Im Unsterblichen-Club

Magnus folgte dem Herrscherpaar mit Ivana zusammen durch die Gassen Roms zum Club der Unsterblichen. Der Eingang befand sich auf einer Dachterrasse, wie sie hier viele Häuser hatten und davor lungerten einige junge Unsterbliche herum, die ein wenig verschreckt zurückwichen, als die Älteren darauf zugingen.
Tiberius und Helena hielten ihre Auren zurück, daher konnten die anderen Vampire ihr wahres Alter nicht spüren. Magnus verbarg sie normalerweise nicht grundlos und so war er wohl der Grund dafür, dass die Jüngeren auf diese Weise reagierten.
Tiberius nickte dem Grüppchen mit einem schwachen Schmunzeln zu und ging mit einem „Grazie" vorbei.
Hinter der Tür tat sich der erste große Raum auf, wo sich hauptsächlich die Jungen aufhielten und sich eine große Tanzfläche  befand, die gut gefüllt war. Außer der Discobeleuchtung war es dunkel, daher schimmerten die Iriden der Unsterblichen stärker.
Magnus hielt Händchen mit Ivana und folgte Tiberius und Helena, die eine Treppe im hinteren Teil ansteuerten. Niemand schien die beiden Alten zu beachten. Magnus hörte nur Gedankenfetzen, die ihm galten. Anscheinend kannten diese Unsterblichen hier, ihren Herrscher nicht persönlich. Tiberius hielt sich wohl mehr im Hintergrund. Magnus hingegen, hatte in Las Vegas ein eher öffentliches Leben in unsterblichen Kreisen geführt und war daher bekannter gewesen. So ein unscheinbares Dasein, wie es diese beiden führten, hatte natürlich seine Vorteile und Tiberius schien darauf bedacht zu sein, dass es auch so blieb.
Ein Stockwerk tiefer spielte leisere Musik, das Licht war gedämpfter und es war gemütlicher mit lauschigen Sitzgruppen eingerichtet. Tiberius und Helena setzten sich auf eines der halbrunden Ledersofas und der Römer bemerkte: „Hier kann man sich besser unterhalten."
Magnus ließ Ivana neben Helena Platz nehmen und setzte sich dann erst neben seine Gefährtin: "Ja, das stimmt."
Helena wandte sich gleich der Russin zu: „Und, wo stammst du ursprünglich her? Ich weiß nur, dass ihr aus den USA hierher kamt. Ich bin von Kreta, aber das ist eine halbe Ewigkeit her."
„Ich stamme aus Russland, genauer St. Petersburg", sagte Ivana. „Ich habe viele Jahre dort bzw. In Moskau gelebt, bin aber auch immer wieder in der Welt herumgekommen. Was hat dich hierher nach Rom verschlagen?"
Helena schielte zu Tiberius: „Eher wer. Ich kam mit ihm hierher. Wir leben schon lange in Rom. In Russland wäre es mir zu kalt. Ich mag lieber mildes Klima."
Magnus mischte sich ein: „Och, die Kälte macht uns ja nichts." Wenn er den Römer jetzt so lässig zurückgelehnt mit übereinander geschlagenen Beinen auf dem Sofa sitzen sah, schoss ihm abermals ihre erste gemeinsame Nacht in den Sinn. Diese Ekstase, die er mit Tiberius erlebt hatte, war so noch nie dagewesen und er wollte dieses phänomenale Erlebnis wiederholen. Während er dem Älteren gnadenlos ausgeliefert gewesen war, wurde etwas in ihm ausgelöst. Eine sehr starke Empfindung hatte sich von seinem Bauch aus in den ganzen Körper ausgebreitet und ihn eine ungekannte Lust spüren lassen. Danach sehnte sich Magnus wieder, nach diesem überwältigenden Gefühl. An Tiberius Lächeln erkannte er, dass dieser ahnte oder wusste, was in ihm vorging und Magnus erwiderte es. Die hellgrauen Augen des Älteren ruhten weiter auf ihm, während er sein Kinn auf die Finger gestützt hatte. Doch seine Miene verriet keine Regung. Er schien in sich versunken zu sein. Gelegentlich sah der Schwarzhaarige sich um und schien die anderen Besucher zu beobachten. Die Frauen waren in ihrer Unterhaltung vertieft und beachteten ihre Gefährten nicht weiter, die sich nur spärlich an dem Gespräch beteiligten.
