Erste Erkenntnisse

Leonora setzte sie, nach der schweigend verlaufenen Autofahrt, am Eingangstor zu ihrem Anwesen ab. Sie hupte ein Mal lang, verabschiedete sich von Avery und fuhr weiter in Richtung Schule.

Durch das Hupen kam Kelsey nach draußen. "Da bist du ja wieder." rief sie erfreut, als sie sich ihren Weg durch den Garten bahnte.

Avery hievte ihren Koffer hoch und lief auf sie zu. Bei Kelsey angekommen, nahm diese ihr den Koffer ab. "Na der ist aber leicht. Hast du nicht's persönliches eingepackt?"

"Wirklich viel habe ich nicht. Es sind nur ein paar Bücher und..." Sie brach mitten im Satz ab. Sollte sie ihr von meinem Kuscheltier erzählen?

"Und was?" Kelsey sah sie fragend an.

"Und ein Kuscheltier!" Gab Avery kleinlaut von sich.

Kelsey schmunzelte: "Mach dir deshalb keinen Kopf! Ich selbst habe auch einen kleinen Bären, den ich immer mitnehme und ich könnte schwören, dass Nate das selbe macht!"

"Sag mal, wie lange wird das jetzt dauern? Also wann werden wir zu eurer Schule frahren?"

"Es ist unsere Schule! Es ist auch dein neues zu Hause!"

Avery verdrehte sie Augen. Ein richtiges zu Hause hatte sie noch nie gehabt und sie bezweifelte, dass sich das von einem Moment auf den Anderen ändern würde. Hatten nicht gerade Internate und ähnliche Einrichtungen den Ruf, dass Grauen aller Schüler zu sein? Schon in einer normalen Schule hatte sie immer Probleme gehabt Anschluss zu finden. Okay... Eigentlich wurde sie nie beachtet. Einen Anschluss finden wäre ja wohl was anderes.

In ihr stieg die Hoffnung auf, dass ich endlich mal was ändern würde.

Gerade als sie erneut durch die Eingangstür gingen, viel ihr ein altes Sprichwort ein, dass sie irgendwo mal aufgeschnappt hatte.

"Hoffnung ist das Einzige, was stärker ist als Furcht!"

Daran würde sie sich ab jetzt festhalten.

"Aaah, da bist du ja wieder!" Nate kam aus dem Esszimmer, nahm Kelsey den Koffer ab und stellte ihn neben die Treppe.

"Ich schätze, sobald Mutter wieder da ist, werden wir uns auf den Weg machen." brabbelte er vor sich hin.

"Tja na dann..."

Seine Schwester schnippste mit den Fingern: "Ich habe eine tolle Idee! Wie wäre es, wenn wir ein bisschen deine Fähigkeiten testen! Schließlich hast du ja noch Null Ahnung... Nicht böse gemeint!"

Avery nickte. Bestimmt war das gar keine so schlechte Idee. In ein paar Stunden würde sie an eine Schule kommen, an der sie all das Zeug unterrichteten. Vermutlich wäre es kein toller Anfang, wenn sie wie eine Blöde da stände und von nichts eine Ahnung hatte.

"Okay, dann wartet ihr im Esszimmer, dort ist am meisten Platz! Ich gehe und hole das Buch!" Nate stieg schon während er redete die Treppe hinauf.

"Ähm..." Avery sah Kelsey fragend an, "welches Buch bitte?"

Beide Mädchen schoben im Esszimmer den Tisch zur Seite.

"Wir nennen es Somnium! Dort werden alle Fähigkeiten aufgeführt, die es in unserem Zirkel gibt, plus die Personen, die sie beherschen. Da du es heißt, du kannst jeder dieser Fähigkeiten praktizieren, können wir schauen, was du so auf die schnelle kannst."

"Und wieso schieben wir hier den Tisch umher?"

Kelsey lachte auf: "Du bist ein Anfänger! Da kann einiges schief gehen!"

Nate kam wieder herrein und lies sich auf dem Boden nieder. Avery und Kelsey machten es ihm nach und er legte das Buch, dass erstaunlich dick war, in die Mitte.

"Das ist also das Somnium. Ich hatte es mir irgendwie kleiner vorgestellt... und neuer!"

Das Buch war erstaunlich alt. Hier und da blätterte etwas von dem Buchrücken ab. Dazu kam, dass es unglaublich dick und groß war. Wie hatte Nate es geschafft, es hier runter zu bekommen.

"Tja, eine solche Art von Buch ist nun Mal sehr alt. Genauso wie die Magie, die auf ihm liegt. Es erneuert den Besitzer einer Fähigkeit, wenn der Vorgänger verstorben ist. Es ist das Einzige seiner Art. Unsere Eltern haben es sich zur Aufgabe gemacht, auf es aufzupassen. Es wäre fatal, wenn es in den Besitz des Dunklen Zirkels käme, dann wüssten diese nähmlich wer ihnen gefährlich werden könnte." Nate versuchte alles langsam, sachlich und verständlich zu erklären, aber Avery hatte trotzdem Schwierigkeiten alles zu verstehen.

"Okay Brüderchen! Du musst ihr jetzt nicht alles, bis ins kleinste Detail von dir geben. Wie du sicher wohl weißt, wird sie das alles in der Schule erfahren!"

Nate zuckte mit den Schultern.

"Lasst uns Anfangen, eure Mutter wird bald wieder da sein!"

Kelsey nickte: "Dann lass uns sehen, ob du es schaffst ein Portal zu erschaffen!"


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