Wieso schreibt man Texte?
Eine Zeile auf die nächste?
Was hat das für einen Grund?
Wenn man Worte spricht nicht über den Mund?
Wenn man schreibt und schreibt
Und eine Zeit dem Leben fernbleibt?

Ist es die Muse die einen küsst
Die sagt, dass man wieder schreiben müsst?
Ist es die Fantasie die einen lässt nicht los?
Oder ist es der Wunsch so groß
Der einen lässt es tun
Nur um zu bekommen Ruhm?

Wieso riskiert man nervige Denkblockaden?
Wenn man es könnte doch einfach haben?
Wenn man einfach lesen würd anstatt zu schreiben
Wenn man beim schon geschriebenen Buch würde bleiben?
Wieso bleibt man nicht beim lesen?
Wieso manche eigene Werke bestreben?

Muss man es tun?
Um innerlich zu können ruhn?
Ist es ein natürlicher Drang
Oder eher so etwas wie ein Zwang?
Was veranlasst einen Menschen dazu
Nicht eher kommen zur Ruh
Bis er geschrieben hat einen Text
Und sich dabei von Wort zu Wort hetzt
Um ja keine Wörter zu vergessen
Die sich manchmal in sein Hirn pressen?

Und nun die Frage was bleibt?
Von seinen Werken die man schreibt?
Ist es nicht sinnlos Texte zu schreiben?
Wenn sie niemandem in Erinnerung bleiben?
Ist es nicht eine Mühe die man umsonst gemacht?
Ist es nicht traurig wenn jemand über fremde Werke lacht?
Und wird sich nicht einmal jemand denken
Diese Mühe hätte können er/sie sich schenken?

Kommentare

  • Author Portrait

    Die in deinem Gedicht zentrale Frage ist sicherlich auch eine wichtige Grundfrage vieler (oder aller?) Autoren. Der Grund, warum man selbst schreibt, ist auch eine Art Motivation oder Grundgedanke, auf den man in schwierigen Zeiten (auf das Schreiben bezogen) zurückkommen kann. Ich habe mit dem Schreiben angefangen, weil ich niemanden hatte, mit dem ich meine Gedanken teilen konnte. Das ist mittlerweile anders. Ich schreibe aber immer noch, weil es mir Spaß macht und ich so Erlebnisse aus meinem Alltag verarbeiten kann. Das Schreiben ist schon so fest in mir verankert, dass ich teilweise einen Satz oder eine Wortgruppe lese/höre und mir sofort denke: "Das ist ein Titel für ein Gedicht/eine Geschichte." Und so hilft mir meine Antwort auf die Frage "Warum schreibe ich?" dabei, andere Meinungen zu relativieren. Gerade hier auf Belle gibt es ja hauptsächlich positive Resonanz. Doch auch wenn jemandem ein Text von mir nicht gefällt, hilft mir das Wissen: Ich schreibe für mich. Nebenbei freut es mich natürlich auch, wenn meine Texte anderen gefallen. Aber es ist nicht der ursächliche Grund, warum ich schreibe. Ich schreibe nicht, damit meine Texte anderen gefallen. Das ist (nur) ein positiver Nebeneffekt - nebenbei bemerkt aber auch ein sehr schöner.

  • Author Portrait

    Es ist tatsächlich eine interessante Frage die man sich vielleicht gar nicht oft stellt. Warum schreibe ich eigentlich? In meinem Fall auch warum habe ich viele Jahre lang gar nicht geschrieben? Warum hab ich wieder angefangen? :D Ich glaube, das kann endlos weiter gehen. Für mich ist es auch ein Teil Therapie denke ich. Danke für das Gedicht, es hat mich nachdenklich gemacht. :)

  • Author Portrait

    Es gibt viele Gründe, um zu schreiben. Das geschriebene Wort erreicht mehr Menschen als das gesprochene. Im Geschriebenen haben wir die Möglichkeit, die uns im Gesprochenen verwehrt bleibt: jeden Satz genau zu planen, jedes Wort dreimal umzudrehen, bis es wirklich perfekt passt. Was gesagt wird, kann gehört werden, doch was einmal geschrieben ist, kann unendlich oft gelesen werden. Und im Falle vieler großer Künstler, sind es ihre Werke, die der Welt von ihnen erhalten bleiben, nachdem sie selbst bereits seit Jahrhunderten nicht mehr hier sind. Gut gereimt, 5/5 :D

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