheidung. Die erste von vielen. Aber auch die Wichtigste. Ich redete mit R. über unsere Beziehung. Wir mussten etwas ändern oder uns trennen. Ich liebte ihn immer noch, also wäre mir Ersteres lieber gewesen. Er hatte sich nach langem hin und her für Letzteres entschieden.


Ostern 2015 packte er seine Sachen und ging. Zum Glück hatte ich Urlaub. Ich habe eine Woche lang praktisch nur geheult. Aber die Heulerei war wie eine Erlösung für mich. Danach fühlte ich mich vollkommen leer. Und befreit.


Ich entschloss mich, noch einen Schritt weiter zu gehen. Mein befristeter Arbeitsvertrag lief Ende Juli diesen Jahres aus. Ich ließ ihn nicht verlängern. Stattdessen wagte ich etwas, wofür mich viele für verrückt erklärten. Aber es war das Beste, was mir passieren konnte: Eine zweite Ausbildung.

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Feenstaub

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