Ein Hoch auf die Klimaanlage

 Eine Tür klappte. Es wurde sofort heißer. Ein Schwall an heißer Luft kam herein und heizte alles auf, auf wenn es nur wenige Sekunden waren. Musik hörte er in dem Hintergrund, ganz leise. Schweiß tropfte von seiner Stirn. Schritte. Sie kamen immer näher. Er änderte seine Position und sah dass eine kleine Pfütze auf dem Tisch war. Schnell wischte er sie mit einem klatschnassen, tropfenden Taschentuch weg.
Kaltes Metall – gute 20° Celsius kalt – fühlte er in seinem Nacken. Seine Muskeln spannten sich an. Langsam drehte er sich um, packte den Arm mit der Dose und stand in der Drehbewegung auf.
„Hey.“, sagte er leise.
„Hey.“, antwortete sie.
Ein Kuss. Nur eine Sekunde, doch so innig, dass es sich wie mehrere Minuten anfühlte.
Sie war groß und sportlich. Ihre Haare waren zu einem Pferdeschwanz gebunden, doch ein paar Strähnen hatten sich gelöst. Ihr Gesicht war umwerfend schön aber sie war generell umwerfend schön. Ihre Augen – ein Traum. Ihre Augenbrauen – perfekt. Ihre Ausstrahlung – freundlich, umwerfend, jeder würde dahinschmelzen, auf Knien auf sie zu robben um sie um ein Date zu fragen. Doch alle würden sich an ihr verbrennen. Nur er nicht. Er war so cool, ihm konnte sie nichts.
Er strich ihr die Strähne aus dem Gesicht.
„Wie geht es dir?“
„Gut. Angenehm kühl hier.“
„Tja.“
Beide lachten.
„Gleich kommen noch die anderen. Hier deine Cola.“
„Danke.“
Er nahm die Cola entgegen und stellte sie auf dem Tisch ab, trank die erste Dose aus und öffnete dann die neue.
„Mal was neues. Nur noch Lauwarm, nicht mehr kochend heiß.“, meinte er und lächelte sie an.
„Weißt du? – Manchmal wünschte ich dass da jemand mit dem Schlauchboot zu weit rausfährt oder so. Jetzt nichts Tragisches. – aber… Ach du weißt doch was ich meine.“
„Ja. Das wünschte ich auch. Leider wird man hier hinter der Scheibe nicht braun.“
„Heute Abend ist dieser City-run. Da sollen die noch ein paar Sanis brauchen. Die Strecke ist direkt an der Promenade.“
„Und du willst mit mir dahin.“
„Ja. Am Ende gibt’s da noch so ein tolles Feuerwerk.“
„Ich komme mit.“
„Danke.“
Wieder hörten sie die Tür klappen. Mehrere Schritte. Dann knallte die Tür und heiße Luft kam herein.
„Uh. Ganz schön heiß hier. Sag mal, funktioniert die Klimaanlage nicht?“
„Doch, bis eben. Nur dann musstet ihr ja die Tür öffnen.“
„Wie sollten wir sonst rein kommen?“
„Ihr habt doch ein Funkgerät.“
„Das hättest du aber gerne.“
Alle lachten schallend. Alex, Livia, und die fünf Männer und Frauen, die neu dazugekommen waren.
„Wie war’s“
„Och ganz kühl.“, meinte Livia.
„Das auch. Aber du willst eigentlich wissen wie die Wache ist, oder? – Also alles ruhig. Das Wasser spiegelt, drei Segler, fünf Motorboote und ein paar Schwimmer in Ufernähe. Alles heiß und idyllisch.“, leitete Alex Bericht und las sein Wachprotokoll ab.
„Dann ist ja gut, dass wir nicht hier waren.“
„Und gut dass ihr jetzt da seid.“
„Du, übernimm mal die Wachstation, ich bring dir auch eine Cola.“, meinte Alex und zeigte auf einen jungen Erwachsenen um die zwanzig, „Du hast ja neben mir auch das Funker Patent. Wo ist der Notarzt?“

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