Kapitel 37

Hinter mir steht ein Dämon. In der Hand hält er einen Dolch. Seine Flügel hat er bedrohlich ausgebreite. Ich schaue ihm in die Augen. Darin liegt etwas Brutales und rücksichtsloses.

Brutal und Rücksichtslos. Das ist, was mir bei seinem Anblick durch den Kopf schießt. Ein Moment bleibe ich so stehen, dann will ich mich schnell wieder weg drehen, doch es ist zu spät. Ich muss mit ansehen, wie der Dämon blitzschnell den Dolch zückt und ihn auf mich zu sausen lässt. Ich scheint als würde alles hier in Zeitlupe geschehen. Die Werwölfe und Dämonen bewegen sich in Zeitlupe. Ich höre wieder Jacksons Rufe, doch ich kann mich nicht schnell genug um drehen. Der Dolch bohrt sich durch meine Haut in meinem Bauch. Ich schreie auf. Ein höllischer Schmerz durchzuckt mich. Ich lege die Hände an meinen Bauch und versuche das aus der Wunde rinnende Blut aufzufangen. Werde ich sterben? Auf dem Gesicht des Dämons erstrahlt ein höhnisches Lächeln. Dieses Lächeln lässt mich erschaudern. Es ist so böse. So blutrünstig. Sind etwa alle Dämonen so? Selbst mein vermeidlicher Bruder?

Der Dämon zieht den Dolch blitzschnell wieder aus mir heraus. Meine Hände, die ich darum gelegt habe, beginnen zu bluten, als er den Dolch aus meinen Händen reist. Eigentlich sollte ich jetzt Schmerz verspüren, aber irgendwie fühle ich...nichts. Kein Schmerz. Keine Angst. Ich habe einmal gehört, dass man keinen Schmerz mehr verspürt, wenn man lebensgefährlich verletzt ist.

Der Dämon lacht und schubst mich nach hinten. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich so nah am Wasser stehe, doch so muss es gewesen sein. Denn ich kippe. Ich kippe ganz langsam über die Reling, unfähig mich zu bewegen und dann falle ich. Ich kann gerade noch sehen wie der Dämon in einer Wolke aus Schatten verschwindet.

Dann sehe ich Jackson. Er steht an der Reling und streckt seine Hand nach meinem fallenden Körper aus. Ich versuche mit aller Kraft seine Hand zu ergreifen, doch es geht nicht. Ich presse meine Hand weiter auf die klaffende Wunde und falle weiter. Ich höre erneut wie Jackson meinen Namen ruft, doch ich kann nicht antworten.

Und dann tauche ich in das eiskalte Wasser ein. Ich bin unfähig mich zu bewegen. Kann nicht schwimmen. Mich nicht über Wasser halten. Ich gehe einfach unter. Ich sinke in Zeitlupe immer weiter hinab. Es fühlt sich an als würde ich schon ewig sinken, obwohl es höchstens einige Sekunden dauern kann. Durch die Wasseroberfläche sehe ich den hell leuchtenden Mond. Das Blut strömt weiter aus meiner Wunde heraus und färbt das Wasser langsam rot.

Das Wasser verschluckt mich und plötzlich schlage ich auf dem Grund auf. Ich liege einfach da und bewege mich nicht. Es fällt mir langsam schwer meine Augen offen zu halten. Ich bin so kraftlos. Ich schließe die Augen und horch kurz, ob ich Jacksons Stimme noch hören kann. Doch ich höre nichts! Ich hätte nicht gedacht, dass es so kommt, doch das ist wohl mein Ende.

Kommentare

beta
Feenstaub

Navigation

Sprachen

Social Media