Maskenmann

"Halt sofort den Mund!", Shanora hatte ihre Hände zu Fäusten geballt, "Wenn du keinen Vorschlag für mich hast wie ich ihn befreien kann, dann halt sofort den Mund! Außerdem werdet ihr euch jetzt ein für alle mal seinen Namen merken! Sein Name war Hannibal Cash und er hat sich für uns alle geopfert!"
Treplew schnippte mit seinen Fingern vor Shanoras Gesicht herum: "So gut wie du tust war der Junge nicht! Er hat es für dich getan, nur für dich. Er dachte seine lächerlichen Gefühle, die er für dich hegte, wären genug um dafür zur Hölle zu fahren. Und dabei reden wir nicht von einem Ausflug in den Limbus, sondern von Purgatorium, wo sie gerade in dieser Sekunde seine Seele in Fetzen reißen."
Shanora holte aus und verpasste Treplew eine schnalzende Ohrfeige: "Egal wie viele Engel ihre Kräfte in dich pumpen und wie nett du dich für Allister geopfert hat. Du bist und bleibst ein widerliches Arschloch."
Dann zog sie Finn am Arm mit sich zu Church: "Los, lass uns gehen, bring uns nur weg von diesem Ungeheuer!" 
Treplew wirbelte herum: "Nach allem was du gesehen hast nennst du mich ein Ungeheuer?"
Shanora aber würdigte ihn keines Blickes mehr und Church berührte sie und Finn an der Schulter. Eine Sekunde später standen sie vor Illutia.
"Was ist hier passiert?", Shanora schlug die Hände vor dem Gesicht zusammen. Der gepflasterte Weg zum Eingang war in  Blut getränkt.
"Treplew hatte recht, wir sind zu spät!", Chruch deutete auf den Haupteingang, "Los, ihr beide sucht nach Vanessa, sie ist verletzt, sollte aber am Leben sein. Ich suche nach Sassy, sie müsste im Nebengebäude sein.
Finn nickte: "Gut, wir treffen und dann am Springbrunnen, wenn wir sie haben!"
Chruch eilte zum südlichen Nebengebäude, während die anderen beiden sich auf den Weg zum Haupteingang machten.
Shanora und Finn stolperten durch das Blutbad, welches sich von Tempeleingang bis hinein erstreckte.
"Was sind das für Wesen?", Shanora trat über den abgetrennten Stierkopf hinweg.
"Tiermenschen aus Windun, eigentlich ein friedliches Volk, eine verfolgte Minderheit!", Finn konnte sich auch keinen Reim darauf machen, "Sie waren nie in einen Krieg verwickelt!"
Shanora schritt über weitere Tiermenschen hinweg: "Das hat sich jetzt wohl geändert."
Eine wenig weiter hinten fanden sie Vanessa, sie hing an der Wand, durchbohrt von einem Speer. Sie trug nur noch ihre Unterwäsche, Blut tropfte aus ihrem Mund, aber sie lebte.
"Was ist passiert?", schnell befreite Finn sie aus dieser Situation und drückte die Hand auf die Wunde am Bauch.
"Dieser Verrückte...", brachte Vanessa hervor, "Ein Angriff..."
Shanora schubste ihn beiseite: "Lass mich mal sehen!" 
Nach einem kurzen Check war sie beruhigt: "Er hat sie bloß durchstochen, keine wichtigen Organe verletzt!"
Vanessa keuchte: "Nur durchstoßen... Lass dich mal von einem Irren durchbohren!"
Finn sah sich im Tempel um: "Wer genau hat dir das angetan?"

2 Stunden zuvor:
„Ich geh mal raus, du dumme Pute!", genervt verließ Vanessa den Tempel, der Moralapostel Sassy war nicht mehr erträglich gewesen.
"Ja verschwinde nur!", brüllte diese ihr nach, "Geht ja bloß um DEINEN Neffen, blöde Schlampe!" 
Vanessa rannte durch den Wald bis in die Stadt zurück, um dort zu sehen wie weit Kyra und die Jäger mit dem Wiederaufbau vorangekommen waren.
