Kapitel 7

Mein Leben war steht's ein Kampf gewesen: Ein Kampf um die Aufmerksamkeit meiner Mutter, die mir immer das Gefühl gegeben hatte, ein Problem zu sein wofür sie einfach keine Lösung gefunden hatte. Nicht das sie mich nicht geliebt hatte. Es war nur eben immer dieser Beigeschmack der mir sagte etwas würde nicht stimmen. Als würde auf ihren Schultern ein großes Geheimnis lasten. Könnte es dies nun sein?


„Alles in Ordnung, Sky?" riss mich Duncans weiche Stimme aus meinen Gedanken.


Erschrocken fuhr ich hoch. Ein Grünes und ein braunes Augenpaar betrachteten mich skeptisch.


„Ja... Ja, mir geht es gut, ich... Ich habe nur kurz nachgedacht," wehrte ich ihre Bedenken mit einem gezwungenen Lachen ab.


Misstrauisch beäugte mich Damon.


„Bist du dir sicher, Skyler? Die Grimasse die du uns gerade zeigst wirkt nämlich wenig überzeugend," bohrte er zweifelnd nach.


Seufzend lies ich die Maske fallen.


„Es ist alles so... Ich versteh das nicht. Was bin ich und warum bin ich, dass was ich bin? Ich dachte ich wäre ein, - nun, sagen wir mal einigermaßen – normaler Mensch. Dann tauchen auf einmal Vampire auf und wollen mich als Abendessen aussaugen. Ich wache auf, mitten in einem Wald, umringt von fremden Männern, die sich in Wölfe verwandeln und deren Hobby es ist Vampire zu zerstückeln und die mir erzählen ich sei ein Hybrid. Wobei ich bis jetzt noch nicht verstehe was das sein soll," machte ich meinem Ärger Luft. Duncan kratzte sich nervös im Nacken.


„Du hast viele Fragen, das können wir verstehen. Aber machen wir alles nach der Reihe. Beginnen wir mit der Frage was du bist: Du bist ein Hybrid, das sind wir uns zu hundert Prozent sicher. Ein Hybrid ist eine Mischung zwischen zwei Rassen. In deinem Fall die Mischung zwischen einem Feuerbändiger und einem Werwolf, wie wir im Allgemeinen Bezeichnet werden," erklärte er ruhig.


„Also verwandle ich mich bei Vollmond in ein Monster? Ich kann mich nicht erinnern, dass das je passiert ist," frug ich skeptisch nach.


„Erstens sind wir nicht wie diese Monster aus den Filmen. Man nennt uns auch Gestaltenwandler oder Wächter. Wir verwandeln uns in Wölfe wann wir wollen oder uns etwas erregt," erläuterte Damon.


„Erregt? Heißt das, wen Pamela Anderson hier vorbeiläuft verwandelt ihr euch alle in hechelnde und sabbernde Wölfe?" scherzte ich und erntete gleich von beiden Männern beleidigte Blicke.


„Treib es nicht zu weit Mädchen," knurrte Damon verärgert mit blitzenden Augen.


„Er ist leicht zu verärgern, Sky. Pass lieber auf," murmelte Duncan besorgt.


„Entschuldige," flüsterte ich. Mit einem Kopfnicken nahmen sie es zur Kenntnis.


„Nein. Ich meinte nicht diese Art von Erregung. Bei Wut oder Trauer kann es zu einer spontanen Verwandlung kommen. Aber das Werden wir dir später alles noch erklären. Kommen wir zu Nummer zwei: Deine Magischen Kräfte wurden mit Hilfe eines Zaubertrankes unterdrückt. Wir vermuten das deine Mutter dir diesen verabreicht hat. Unsere Schamanin Tiara hat die Blockade zum Teil gelöst," fuhr Damon seine Erklärung fort. Perplex starrte ich auf die beiden Männer vor mir.


„Warum hätte sie das tun sollen?" wisperte ich.


Die beiden Männer tauschten einen ratlosen Blick.


„Hat dir deine Mutter je gesagt wer dein Vater ist?" fragte Duncan vorsichtig.


Ich seufzte.


„Meine Mutter ist Schriftstellerin und nicht gerade Monogam. Sie nimmt es mit der Treue nicht so ernst. Sie sagt sie weiß es nicht mehr, es wären zu viele mögliche Erzeuger."


„So geht's natürlich auch," murmelte Duncan


„Was für eine Schnapsidee," brummte Damon.