Nachdem sie sich eine Weile unterhalten hatten, erwähnte Tiberius plötzlich: „Weiter unten gibt es noch ein Bad. Habt ihr Lust?"
Magnus nickte: „Ich schon." Helena nackt zu sehen, würde ihn interessieren. Sie trug heute ein enges Kleid, das ihre Kurven betonte.
Die Griechin registrierte seine Blicke und sandte ihrem Gefährten: ‚Magnus scheint mich zu begehren.'
Tiberius entgegnete: ‚Das verwundert mich nicht. Es beweist seinen guten Geschmack. Er ist wirklich leidenschaftlich.'
‚Na, wenn du das sagst ...'
„Ja, ich hätte auch nichts gegen ein Bad", stimmte Ivana zu.
Tiberius erfreut: „Gut, dann kommt."
Sie gingen nochmal einen Stock nach unten und betraten den Spa-Bereich. Tiberius zeigte Magnus die Männerumkleide in der es keine Einzelkabinen gab, da Unsterbliche nicht so schamhaft waren.
Als Magnus sich ausgezogen hatte, konnte Tiberius nicht widerstehen. Er presste ihn plötzlich mit seinem unnachgiebigen Körper an die Wand und küsste ihn verlangend. Sofort schoss die Erregung heiß durch Magnus Glieder und im selben Augenblick versteifte sich seine Männlichkeit bis zum Äußersten. Seine Lenden spannten stark, während die Lippen des Römers an seinem Hals entlangfuhren. Ein tiefes Grollen entwich Tiberius Kehle und seine Muskeln zitterten leicht, was Magnus verriet, dass sich der andere wohl sehr beherrschen musste. Leise knurrend drängte er dem anderen seine Hüfte entgegen und fühlte die gleiche Härte an seiner Erektion reiben. Beiden fiel es unendlich schwer, sich wieder zu bremsen. Der Jüngere versuchte seinen Körper unter Kontrolle zu bekommen und grinste zwischen den Küssen: „Ich glaube, wir sollten unsere Frauen nicht warten lassen."
Der Römer löste sich bedauernd von ihm: „Ja, du hast recht. Sehen wir nach, ob sie schon fertig sind."
Magnus wunderte sich nicht sonderlich darüber, dass Tiberius Schaft bereits wieder erschlafft war. In seinem Alter schaffte man diese Dinge eben sehr schnell. Die Herren hatten sich jeweils ein Tuch um die Hüften geschlungen und Magnus zeigte in die Richtung der beiden Frauen: „Da sind unsere Hübschen ja."
Alle zusammen gingen sie zu den Jacuzzis hinüber und Tiberius stieg als Erster in ein freies Becken hinein. Es war generell nicht viel los im Bad. Die anderen legten ihre Tücher ebenfalls an den Beckenrand und folgten ihm.
So einen Spa-Bereich hatte Magnus in einem ihrer Clubs nicht erwartet, aber es war eine schöne Idee. Es gab ein größeres Becken und mehrere Jacuzzis, alles im Stil einer römischen Therme, aber gleichzeitig doch modern gemacht. Eine geschmackvolle Kombination, die ihm gut gefiel.

Tiberius lehnte sich an die Beckenwand zurück, legte einen Arm um Helenas Schultern und den anderen auf den Rand. Dabei beobachtete er, wie sich das andere Paar küsste und er konnte nicht verhindern, dass sich ein leichtes Gefühl der Eifersucht einstellte. Das stand ihm zwar nicht zu, denn der Kelte war bereits in festen Händen, aber er konnte es nicht verhindern. Ivana war, seiner Meinung nach, einfach nicht die richtige Gefährtin für Magnus. Sie war viel zu jung, zu schwach für einen über 1000jährigen. Die beiden trennte ein Jahrtausend. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen. Der Römer erkannte in der Russin, dass sie genau das manchmal störte. Sie kam sich benachteiligt vor, minderwertiger. Magnus würde doch viel besser zu ihm und Helena passen. Sie wären das perfekte Trio. Nun, wenn Tiberius eines in zwei Jahrtausenden gelernt hatte, dann, dass sich manche Dinge im Laufe der Zeit von allein erledigten. So würde es mit diesem ungleichen Paar sicher auch passieren. Er musste nur ein wenig Geduld haben und es dem Kelten schmackhaft machen, zu ihm zu gehören.
