Ich schaue das Foto an, das vor Kurzem von uns wurde gemacht und Gefühle und Gedanken, die ich nicht einordnen kann, überkommen mich mit Macht

 Irgendwie bin ich berührt und traurig zugleich, weil ich weiss, dass alles nicht mehr so ist wie es einst war, als du noch gesund warst ganz und gar.

 Du lächelst so liebevoll in die Kamera hinein und ich weiss nicht was kann es sein, dass mich bewegt auf einmal so sehr, dass mich bekümmert werden lässt immer mehr.

 

Ich sehe eine Verbundenheit in diesem Bild, die ich früher selten spürte, als du noch gesund warst, beschäftigt mit dir selbst gar oft, damals hätte ich schon auf mehr Zuneigung gehofft. 

Ich hätte mir gewünscht, dass wir enger verbunden gewesen wären, so wie es auf dem Bild so schön zum Ausdruck kommt, doch irgendwie haben sich unsere Wege immer wieder auf irgendeine Weise getrennt, man so vieles noch blieb unbenennt.

 

Die Zeit einfach viel zu schnell vergeht und man so viel noch nicht versteht. Nun bist du krank (Alzheimer), man weiss nicht was noch weiter wird werden, bis du schliesslich wirst sterben.

 

Ich fürchte mich davor, dass du alles vergisst, dass du mich immer weniger vermisst.

 

Wer weiss wie oft solche Momente wie dieser noch werden kommen, bis die Krankheit dich hat ganz übernommen und du immer weniger Erinnerungen an schöne Zeiten in dir bewahren kannst, das macht mir wirklich ziemliche Angst.

 

So oft habe ich gedacht, dass du mir ja nicht so wichtig bist, ich habe dich dadurch oft wenig vermisst. Doch jetzt da ich dieses Bild anschaue, mir Gedanken über die Vergänglichkeit mache, beginnt mich zu quälen manche Sachen.

 

Ich war oft hart zu dir, konnte dir oft nicht vergeben, konnte soviel dir nicht sagen, in früheren Tagen. War verbittert oft, voller Groll und Schmerz, hab verschlossen für dich auch mein Herz.

Doch nun da ich diese Bild betrachte, merke ich dass du mir doch mehr bedeutest, als ich es oft wusste, dass ich eigentlich darum war so verletzt und wütend oft, ich habe irgendwie auf Besserung gehofft.

 

Habe gehofft, dass wir enger zusammenrücken könnten, mehr den Zusammenhalt in der Familie spüren, doch wird meine Sehnsucht je zu einem Ende finden, werden wir all die Distanz überwinden? Werde ich dich jemals so spüren, wie eine Mutter, die in allem zu mir steht, die Zeit mit dir zu schnell vergeht.

 

Was macht man aus dieser Zeit die einem noch bleibt, die zerrinnt vielleicht so schnell, dass man kaum kann sein bereit. Was mache ich aus dieser Zeit, was kann ich tun, dass meine Seele wird ruhn? Dass ich kann allen Schmerz vergessen, mich ganz dir widmen, wie ich es doch sollte tun und es meine Aufgabe wäre, ich meine innere Unruhe aufkläre. Die mich bewegt wenn ich dieses Foto sehe, in mich gehe, das und jenes besser verstehe.

 

Doch vieles an Zeit ist nicht mehr einzuholen, das man getrennt voneinader war, aussen wie innen, so viel lässt man manchmal an Momenten verrinnen. Momente wie jener den man auf diesem Foto sieht und der vor Augen führt, wie sehr man sich doch eigentlich liebt.

 

Mutter ich hoffe, wir können unsere Zeit noch sinnvoll nutzen und ich kann dir geben was du noch brauchst, was dich freut, denn ich weiss, dass es mich sonst sehr reut.

 

 

Kommentare

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    Ein sehr berührendes Gedicht. Ich hoffe, dass du noch viel Zeit mit deiner Mutter hast. Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber das Hier und Jetzt bewusst lesen.

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    Liebe Umarmung für dich, Xandra - und ich hoffe, ihr habt noch die Zeit, die ihr braucht!

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    das geht wirklich tief, sehr rührend!

  • Author Portrait

    sehr traurig und sehr berührend. Ich wünsche euch beiden das Beste!

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Feenstaub

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