„Ich habe sie nicht mehr gefragt da sie jedes Mal an die Decke geht, tut mir leid," entschuldigte ich mich. Duncan seufzte müde.


„Du hast nichts falsch gemacht, es ist nur so, dass wir eine Vermutung haben wer dein Vater ist."


„Seit aber nicht enttäuscht, wenn ich zur Hälfte ein Alien bin." witzelte ich. Duncans Mundwinkel verzogen sich zu einem leichten Lächeln doch Damon starrte mich nur verständnislos an.


„Es gibt keine Aliens," stellte Damon mit gerunzelter Stirn klar.


„Und du bist ein Spielverderber. Das war doch nur ein Scherz," murrte ich und verdrehte die Augen. Er nahm alles so verdammt ernst, als wäre das Leben nicht schon schwer genug.


"Skyler das ist kein Scherz. Du bist in Gefahr. Deine Freundin ist Tod und sie ist einen sinnlosen Tod gestorben," knurrte Damon verärgert.


Ich schluckte schwer. Es war schwer an sie zu denken. "Ich... Ich will jetzt nicht an sie denken," wisperte ich mit brüchiger Stimme und schob den Gedanken an ihr und die letzten Stunden mit ihr schnell wieder von mir.


"Nicht an sie zu denken macht es nicht ungeschehen, Sky. Das macht es nur schlimmer," bemerkte Duncan kopfschüttelnd. Langsam füllten sich meine Augen mit Tränen.


"Ich weiß das.... dass es nichts ändert. Sie ist Tod. Ich werde sie nie wiedersehen," schniefte ich und versuchte die Tränen zurückzuhalten. „Ist das nicht schon schwer genug? Ich habe meine... Beste Freundin verloren."


"Es tut uns leid," murmelte Duncan.


"Wir hätten nie gedacht, dass sie das tun würden," bekräftigte Damon. "Ich meine, sie haben uns gesehen im Club und trotzdem haben sie es gewagt. Vor unseren Schnauzen, sozusagen."


"Was habt ihr eigentlich im Club zu suchen gehab?" wollte ich schniefend wissen.


Damon lachte schallend. "Das ist sozusagen ein Insider Club für Monster."


Irritiert blickte ich zu Duncan. "Was soll das bedeuten?"


"Der Club ist bekannt unter den Schatten- und Lichtenwesen," erklärte er.


"Der Club meiner Mutter ist bei euch beliebt? Weshalb?"


Duncan und Damon sahen mich erschrocken an.


"Halt! Der Club deiner Mutter?"


"Ähm, ja. 'Ghost Town' ist der Nachtclub meiner Mutter," stellte ich genervt fest. „Mit zweitklassigen Roman kann man nicht wirklich Leben, wisst ihr."


"Clifford," knurrte Damon. "Jetzt erklärt sich einiges."


"Das wird ihm nicht gefallen."


"Er wird kochen vor Wut."


"Mit Sicherheit. Sie hat ihm seine einzige Tochter vorenthalten. Sein einziges Kind. Seine Erbin."


"Sie war schon immer ein Biest."


"Würdet ihr mir bitte kurz erklären von wem ihr hier spricht?" unterbrach ich den Wortschwall der Jungs. Augenblicklich war es still.


"Willst du es ihr sagen?" Brach Damon die Stille.


"Ich werde es tun müssen, obwohl es nicht meine Aufgabe wäre," seufzte Duncan und wandte sich nervös zu mir. Seine leuchtend braunen Augen trafen auf meine.


"Skyler, wir wissen jetzt wer dein Vater ist."


"Ich versteh nicht...?" kam es verständnislos über meine Lippen.


"Dein Nachname ist Clifford, haben wir das richtig verstanden?"


"Jja." Stotterte ich. "Skyler Aileen Clifford ist mein voller Name."


"Und Charleen Violett Clifford ist deine Mutter."


"Woher...? Ja das ist der Name meiner Mutter," stammelte ich erschrocken und klammerte mich an die Decke.


"Sie hat Angst, Duncan," stellte Damon nüchtern fest.


Damons warme Hand legte sich auf meine. Wie elektrisiert fuhr ich zurück.


"Du brauchst keine Angst haben. Vieles erklärt sich jetzt von selbst."


"Was erklärt sich jetzt von selbst Duncan? Für mich ist das alles nur noch seltsam. Mein ganzes Leben ist eine einzige verdammte Lüge. Also sag mir: was solle mich jetzt beruhigen?" zischte ich verärgert.