"Hey Vans!", begrüßte Kyra sie, "Schön das du vorbeikommst! Bist du hier um die neue Siedlung zu besichtigen?"
Vanessa lachte, sie war wieder hier, weil sie Sassy nicht mehr ertragen hatte. "Okay, du und die trockene Bluttrinkerin hattet wieder einen kleinen Streit?", Kyra schien zu verstehen worum es ging.
"Kyra, der Typ, in den ich mich verliebt habe war ein mordender Engel. Der nächste, den ich wollte hat mich als Sassyersatz missbraucht und ist mittlerweile schwul. Jetzt hat meine Schwester mit unserem gestörten Lieblingsdämon ein Kind gezeugt welches aktuell verschwunden und wahrscheinlich tot ist. Und ich sitze hier mit dem schwarzbraunhaarigen Miststück und ihrem Liebhaber, dem neuen Halbbruder, der nur Saphira mag, fest.", Vanessa rümpfte die Nase und deutete auf die hölzernen Häuser, welche die Jäger für die Bevölkerung von Zöne erbauten.
"Willst du dir eines von innen ansehen? Sicher nicht das beste Haus, aber besser als der Kanal in dem Alpha die Menschen untergebracht hatte!", Kyra deutete ihr sich ins Haus zu begeben.
"Ach was, es waren Tunnel!", rief Alpha im Vorbeigehen, "Ich und die anderen Jäger machen uns auf den Weg zur Laborruine!"
Kyra lachte: "Tunnel, unter der Erde, so wie ein Kanal! Gut bis später, Alpha!"
Vanessa zog die Braue hoch: "Wer liebt den Kerl eigentlich nicht?"
Kyra zuckte mit den Schultern: "Er sieht fabelhaft aus, kümmert sich um alles... Er und deine Lieblingscousine streiten bloß noch... Das hält nicht mehr lange, sie verliert ständig die Nerven!"
Vanessa grinste: "Ja mir ist auch aufgefallen, das sie kaum noch schläft und nur noch umherwandert. Ihr Arm zittert komisch und sie wirkt angespannt!"
Kyra winkte ab: "Lass uns jetzt nicht über dieses Frauenzimmer reden! Siehst du dir das Haus an? Ich muss noch etwas in die Baupläne eintragen!"
Vanessa nickte und betrat das kleine Holzhaus, während Kyra verweilte.
Sie wollte gerade nach den Bauplänen sehen, als sie merkte, dass jemand hinter ihr stand.
"Vanessa, eine Führung wird nicht...", sie drehte dich um erschrak. Es war nicht Vanessa, sondern ein Mann. Schwarzer Mantel, Stiefel und eine seltsame Maske, weiß mit den Umrissen eines Fuchskopfes darauf.
"Wer bist du und warum trägst du diese Maske?", Kyra erhob sofort ihre Waffe.
"Ist die mit Silber geladen?", der maskierte Mann in dem schwarzen Umhang deutete auf Kyras Revolver.
"Ich wüsste nicht, was dich das angeht!", knurrte sie bissig. Nun war sie verwirrt, die Maske hatte keine Löcher durch die man sehen konnte. Er nahm die Maske ab, Kyras Blick wurde trüb, als sie ihn ansah.
Sie ließ die Waffe sinken, verlor die Kontrolle über ihren Körper, wie hypnotisiert starrte sie ihn an.
"Schon besser!", stellte der Mann fest, "jetzt geh nach Illutia und verpasse dem Miststück mit dem Braunschwarzen Haar eine Kugel in die Schulter! Aber lass ihr Gesicht unversehrt, keiner sollte auf sein Gesicht verzichten müssen!"
Kyra nickte mechanisch und machte sich auf den Weg nach Illutia.
"Kyra?", Vanessa kam durch die Türe des Hauses, "toll die Innenausstattung, alles was man braucht... Kyra?"
Verwundert sah sie sich um. "Oh, wenn ihr den Rotschopf sucht, sie wurde zu einer dringenden Aufgabe gerufen...", an der hölzernen Hauswand lehnte ein Mann. Er trug einen langen schwarzen Mantel und eine eigenartige Maske.