Dann lauschte er den geistigen Stimmen der Gäste, die ihm zuflogen. Unwichtiges Geplänkel, aber er erfuhr auf diese Weise, was in der Stadt so vor sich ging, oder wer mit wem Ärger hatte. Normalerweise hielt er sich aus den Streitigkeiten der anderen heraus, solange das nicht die Geheimhaltung ihrer Art gefährdete. Er war kein strenger Herrscher und bestrafte auch nicht gern. Nur wenn es sein musste. Helena schmiegte sich an seine Brust und riss ihn damit aus seinen Gedanken. Er ließ lächelnd eine nasse Haarsträhne von ihr durch seine Finger gleiten.
Magnus und Ivana waren immer vertiefter in ihre Zweisamkeit und liebten sich ungeniert vor ihnen. Das brachte Tiberius in einen Zwiespalt von Erregung und Eifersucht. Magnus dabei zu beobachten war erregend, aber dass es Ivana war, erfüllte ihn gleichzeitig mit Neid. Er lehnte den Kopf zurück und schloss die Augen, aber ihre Laute konnte er trotzdem noch hören. Dafür konzentrierte er sich auf das sprudelnde Wasser, wie es angenehm an seiner Haut prickelte. Sie räkelten sich noch ein wenig im Wasser, bis sie alle vier aus dem Becken stiegen und sich abtrockneten.
Später beim Ankleiden, ließ der Römer lieber die Finger von Magnus und er wollte es auch nicht vor anderen tun. Sie würden sich eh bald wieder bei ihm Zuhause treffen. Darauf freute sich Tiberius schon jetzt. Helena wollte noch oben tanzen gehen. Er schloss sich an, obwohl er dem Ganzen nicht so viel abgewinnen konnte.

Als sie sich durch die ganzen Jungen durchschlängelten, bemerkte Magnus, wie sie ihnen teilweise erschrocken auswichen. Auch spürte er viele Blicke auf sich. Er sandte Tiberius: ‚Sie scheinen Angst vor uns zu haben.'
‚Ja, deshalb bin ich lieber mit Älteren zusammen. Aber es ist besser, dass sie großen Respekt haben. Dann ist es einfacher für mich.'
Magnus erwiderte: ‚Das kann ich verstehen. Aber aus Amerika kenne ich das nicht so, wie hier. Vor allem nicht in einem Unsterblichen-Club. Aber ich war auch der Älteste dort. Von dem her kann ich es nicht beurteilen, wie es dort bei dir wäre.'
Helena fragte Ivana: „Kommst du mit tanzen?"
„Ja klar! Bin dabei!"
Helena und sie steuerten die Tanzfläche an. Die Musik war zwar ganz anders als zu ihrer Zeit, aber das Tanzen gefiel ihr schon immer. Als Sklavin hatte sie zum Vergnügen der Männer bei den Gelagen getanzt. Als sie sich zu bewegen begann, hafteten Tiberius Blicke auf ihr. Ihm gefiel es ihr zuzusehen und Helena lächelte ihm zu. Wie damals, als sie bei ihrem griechischen Herrn bei einem Fest auftrat. Tiberius hatte neben ihm gesessen und sie beobachtet. Nun lächelte er zurück: ‚Ich weiß, an was du denkst.'
Sie wandte sich nur lachend ab.
Magnus sah Ivana ebenfalls ein wenig zu, wie sie sich ausgelassen zur Musik bewegte und blickte sich dann noch in der Menge um. Immer wieder bemerkte er diese argwöhnischen Blicke der Jungvampire und forschte deswegen vorsichtig in ihren Köpfen.
Ein Gerücht machte unter den jungen Unsterblichen die Runde und zwar wurde geredet, dass sehr Alte die Jungen aussaugten und sie dann vernichteten. Es schürte die Angst der Jüngeren und Magnus, Tiberius und Helena gehörten zu dem Alter, das sie fürchteten.
