Das Rendezvous im Schatten V


Die Uhr schlug vier als Stephen und Phantom Kathy erklärten hatten was nun zu tun sei. Am nächsten Abend schon würde Phantom sie mit sich nehmen und in die Tiefen der Fantasywelten von Felix zu führen. Dort sollte sie von den reinen Fantasy-Charakteren lernen wie sie ihre magischen Kräfte bündeln und trainieren konnte. Innerhalb eines Gehirns waren die Kräfte einer Hexe ungemein stärker und zu viel mehr möglich, als in der realen Welt. Phantom verabschiedete sich in die Nacht und verließ das Haus aus dem Fenster. Rasch war der dunkle Umhang des Meisterdiebs mit der Nacht eins geworden. Stephen empfahl Kathy noch ein Mal in einem sicheren Umfeld zu schlafen und wünschte ihr trotz der bevorstehenden Nachtruhe einen gesegneten Schlaf. Der Detektiv selbst verblieb in seinem Lehnsessel und faltete seine Hände aneinander, die Beine ausgestreckt und mit halb geöffneten Augen in seine Gedankenwelten versinkend.

 

Kathy versuchte zu schlafen und wälzte sich in ihrem Bett. Doch die Gedanken ließen ihr keine Ruhe.

Es war ein eigenartiges Gefühl, zu wissen, dass in Felix Gehirn ein Charakter existierte, der ihn abgrundtief hasste und seine Vernichtung anstrebte. Kathy erschauerte bei dem Gedanken, dass Lad, Shan-o-ra oder Käsekreiner ihr selbiges antun wollten. Aber das war ja nicht möglich, Phantom hatte doch gesagt das es nur in Felix Gehirn möglich sei, dass ein Charakter die Macht erhielt seinen Autor umzuschreiben.

"Aber warum eigentlich?", murmelte Kathy, "Warum?" -die ausgesprochene Frage elektrisierte sie. Die junge Katze saß aufrecht in ihrem Bett. Warum war es nicht möglich, dass ihre Charaktere dasselbe vorhatten. Und wieso konnte das ein Charakter von Felix beurteilen? Getrieben von nagender Ungewissheit verließ Kathy das Bett und eilte die 17 Stufen herab. Sanft, aber nicht langsam, öffnete sie die Tür, noch ehe sie diesen Vorgang beendet hatte, klang Stephens Stimme an sein Ohr.

"Ich höre du hast noch Fragen, genauer zwei."

"Ja.", stimmte Kathy zu, "Warum werden meine Charaktere nicht dasselbe tun wie Melanie? Und woher wisst ihr, dass es so ist, wie ihr sagt?" -in diesem Moment begriff die blauhaarige Hexe, dass der Meisterdetektiv nicht nur den Wunsch auf Antworten in ihr gelesen hatte, sondern auch die Anzahl ihrer Fragen. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, hatte er sie nicht ein Mal sehen können, du die Geräusche, welche sie verursacht hatte, waren Grundlage seiner Deduktionen. Ein ungläubiger Aufschrei entging ihren Lippen, der von Stephen unterbrochen wurde. Rasch hatte er sie in die Bibliothek gezogen, einen Finger auf ihren Mund gelegt und die Tür ohne einen Laut verschlossen.

"Tea schläft bereits, ich möchte nicht, dass sie wieder wach wird."

"Wieder?", fragte Kathy als der Finger sich von ihrem Mund löste.

"Ja wieder. Sie hat Felix vorhin informiert, als wir miteinander sprachen. Der Rabe und ich haben es beide zeitgleich mitbekommen, die leisen Schritte zum Handy und das Flüstern in die reale Welt."

"Aber, dann weiß Felix doch alles."

"Ich bezweifle das wir das lange vor ihm hätten verschweigen können. Aber das steht nicht zur Debatte, wir wollen deine Fragen beantworten ehe die Sonne aufgegangen ist.", wechselte der Detektiv das Thema.

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