Wieder einmal bin ich betäubt. Wir wollen alle nur das eine: Vergessen, was uns belastet und in einen Kreis aus Traurigkeit und Wut fallen lässt. Und wenn das Delirium endet, fühlen wir genau das, was wir in der Nacht vergessen wollten. Die Gefühle sind irgendwo vergraben. Man steht neben sich. Man ist ein Schatten von sich selbst, gezeichnet von tiefsten Gefühlen. Rauschgefühle. Gefühle, die dich offen wirken lassen, selbstbewusst wirken lassen und lieben lassen. Wieso sind wir Menschen so? Was macht es nur aus uns? Menschen, die wir nicht sein wollen? Oder eher Menschen, die wir gerne wären, aber nicht sein können? Diese Frage beschäftigt mich. Ich frage mich, wieso ich es so sehr brauche. Diesen nächtlichen Rausch, der mir irgendwo Halt und Zuversicht auf gute Zeiten gibt. Er lässt mich so vieles vergessen und trotzdem ist da immer dieses Gefühl. Dieses leichte Gefühl der Ohnmacht, dass zuerst schleichend kommt und plötzlich einfach da ist. Ich möchte diesen Text löschen und ich will ihn behalten. Ihn aufsaugen und bei mir haben. Alles ist irgendwie auf eine unerklärliche Weise ein Teil von mir und doch bin es nicht ich. Ich stehe neben mir, erkenne mich meistens nicht mehr. Ich werde beeinflusst und beeinflusse. Ich fließe in diese Gefühlsmischung und lass mich irgendwo hintreiben und kenne doch kein Ziel. Ich weiß nicht, wohin mich das alles hier führt. Was es mir bringt und ob es mich vollkommen glücklich macht. Ich wäre gerne wo anders. Irgendwo wo ich das Leben spüre und nicht neben mir stehen muss, um ganz bei mir zu sein. Das ist die Paradoxie in dieser kläglichen Situation. Ich will manches und vieles. Meine Finger sausen über die Tastatur, als hätten sie irgendein Ziel anvisiert  und doch bin ich total und absolut hilflos und ohne Plan. Ich will nur einen einzigen klaren Gedanken fassen und doch überrennen sich meine Gedanken und ich kann sie nicht mehr steuern. Sie kommen einfach und verankern sich irgendwo in meinem Kopf. Da ist so vieles, das ich dort behalten möchte. Und doch so vieles, dass ich in die weite Welt hinausschreien will. Doch was ist die weite Welt? Ich kenne mich nicht aus und denke doch, ich weiß so vieles. Ich bin eine erwachsene Frau und doch ein Kind, welches alleine nichts in die Wege leiten will. Ich brauche einen Plan, der mich leitet und doch möchte ich so frei wie der Wind sein, der sich dort aufbraust, wo er möchte. Ich will nicht so sein, wie ich bin und doch mag ich mich. Ich will nicht von gewissen Dingen abhängig sein und doch geben sie mir einen Halt, einen sicheren Anker, der mich auf den Boden der Tatsachen zurückwirft. Nur was sind Tatsachen? Fakten, die jeder meint zu kennen? Wieso bin ich noch wach und schlafe nicht? Wieso kann ich hier so viele Fragen stellen, aber weiß nicht auf eine einzige eine  Antwort? Ich bin im Rausch. Ich sehe Farben, ich sehe Melodien, ich sehe Menschen, Momente und sehe mich irgendwo zwischen all diesen Aspekten und ich weiß nicht, wo ich hingehöre und wer ich bin. Ich will schlafen und ich will leben- und gleichzeitig meine Gedanken, die mich wie eine Flut überströmen loswerden. Ich weiß nicht, wer ich bin.


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