Verführt

Neben dem Eingang stehend, wartete das dunkelhaarige Mädchen auf den Mann der sich fahrig die Schuhe und anschließend die Hose auszog, ebenfalls seine Sachen zusammen raffte und etwas steifbeinig zu ihr kam. Sie bedeutete mit einer Geste voran zu gehen und folgte ihm, als er in der Finsternis ihres Verstecks verschwunden war. Achtlos schmiss sie ihre Sachen Richtung Fußende der dünnen, auf dem Boden ausgebreiteten Decken und drehte sich auf allen Vieren in die Richtung, aus der sie Shanes Atem hörte. Sie taste in über den Boden, erwischte sein Knie und setzte sich selbst auf den Schoß des halbnackten Mannes, der sich, scheinbar unschlüssig wie er sich verhalten sollte, sitzend gegen die erdige Wand lehnte. Sie legte die Arme um seine Schultern, wie sie es heute, vor einer gefühlten Ewigkeit, schon einmal getan hatte. Die Position kam ihr merkwürdig vertraut und normal vor.

Die Finger über seine Nackenwirbel streichend, zog sie sich näher an ich heran, und strich mit der Nasenspitze über seinen Hals und der stoppeligen Wange vorbei zu seinem Ohrläppchen.

„Zieh mich aus, Shane", hauchte Corey und spürte so gleich seine großen Hände an ihrer Taille. Vorsichtig zog er ihr das nasse Bustier über den Kopf. Er ließ es fallen und sofort fanden seine starken Finger zurück zu der zarten Haut ihrer Brüste und seine Lippen zu ihrem Hals. Sie vergrub die Hände in seinem wuscheligen Haar, drückte den Rücken durch und lehnte sich leicht nach hinten. Er legte seine Hand auf ihren unteren Rücken fuhr ihre Wirbelsäule hoch. Genießerisch summte sie wie eine schnurrende Katze, während Shane den Kopf zwischen ihren Brüsten vergrub.

Er sog mit den Lippen an ihrem Nippel, umkreiste ihn mit der Zunge und knetete ihre Brust. Corey merkte kaum wie ihre Hüften wie selbst begonnen hatten zu kreisen und an ihm zu reiben. Sie stöhnte leise und grub die Fingernägel in die Muskeln seines Rückens.

Shane hob den Kopf, packte sie fest mit beiden Händen an der Hüfte und hob sie von sich runter. Mit dem eigenen Körper drückte er sie auf den Rücken und machte sich erneut über sie her. Doch statt an ihrem Busen zu verharren, spürte sie seine Lippen über ihre Rippen zu ihrem Bauchnabel wandern und weiter abwärts. Er schob ihre knappe Unterhose nur millimeterweise nach unten und begleitete jeden Fortschritt mit sanften Küssen. Corey hob etwas den Hintern an, um ihm die Entfernung des lästigen Hindernisses zu erleichtern. Nachdem er den Stoff über ihre Beine gestreift hatte, griff er nach ihrem Oberschenkel und legte sich das Bein über die Schulter. Er vergrub das Gesicht in der zarten Haut und rieb es begleitet von mehr Küssen und dem sanften Einsatz seiner Zähne, bis hin zum Zentrum ihrer feuchten Lust.

Corey konnte ein heiseres Aufstöhnen nicht unterdrücken, als sie seine Zunge an ihrer Vulva spürte. Sie drang durch die weiche Scham und stieß gegen ihre Klitoris. Hektisch atmend griff sie nach seinem Haar und bog den Rücken ins Hohlkreuz, als er nur mit seiner Zunge eine harte Welle der Ekstase durch ihren zitternden Leib sandte. Als sie glaubte jeden Augenblick explodieren zu müssen, ließ er von ihr ab und sie keuchte enttäuscht. Sein leises Lachen drang durch Dunkelheit. Corey badete sich in diesem Geräusch. Endlich war der Mann auf ihrer Stufe angekommen und wollte ihr nicht den ganzen Spaß alleine überlassen. Sie wusste, dass sie so einen Moment niemals mit Sharps erleben würde, dessen Lippen sie maximal beim heftigen Atem, kurz bevor er kam, auf ihrem Rücken gespürt hatte.