"Ein Fuchs?", Vanessa lächelte verschmilzt, der offene Mantel und das enge schwarze Shirt darunter verrieten, dass er einen sehr schönen Körper hatte. Er lehnte sich leicht nach vorne, deutete ihr näher zu kommen.
Vanessa beugte sich vor, er kam ihr so nahe das sie seinen Duft einatmen konnte. Pfefferminze, er roch nach Pfefferminz.
"Wäre dir ein Kätzchen auf der Maske lieber gewesen?", flüsterte er ihr ins Ohr. Seine Stimme war so rau und tief, charismatisch und einnehmend.
Vanessa sog seinen Duft förmlich ein: "Was immer du möchtest!"

Vanessa schluchzte auf und begann zu weinen: "Ich weiß auch nicht was in mich gefahren ist Finn! Er war so schön, seine Stimme, sein Geruch..."
Shanora runzelte die Stirn und hörte auf ihren Rücken zu streichen: "Ich dachte er trug eine Maske? Was für eine Maske war das eigentlich?"
Vanessa sah verweint zu ihr rüber: "Ein Fuchs, es war ein Fuchs auf der Maske!"
Shanora sprang auf und wurde kreidebleich: "Das war er Finn! Das war der Typ in meinem Zimmer in Katzus!"
Vanessa starrte sie völlig empört an: "Du hattest etwas mit ihm?"
Finn starrte nun völlig schockiert zwischen den beiden hin und her: "Shanora ist viel zu jung für so einen Schweinkram! Und du, Mensch Vanessa! Warum bist du nur so ein Flittchen! Aber okay, du hast also sein Gesicht gesehen! Was war hinter der Maske?" 
Shanora verpasste Finn einen Schlag in die Rippen: "Ich bin alt genug für alles, was ich für richtig halte, allerdings war meine Erfahrung mit dem Maskenmann gruselig und nicht von erotischer Natur, falls du das wissen wolltest!"
Dann wendete sie sich Vanessa zu: "Los, sag schon was sich hinter der Maske verbirgt! Hast du ihn gesehen?"
Vanessa seufzte tief: "Habe ich nicht, wir kamen hier rein, dann hat er mir die Augen verbunden. Ich hielt es für ein Spiel, aber er zog mich bloß aus, um mich an die Wand zu pinnen! Dann zog er mir die Augenbinde herunter, flüsterte mir das Wort Diluculum ins Ohr und diese Biester stürmten rein!"
Finn verdrehte die Augen: "Tiermenschen, Tiermenschen ist politisch korrekt, nicht Biester! Und was ist dann geschehen? Wer war das? Wer hat all die Tiermenschen abgeschlachtet?"
Vanessa kaute auf ihrer Lippe herum: "Du wirst es mir nicht glauben!"
Shanora kniff die Augen zusammen und musterte Vanessa eingehend: "Warum sollten wir dir nicht glauben? Du hast ja gesehen, was los war!"
"Es war Sassy!", rief Vanessa aus und raufte sich die Haare."Sassy soll das getan haben?", fragte Finn ungläubig.
"Sie war wie ein wildes Tier! Ich konnte sie hören.", Vanessa schlang die Hände um ihre Beine, Shanora hängte ihr ihre Jacke um.
"Sassy ist kein Vampir mehr, warum sollte sie das getan haben?", wollte Finn wissen.
"Allister und Allison ist es gelungen den Blutvirus zu unterdrücken. Aber durch einen Rückfall würde sie wieder werden wie sie war!", Church war hinter ihnen aufgetaucht. Vanessa schrie auf vor Schreck und auch Shanora erschrak fürchterlich.
"Hör endlich auf so ein Creep zu sein!", fuhr Finn ihn an.
"Um so ein Massaker anzurichten, muss sie allerdings mächtiges Blut getrunken haben.", Church sah sich um, "Und sie ist verändert, will aber nur mit dir reden Finn!"

1 Stunde zuvor:
"Trink sein Blut!", Treplew hielt Deseis immer noch wie einen Hund am Genick fest.