Später, als Magnus mit Ivana auf dem Heimweg war, erzählte er von seinen Beobachtungen und was er gehört hatte: „Ich hab mich im Club gewundert, warum die Jungen so auf uns reagierten und mal in ihren Köpfen gelesen. Sie fürchten sich, weil es Gerüchte gibt, dass solche Unsterbliche sie aussaugen und danach vernichten. Die häufigsten Opfer sind „Ratten" und sie verschwinden immer, wenn sie auf Jagd gingen."
Er dachte an sein Erlebnis mit dieser Priscilla und wie anturnend es gewesen war von ihr zu trinken. Da konnte er sich schon vorstellen, dass jemand das öfters machte.
„Was wirklich?!", fragte Ivana ziemlich schockiert. „Das ist ja furchtbar! Man kann doch nicht einfach so andere Unsterbliche aussaugen! Also ich finde den Gedanken auch mehr als gruselig. An Gerüchten ist ja oft irgendein Funken Wahrheit und wenn ich mir vorstelle, es gibt hier in Rom welche, die das tun." Sie schüttelte sich. Was Magnus da sagte, erschütterte ihr Bild von Älteren schon sehr.
„Okay, wenn nur „Ratten" angefallen werden, die dann ohnehin vernichtet werden, dann wäre es ja nicht tragisch. Ob ich sie köpfe, oder vorher noch aussauge, ist einerlei. Aber wenn alle Jungen befürchten müssen, Opfer zu werden, dann finde ich das auch schlimm." Er legte den Arm um sie: „Hast du Angst, dass es dich erwischen könnte? Das glaube ich nicht." Er lächelte: „Du hast ja mich. Da würde es sich keiner trauen. Aber ein wenig kann ich dieses Verlangen verstehen. Ich muss mich bei der Jagd auch beherrschen, um mein Opfer nicht sofort zu töten und bei noch Älteren ist das sicher noch extremer. Da hat man dann eventuell Lust sich gehen lassen zu können." Er zuckte die Schultern.
„Ich weiß nicht. Mir gefällt diese Vorstellung an sich überhaupt nicht", sagte Ivana. „Selbst wenn es Ratten sind. Es hinterlässt kein gutes Gefühl bei mir. Wer weiß, ob es wirklich immer nur Ratten trifft?"
„Ja, wer weiß. Im Nachhinein fällt mir noch etwas ein. Tiberius ließ mir, als ich nach meinem Einkauf in einem Straßencafé saß, eine Karte von einer Jungen überbringen. Darauf lud er mich in sein Haus ein. Und diese Unsterbliche hatte große Furcht vor mir. Das wunderte mich natürlich. Sie warf mir die Karte auf den Tisch und rannte schnell davon. Jetzt ist mir das schon klarer, wieso." Er streichelte ihre Wange: „Aber wie gesagt, du brauchst bestimmt keine Angst zu haben."
So ganz beruhigte Magnus' Versicherung Ivana nicht, aber sie wollte das Thema, das ihr einfach so gar nicht gefiel, nicht weiter vertiefen. „Es war ein klasse Abend heute", wechselte sie das Thema. „Der Club gefällt mir, vor allem die Idee mit dem Bad unten. schwärmte sie. Er war derselben Meinung.


Tiberius streifte heute wieder einmal durch seine Stadt. Als Herrscher tat er das regelmäßig, damit er auf dem Laufenden blieb und eventuelle Störenfriede aufspürte. Rom beherbergte ungefähr 200 Unsterbliche, aufgeteilt auf 80 Reviere. Wobei die Zahl der Artgenossen durch viele Durchreisende schwankte.
Der Herrscher nahm nichts Ungewöhnliches wahr. Er huschte über die Hausdächer, beobachtete die Menschen in den Gassen und Plätzen und blieb auf einem bestimmten Haus stehen. Dort lebte eine junge Italienerin, die er schon öfter besucht hatte. Er liebte ihren Duft und ihren Geschmack. Deswegen hatte er sie ausgesucht, um ab und zu von ihr zu kosten. Sie saß gerade auf der Couch vor dem Fernseher, als er durchs Fenster ins Zimmer trat. Lautlos schritt er hinter sie, beugte sich herunter und sog ihren verführerischen Duft ein. Seine Finger berührten ihre dunklen, lockigen Haaren und strichen sie ein wenig zurück. Das spürte sie und sah hinter sich, aber Tiberius war bereits in der Küche nebenan verschwunden. Sie wunderte sich, dass sie niemanden sah, aber fühlte, dass da irgendetwas war und hielt es dann doch für Einbildung. Der Unsterbliche hörte ihre Gedankengänge und schmunzelte leicht. In der Wohnung hing noch der Geruch von ihrem Abendessen, was den Römer nicht im Geringsten störte. Er mochte diese Düfte.