Als Shanes fester Körper wieder über ihre Haut glitt, griff sie nach seiner Hüfte und zerrte an seiner Unterhose, der letzten Barriere zwischen ihren erhitzten Leibern. Er zog sie sich aus und drängte sich zwischen ihre Schenkel. Sich auf den Knien haltend, packte er ihr Becken und zog sie mit einem kräftigen Ruck an sich ran. Sie japste erschrocken, doch beruhigte sich sofort, als er nach ihrem Oberschenkel griff und zu sich zog. Erleichtert schlang sie beide Beine um seine Mitte.

Corey hatte erwartet, und gefürchtet, wenn sie ihm das Ruder überließ, würde er sie auf Bauch werfen und von hinten nehmen. Wie sie es gewohnt war. Carolins Gesicht blitzte in der Schwärze vor ihr auf. „Hab gehört, du wirst nur in aller Heimlichkeit und von hinten gefickt." Die bittere Wahrheit ihrer Worte hallten in Coreys Kopf nach und sie verspürte eine innere Gerechtigkeit darüber, diese Stimme nie wieder erklingen würde. Sharps hatte sie immer wie ein Ding behandelt, wenn er mit ihr geschlafen hatte. Wobei das kaum der richte Ausdruck sein konnte, für das was er tatsächlich mit ihr gemacht hatte. Corey wünschte sich plötzlich das Tageslicht zurück. Sie wollte Shane sehen und sie wollte, dass er sie sah. Doch vor allem wollte sie sich in seinem Blick sonnen, wie sie es in dem engen Hohlraum des Baumes getan hatte. Auch Sharps hatte sein Verlangen nach ihr deutlich zum Ausdruck gebracht, doch aus irgendeinem Grund konnte er ihr nicht ins Gesicht sehen, wenn er es mit ihr trieb und bevorzugte dunkle und abgelegene Orte, wo sie garantiert niemand erwischte.

Bevor die aufkommenden Selbstzweifel sie ganz aus der Bahn werfen konnten, spürte sie Shanes Gesicht an ihrem Hals. Sein warmer Atem und der etwas kratzige Bart strichen über ihre Haut.

„Alles in Ordnung?", fragte Shane sachte. Seine Lippen berührten leicht ihr Ohr beim Sprechen und seine Hand strich liebevoll über ihre Wange.

Corey schluckte, doch statt etwas zu sagen, drehte sie den Kopf etwas von ihm weg und zog seinen großen Körper näher an sich ran. Sie verstärkte die Klammer ihrer Beine um seine Hüfte, bis sie die heiße Haut seines Penis spürte. Quälend langsam ließ Shane ihn zwischen ihren feuchten Labien hindurch streichen. Wallende Hitze breitete sich von der Berührung aus durch Coreys ganzen Körper aus und verdrängte auch den letzten düsteren Gedanken aus ihrem Kopf. Alle ihre Sinne richteten sich auf den Mann zwischen ihren Beinen aus, der mit ihr spielte und den Moment hinauszögerte.

Sie schob die Hände an seinen Seiten entlang auf seinen festen Po und übte einen leichten Druck aus. Shane verstand und drang endlich in sie ein. Corey hielt die Luft an und zuckte etwas zusammen, als der bekannte, leicht stechende Schmerz durch ihr Innerstes fuhr. Shane erstarrte sofort, als wolle er ihr nicht wehtun, doch sie drückte seinen Hintern wieder sanft zu sich. Vorsichtiger stieß ihr sanft zu und zog sich wieder zurück, bis sie ihn ganz in sich aufgenommen hatte, ohne dass die verkrampften Muskelkontraktionen ihm noch leichten Widerstand leisteten.

Dann stieß er härter zu und Corey keuchte erstickt. Mit flatternden Lidern warf sie den Kopf in den Nacken und wölbte sich ihm ein Hohlkreuz bildend entgegen. Er ließ den Kopf zwischen ihre Brüste sinken und küsste sich den kurzen Weg hinauf bis zur harten Spitze. Ohne den Rhythmus seiner Hüften aus dem Konzept zu bringen, schlossen sich seine weichen Lippen um ihren Nippel und zogen und saugten leicht an ihm, während er sich mit der anderen Hand neben ihr abstützte. Überwältigt stieß das Mädchen stöhnend die Luft aus und wand sich in Wonne. Als er den Mund von ihrer Brust löste, stellte sie zufrieden fest, dass auch sein Atem immer schwerer ging.

