Sommer 2015, die USA feiern landesweit in allen Staaten die Entscheidung des Supreme Court zur Öffnung der Ehe.
Ab nun können in den Staaten homosexuelle Männer und Frauen ihren Lieblingsmenschen offiziell zum Altar führen. Sie gelten nun als ebenso verheiratet, mit allen Rechten und Pflichten, wie Heteropaare.

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Wenden wir den Blick indes nach Deutschland, September 2016.

Während einige Parteimenschen sich für die Eheöffnung auch hierzulande aussprechen (es ist unklar, ob das womöglich nur Wahltaktik ist), stellen sich die regierenden Parteien mit allen Vieren stur.
Es gäbe doch die Möglichkeit der Lebenspartnerschaft, etc.. Aber die ist nunmal offiziell nicht der Ehe gleichgestellt!

Ohne sich offenbar bewusst zu sein über die unverschämte Diskriminierung aller Homosexuellen - oder auch unter Inkaufnahme - werden da Phrasen gedroschen, konservativ dahergeredet oder wird mit "christlichen Werten und dem Schutz der 'klassischen Familie'" um Verständnis geworben.

Äußerungen wie "Eine Ehe ist eine Institution, die heterosexuellen Menschen vorbehalten sein sollte" oder "Eine Ehe kann es nur zwischen Mann und Frau geben", sind da keine Seltenheit.

Auch mit dem "Fortpflanzungsauftrag" der Ehe wird argumentiert.
Dabei wissen wir doch, liebe Politiker, dass man in Deutschland oftmals nur ein bisschen Langeweile und Blödheit braucht, um Nachwuchs zu zeugen.
Heiraten tut deswegen niemand mehr.

Wenn man unter dem Argument, dass zwei Männer oder zwei Frauen ohne etwas Zutun Dritter keine Kinder bekommen können, ihnen die Ehe verbietet, wäre es nur recht und billig, all die heterosexuellen Paare, die sich weigern, dem Auftrag, Babies fürs Vaterland zu produzieren, nachzukommen, auf der Stelle zu scheiden.

Wenn die heiraten dürfen, ohne Kinder haben zu wollen, warum verbietet man es dann den Homosexuellen? Die auch oftmals nur zu gern die vielen ungewollten, aus Blödheit gezeugten, Kinder aufnehmen wollen würden.

Es wird sicher noch eine Menge Wasser die deutschen Flüsse hinunter fließen, bis die verstaubten Menschen an der Macht aufwachen. Die einen dulden Homosexuelle heute und ermöglichen ihnen zumindest die zivile Partnerschaft, wenn auch mit jeder Menge Nachteilen gegenüber der Ehe, und andere sind so braungefärbt in ihrem Denken, dass sie den Paragraphen 175 wieder ausgraben wollen und am besten die Schussanlagen aus Onkel Adolfs Zeiten auch gleich ...


Deutschland, dein 2016

Kommentare

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    Es ist einfach nur traurig, dass unsere Politik immer noch Unterschiede macht, wo keine wirklichen Unterschiede sind. "Wir und die Anderen", große Klasse. Und das soll der fortschrittliche, aufgeklärte Mensch sein? Also: Richtig gut geschrieben, wichtiges Thema, mehr davon! (-;

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    Gut gesprochen. : ) Es ist einfach scheußlich, was zurzeit abgeht. Ich habe noch nie verstanden, warum sich Menschen in das Privatleben, anderer einmischen und denken, darüber urteilen zu können. Dann ist es auch noch, dass wir sooooo "modern" sind, aber noch immer nach Strich und Faden diskriminieren. Die Politiker sind da leider ganz vorn mit dabei. Gleich mal auf Twitter posten. :D

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    Noch ein schöner Artikel. Bitte mehr davon. :) Und ja, die CDU halt (oder alle Parteien?)... Ich verstehe auch nicht, wem es weh tut, dass Homosexuelle heiraten können. Dabei sind vermutlich sogar die Heteros ungläubig, obwohl sie kirchlich heiraten. Hmmm... :'D

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    Was die Sache mit den Kindern angeht... Was man darüber auch sehr oft von Leuten zu hören bekommt: "Ich bin dagegen, dass Homos Kinder bekommen dürfen, weil mir die Kinder leidtun. Sie werden dann bestimmt gemobbt und es überhaupt im Leben schwer haben." Ja, und zwar wegen solchen homophoben Menschen. Wenn sich homosexuelle Paare dafür entscheiden, Kinder zu bekommen, was sowieso nicht immer der Fall ist, lieben sie ihre Kinder genauso sehr, wie Heterosexuelle. Für die Ehe gilt das selbe. Queere Liebe ist gleich viel Wert, wie Hetero-Liebe, kaum zu glauben, dass das manche Heinis noch immer nicht akzeptieren können. *schwingt die Regenbogenflagge* 5/5, Phobos.

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    Wie Recht du hast, es kann nicht angehen, dass ein Staat der sich als modern versteht, sich seinem Gedanken der Gleichberechtigung so wiedersetzt. Es gibt nicht genug Sterne um dir für diesen Text mein Lob auszusprechen.

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    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Ich frage mich schon lange, warum so viele Menschen sich so schwer tun, gleichgeschlechtliche Ehen zu akzeptieren, bzw sich überhaupt anmaßen über die Lebensart ihrer Mitmenschen zu urteilen und zu bestimmen. Leben und leben lassen wäre da um einiges besser... Super Text!

beta
Feenstaub

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