Sassy sträubte sich: "Nein, er hat viel zu viel Blut verloren. Ich werde niemanden töten, um selbst zu überleben!"
Treplew packte Deseis lange schwarze Haare und zog seinen Kopf zurück, sodass Sassy dessen Gesicht sehen konnte.
"Du würdest keinen unschuldigen töten.", verkündete Treplew, "Er sollte schon tot sein! Und hat gerade Hunderte getötet" 
Sassy sah dem ihr fremden Mann in die schwarzen Augen, sie spürte, wie sie weiter Blut verlor.
"Wie heißt du?", flüsterte sie ihm zu.
"Du kannst mich ruhig töten, ich sollte, wie erwähnt, bereits tot sein!", seine Stimme klang emotionslos und kalt.
"Dein Name?", Sassy fixierte ihn.
"Na los, töte ihn endlich!", schrie Treplew sie an.
Sassy sprang mit letzter Kraft auf und ging auf Treplew los, zog ein Messer und schnitt ihm in den Unterarm.
"Was...", Treplew riss die Braue hoch, als Sassy ihm in den aufgeschnittenen Arm biss.
Er ließ den Nacken des Mannes los und stolperte zurück, dann schleuderte er Sassy von sich.
"Was ist nur los mit dir?", Treplew starrte auf seinen Arm der wieder verheilte. Sassy wischte sich den Rest des Blutes von den Lippen: "Ich werde doch niemanden töten den du mir lieferst Treplew, egal ob du jetzt nicht mehr wie ein Monster aussiehst!"
Treplew lachte: "Du hast das Blut eines Erzengels getrunken, du Narr!" 
Sassy merkte wie ihre Eckzähne sich veränderten: "Besser als das eines möglichen Unschuldigen!" 
Treplew verschwand plötzlich und Sassy brach zitternd zusammen, sie spürte, wie das getrunkene Blut durch ihren Organismus schoss, der Durst kehrte nach all den Jahren zurück.
Deseis schleifte sich zu ihr und raffte sich auf: "Deine Wunde..."
Sassy zog ihr Shirt hoch, sie hatte drei Schusswunden im Bauch und der Schulter. "Silberkugeln, der Typ ist ein Profi!", presste sie schmerzerfüllt hervor.
"Das wird jetzt weh tun, aber ich muss die Kugeln entfernen!", Deseis begann mit den Fingern in der Einschusswunde zu wühlen.
Sassy schrie auf vor Schmerz und krallte sich an seine Schulter.
"Du musst still halten, eine noch.", sagte er ruhig.
Sassy atmete schwer, bis der Schmerz plötzlich nachließ.
"Du hast es geschafft!", flüsterte er und hob mit seinen Händen ihr Kinn, sodass sie ihm in die schwarzen Augen schaute.
"Wer bist du?", flüsterte sie, ihre Sicht war leicht verschwommen.
"Das ist nicht von Bedeutung, vergiss unsere Begegnung! Du musst jetzt essen! Geh ins Hauptgebäude, der Angriff der Tiermenschen - du kannst sie jetzt aufhalten!", er gab ihr einen Kuss auf die Wange.
Plötzlich war sie alleine und raffte sich hoch, war sich nicht sicher, ob er überhaupt existiert hatte.
Dann wankte sie wie ferngesteuert aus dem Südturm, hinunter zum Haupteingang des Tempels.
Es kam ihr ein Stiermensch und ein halbes Reptil entgegen, sie rannte auf sie zu und riss Ihnen die Köpfe ab. Mit bloßen Händen, dann trank sie von ihrem Blut. Dasselbe geschah mit den anderen 27 Tiermenschen, die sich noch im Tempel befanden. Ihre Sinne schärften sich unnatürlich, aber ihre Sicht war immer noch verschwommen.
"Was hast du getan? Was ist mit dir passiert?", hörte sie eine Stimme rufen. Es war zu hell und zu viel, zu viele Gerüche und Eindrücke. Sie floh aus dem Tempel und rannte ins Nordgebäude, die Stiegen hinab in die Krypta.

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