"Deine Mutter gehört zu den Lichtenwesen. Sie ist eine Erdbändigerin."


Verständnislos starrte ich zu Duncan. "Aber... aber ich bin doch eine Feuerbändigerin? Wie soll das gehen?"


"Das Element das du bändigst oder beherrscht hängt von dem Element ab in dessen der Mond zum Zeitpunkt deiner Geburt steht. In deinem und Duncans Fall war das Feuer," erklärte Damon ruhig.


"Meine Mutter ist also eine Erdbändigerin. Das erklärt aber noch nicht warum ihr sie kennt."


"Der Name Clifford ist sehr bekannt in unserer Welt," warf Damon ein.


"Die Familie Clifford steht in der Dynastie der Elemente sehr hoch. Sie sind sowas wie Adelige," fuhr Duncan die Erklärung weiter.


"Adelige? Das klingt nicht sonderlich gut," stellte ich geplättet fest. Mein Kopf schwirrte von den ganzen neuen Erkenntnissen.


"Man kann auch nicht behaupten das die Elite ‚gut' ist. Grausam würde sie eher beschreiben," erwiderte Damon zweifelnd.


"Was ist die Elite?" Fragte ich verwirrt.


"Sie sind die höchste Instanz, die Anführer der Elemente. Die Elite ist dafür zuständig, dass sich alle an die Gesetzte und Regeln halten. Sollte das nicht der Fall sein, ist es ihre Aufgabe die Personen zu bestrafen. Die Cliffords sind eine der Familien die in den höchsten Reihen der Elite zu finden sind, im sogenannten 'Inneren Kreis'," erklärte Duncan ruhig.


"Das klingt wie eine Sekte für mich," sprudelte es aus mir heraus. Ein breites Grinsen entstand auf Damons Gesicht. "Es klingt nicht nur so kleine, diese Leute sind herzlos. Es gibt da eine Regel, die verbietet Elementen sich in andere magische Wesen zu verlieben damit das Blut der Elemente rein bleibt. Das heißt Mischlingswesen die aus diesen verbotenen Beziehungen hervorgehen, Hybriden so wie du und Duncan, sind nicht gern gesehen bei der Elite. Sie werden gejagt und vernichtet."


"Das heißt meine Mutter wurde verstoßen als sie erfuhren, dass sie schwanger war. Habe ich das richtig verstanden?" fügte ich hinzu.


"Wir wissen es nicht. Sie ist vor zweiundzwanzig Jahren spurlos verschwunden. Wir dachten sie wäre tot. War eine schwere Zeit."


Ich schüttelte betreten den Kopf. "Wir sind erst vor zehn Jahren wieder hierhergezogen. Sie ist mit mir andauernd umgezogen, von einer Stadt zur nächsten. Ich dachte immer dieses rastlose gehöre einfach zu ihrer Natur, aber sie tat es um mich zu schützen. Sie hatte Angst vor dieser Elite."


Duncan nickte. "Das wird der Grund gewesen sein. Deine Mutter ist eine Heilerin also war es für sie ein leichtes den Trank zu brauen der deine Macht und wahrscheinlich auch ihre unterdrückte."


"So habt ihr Jahrelang unbemerkt leben können. Eine schlaue Lösung, muss ich sagen. Allerdings auch ein wenig unbedacht," bemerkte Damon nachdenklich.


"Sie wollte mich schützen, Damon. Von Mutterliebe wirst du nie etwas verstehen," erwiderte ich ungehalten. "Was hätte sie den tun sollen? Sie war sechzehn! Ein halbes Kind."


"Das Rudel hätte sie und dich beschützt, Sky. Sie wäre nicht alleine gewesen. Niemals hätten wir zugelassen das ihr oder dir etwas passiert," antwortete Damon ruhig.


"Warum bist du dir da so sicher Damon? Ich bin ein Mischling. Ein Hybrid. Ich bin nur zur Hälfte ein Teil dieses Rudels, oder habe ich das fasch verstanden?" konterte ich schneidend.


"Du bist seit deiner Geburt ein Teil dieses Rudels, Skyler. Du trägst Wolfsblut in dir. Das Blut eines Alphas," erklärte Duncan nachdrücklich.


Mit offenem Mund saß ich vor den beiden Männern. "Eines Alphas? Bedeutet, dass das was ich vermute?" Ich schluckte schwer.


"Du bist die Tochter des Alphawolfs, Skyler. Des Wolfkönigs," bestätigte Duncan meine Gedanken.




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