Als sie wieder auf die Mattscheibe starrte, kam er abermals hinter sie und sah eine Weile auf sie nieder. Ihr Puls pochte gleichmäßig in seinen Ohren, ihr Aroma umhüllte ihn und der Unsterbliche schloss genießerisch die Augen.
Vor seinem inneren Auge entstand ein spärlich beleuchtetes römisches Zimmer und die Frau saß nun auf einer gepolsterten Bank und blickte aus dem Fenster. Dann übertrug er seine Traumbilder auf sie, flüsterte ihren Namen an ihr Ohr, so dass sie ihren Kopf ihm zuwandte. Tiberius lächelte, strich sacht über ihre warme Wange und hauchte abermals "Sofia".
Er sah durch ihre Gedanken, wie sie ihn wahrnahm. Ein blasser, schwarzhaariger Mann in einer dunklen Hose und einem hellen Hemd. Seine Haut war makellos, seine Zähne schneeweiß und in seinen grauen Augen lag ein schwaches Funkeln.
„Du bist wieder da", wisperte sie.
Die Frau hielt seine Besuche für Träume, da er ihr Bilder vorgaukelte und so musste er sich nicht offenbaren oder erklären. Wenn ihr Verstand später wieder klar wurde, dachte sie immer, dass sie vor dem Fernseher eingenickt wäre.
Tiberius hielt nichts davon auf dem Präsentierteller diesen kleinen Trunk zu vollziehen, so wie es in diesem neueren Club in Rom üblich war. Solange dieses Establishment keine Gefahr für das Bekanntwerden ihrer Art darstellte, tolerierte er es. Da war Rom eine der wenigen Ausnahmen, denn viele Stadtherrscher waren gegen so etwas.
Da tat er es doch viel lieber in privater Atmosphäre und es schmeichelte ihm, dass Sofia sich so bereitwillig zur Verfügung stellte. Dafür bekam sie ja auch einen Schluck von ihm.
Dieses Geben und Nehmen wurde in diesem Club genauso praktiziert und die Sterblichen entwickelten oft eine Sucht nach dem unsterblichen Blut. Deswegen gingen sie dorthin und stellten sich zur Verfügung, nur um einige Stunden lang die verbesserten Sinne und Empfindungen zu genießen.
Er küsste ihre warmen, vibrierenden Lippen, wanderte über ihren Hals, wo verführerisch ihre Ader pochte und stach sie mit den Zahnspitzen an. Sofort benetzten einige Tropfen seine Zunge und er saugte leicht an der kleinen Öffnung. Ihr Seufzen war zu hören, als er ihr einen Zug nahm, was bei ihm sehr schnell ging. Für die junge Frau fühlte es sich nur wie ein längerer Kuss auf ihrer Haut an.
Tiberius ließ ihren Geschmack auf seiner Zunge zergehen, genoss das wohlige Gefühl, wenn das warme Blut kurz danach durch seinen Körper strömte. Diese geringe Menge löste zwar noch kein Rauschgefühl bei ihm aus, aber es war anregend, wenn sie nun gleich bei ihm saugen würde.
Dazu biss er sich in seine Zunge, küsste Sofia und schob sie ihr zwischen die Lippen. Während ihrem innigen Kuss, versiegte seine Wunde bereits, aber für die Italienerin reichte diese Menge aus, um sich am nächsten Tag besser zu fühlen und um die winzige Wunde am Hals zu heilen.
Sie wollte mehr, als diesen Kuss, aber Tiberius schob sie sanft von sich: „Ich muss gehen. Bis bald. Schlaf gut."
Sex mit Sterblichen gab ihm nichts mehr. Dazu waren sie viel zu zerbrechlich und er müsste sich dabei zu sehr beherrschen, dass es für ihn daher keinen Sinn mehr machte. Schon lange nicht mehr.
Damit verschwand er wieder und mit ihm die Traumbilder.

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