Sie hob ihre Hüfte etwas, stemmte sich gegen seinen harten Leib und rollte ihn auf den Rücken. Shane ließ es sich gefallen und leistete keinen Widerstand. Seine Finger gruben sich in ihre Schenkel, während sie ihn, die Hüfte in kleinen Kreisen bewegend, ritt. Sie warf den Kopf in den Nacken, stützte sich mit den Händen auf seinen muskulösen Oberschenkeln ab und erhöhte zunehmend das Tempo. Sie hatte die Stelle gefunden, die, wenn so penetriert, abwechselnd heiße Wellen durch ihren Körper jagte und wohlige Schauer über ihren Rücken rieseln ließ.

Nach den auslaugenden Stunden des anhaltenden Stress, durch Angst, den Nervenkitzel der Jagd, die Befriedigung des eintretenden Todes, gepaart mit der Anspannung des Abwartens und Versteckens sowie der sich steigernden gegenseitigen körperlichen Anziehung, Erregung und immer mühsamer zu beherrschender Kontrolle, brauchten beide nicht lange, um sich ganz ineinander zu verlieren und jeden Rest Zurückhaltung von vollständig loszulassen.

Corey unterdrückte einen leisen Schrei und biss sich auf die Faust, als ihre Lust den Höhepunkt erreichte und heftig erschütterte. Ihre Bewegungen erlahmten allmählich und auch der Druck von Shanes Händen auf ihren Schenkeln war verschwunden. Schwer atmend und mit immer noch hämmernden Herzen lauschte sie einen Moment auf Shanes Keuchen, bis sie sich schließlich von ihm herunter und neben ihn gleiten ließ. Er zog sie in seine Arme und einen Augenblick später lagen seine Lippen auf ihren. Corey versteifte sich. Panik flutete durch ihre Nerven und sie stieß den schweißgebadeten Mann grob von sich weg.

Irritiert hielt er inne. „Was ist?"

„Lass den Scheiß!"

„Scheiß? Meinst du küssen? Wir haben gerade -" „Ja, aber wir sind kein verknalltes Pärchen, wir hatten nur Sex, ok?", unterbrach sie ihn harsch eine Oktave höher, als sie normalerweise sprach. Sofort ärgerte sie sich über den panischen Klang und hielt ihn mit ausgestreckten Armen weiter auf Abstand.

„Ich hab dir scheinbar ein falsches Gefühl vermittelt. Nur weil ich mich gern von dir anfassen lasse, heißt das nicht, dass ich dich irgendwie... mag." Sie verzog ihr Gesicht und war froh, dass er es in der Dunkelheit nicht sehen konnte.

Shane antwortete nicht, und so fuhr Corey fort. „Versteh mich nicht falsch, du bist heiß und alles, echt, und in einer anderen Situation, wer weiß? Aber in dieser Situation haben wir nur Sex miteinander. Um runter zukommen. Druck abbauen, Stress und alles ausblenden. Sonst nichts, verstanden?"

„Hast du Angst, ich verknall mich in dich?", fragte er mit bitterem Ton, der ihr einen Stich versetzte.

„Keine Ahnung." Sie zögerte. Will ich das? „Nein", sagte sie mit fester Stimme und kam sich vor, als richte sie diese Worte an sich selbst, „aber ich wollte das klar stellen. Ich helf dir hier raus, wie versprochen, aber wenn wir hier in eine Situation geraten, in der es heißt „Du oder ich", werde ich mich immer – immer! – für mich entscheiden. Und du solltest dich immer für dich entscheiden. Alles klar?"

„Klar", antwortete er ausdruckslos.

„Gut", hauchte sie und zog sich wieder an. „Wenn das alles hier vorbei ist, und wir beide noch atmen, werden wir uns ohnehin nie wieder begegnen."

Scheiße, ich hätte die Finger von ihm lassen sollen. Fuck, das hat sich viel zu gut angefühlt.



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