Kapitel 4

Ich war froh, dass mir die Direktorin nicht nach drinnen gefolgt war. Es wäre ziemlich peinlich gewesen. Als hätte ich es nötig, dass man mich an der Hand umher führte und das würde vermutlich keinen allzu guten ersten Eindruck machen!

Hinter der weiß gestrichenen Tür lag, wie mir schien, ein Aufenthaltsraum. Alles schön in Weiß gehalten. Ich kam mir vor wie in einer Klinik...

In den Raum standen viele Sofas und Sessel, die durchaus gemütlich wirkten. Fast an jeder Wand standen große Bücherregal, die vollbepackt waren bis zum Rand. Nur an einer, zerstörte ein Kamin das musterhafte Bild. Über ihm hing zusätzlich ein gigantischer und teuer aussehender Flachbildfernseher, auf dem im Moment etwas wie "The Voice" lief.

Ich bemerkte, dass auf dem Sofa davor ein Mädchen saß, welchen wie gebannt auf den Bildschirm starrte. Gerade regte sie sich höllisch über die Mentor Wahl des Kandidaten auf. Da ich sie nur von hinten sah, konnte ich lediglich feststellen, dass sie schwarze, etwa schulterlange Haare hatte. Um sie nicht zu stören und auch, weil ich keinen Bock hatte mich gleich als "die Neue" preiszugeben, schlich ich mich an ihr vorbei und steuerte auf die Treppe, dem Eingang gegenüber zu. Im Vorbeigehen sah ich noch den Durchgang zu einem weiteren Zimmer, wobei es sich offenbar um die Küche handelte.

Im ersten Stock befanden sich sechs Türen, doch keine von ihnen trug die Nummer 13. Obwohl ich mich gerne noch etwas genauer umgesehen hätte, beschloss ich, mich erst mal meinem eigentlichen Ziel zu widmen und stieg die Treppe weiter hinauf, bis zum zweiten Stock.

Erstaunt stellte ich fest, dass es hier nicht sechs, sondern sieben Zimmer gab. Was ja nur logisch war, da es die 13  sonst nicht geben würde.

Vorsichtig schlich ich auf meine Zimmertür zu. Sie war ebenfalls schneeweiß gestrichen. Zaghaft klopfte ich und biss mir auf die Lippen. Was wenn meine Zimmernachbarin mich nicht mochte? Oder ich sie nicht?

"Herein!" hörte ich es von innen rufen.

Abermals biss ich mir auf die Unterlippe und drückte die Türklinke nach unten. Keinen Herzschlag später, fand ich mich in den Armen eines blauhaarigen Mädchens wieder. Etwas überfordert erwiderte ich die Umarmung, ehe sie mich genauso schnell wieder losließ.

"Hay, ich bin Laeti."  

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