Die Jäger des Waldes (Kapitel 17)

Kapitel 17

 

„Nochmals, das Ziel der Reise ist, Schatten zu finden und endlich Frieden über diesen Wald bringen“, erklärte Blitz den versammelten Jäger des Waldes. Der grosse graue Kater wirkte etwas angespannt, als er seine Rede auf dem Stein hielt. Sein Kopf wanderte zur Dornenwand. „Ich weiss nicht was uns alles erwarten wird“, gestand er mit einer ernsten Stimme. „Aber eure Treu zu mir erleichtert mich um einiges.“ Flamme öffnete das Maul: „Wir stehend dir bei allem bei“, versprach er seinem Anführer. Blitz nickte seinem guten Freund dankbar zu und seine gelben Augen leuchten Selbstbewusst als Blitz sagte: „Brechen wir ins Abenteuer auf!“                                                                                                  Die Jäger des Waldes heulten triumphierend im Chor, während Blitz den Stein hinunter sprang und auf den Ausgang zu steuerte. Seine waghalsige Truppe folgte ihm mit treuen Schritten. Blitz schweifte einen letzten Blick über seine Truppe. Mond, Sturm, Flamme, Fleck, Blatt, Kralle, Bach, Streif, Teiger, Dunkel, Nacht, Stern, Donner, Brombeere, Nebel, ihre beiden Jungen Schnee und Maus. „Vollzählig“, murmelte er leise. Er war stolz auf die mutigen loderten Blicke der Gefährten, die ihn an ein Feuer erinnerten. „Soll ich dich tragen, Maus?“, bot Nebel ihrem Sohn an. „Nein, ich werde alles laufen und mich gegen das Böse erheben“, protestierte der Kleine tapfer. Nebel tätschelte ihm liebevoll ans Ohr. Seine Schwester Schnee hatte es sich änderst überlegt. Sie krabbelte auf den breiten Rücken ihres Vaters und machte es sich bequem. Katzen können also reiten, dachte Donner und musterte Schnee erfreut, wie sie auf dem Rücken des Vaters waghalsig umher turnte. Der letzte war Fleck, der das sichere Camp verliess, dabei murmelte er leise. „Dieser sichere Ort werde ich vermiesen, mögen uns die Götter auf der Reise den Weg leiten.“

Den ganzen Tag wanderte die Gruppe durch den schattigen Wald, orientiert von der Sonne, welche in der Schlucht des Dunkels jeden Tag unterging.

Gegen den Abend gab Maus trotz seiner grossen Klappe auf und kletterte auf den Rücken von Nebel. Schnee schlief längst und auch Maus fielen die erschöpften Augen zu. Donner rumpelte der Magen vor Hunger. Auch Stern und Brombeere waren nicht mehr so frisch, wie am Anfang der Reise. „Langsam fallen mir die Pfoten ab und ich bekomme Blassen“, jammerte Brombeere. „Ein Schläfchen wäre auch nicht übel“, schwärmte Stern und sehnte auch nach einem Bett, zwei grosse Kissen, einer warmen kuschligen Decke und einem Tässchen Kamillentee. Das Katzenleben hat eben auch seinen Preis. Kralle bahnte einen Weg zu Blitz. „Alle sind erschöpft“, berichtete der pechschwarze Kater. „Lasst uns Nachtlager suchen.“ Blitz zögerte einen Augenblick aber der ernste Blick von Blatt brachte ihn von einem Weitergang ab. „Alles sind erschöpft, vor allem die Jüngsten“, fügte Blatt hinzu und unterstütze Kralle. Stern viel einen Stein vom Herzen, als er zustimmte.                                                                                  Blitz musste nur seiner Nase folgen und schon fand er eine gemütliche Halblichtung. Eine Halblichtung hatte weniger Bäume beieinander und die Sonne konnte besser hindurch scheinen. Mit der rechten Pfote berührte Blitz das Moos, um sich vergewissern, gut schlafen zu können. „Wir rasten hier“, verkündete er schliesslich. Die meisten Katzen sanken erschöpft zu Boden. „Das war wohl etwas zu viel für heute“, bemerkte Fleck mit einem Blick auf seine müden Gefährten. Blitz liess sich jedoch nicht erweichen. „Ich, Bach, Sturm, Teiger, Nacht, gehen jagen“, miaute er, nachdem sich alle kurz ausruhen konnten. Er stupste Fleck an. „Du übernimmst die Erste Wache, um Mitternacht wirst du von Kralle abgelöst“, fuhr er mit der Aufgabenverteilung fort. Fleck stimmte zu und kletterte geschickt auf die nächste Linde. Auf dem dicksten Ast bezog er Posten und rollte den Schwanz ein. Die restlichen Katzen, mit Ausnahme von Flamme und Blatt, die miteinander schwatzen, suchten einen geeigneten Schlafplatz.

„Der Platz wäre nicht schlecht“, Brombeere deutet auf eine Stelle hinter einer dicken Wurzel. Donner schritt auf die Stelle zu. Doch dann schoss eine cremige Katze mit drei schwarzen Streifen auf Donner zu, stiess sie mit einem einzigen Pfotenhieb aus dem Weg und Streif balancierte als Erster auf der Wurzel herum. „Dies ist mein Platz“, knurrte er frech. „Dir werde ich sagen wessen Platz dies ist!“, fauchte Stern wütend und hätte ihm gerne eine geklebt. Dunkel mischte sich in die kochende Gesellschaft ein. „Aber, aber Sternchen lass uns den Platz“, sagte er mit einer süssholzraspel Stimme. Dunkel blinzelte ihr zu. „Flirte sie nicht an!“, knurrte Brombeere und baute sich neben Stern auf. „Flirten, was ist das für ein Wort?“, fragte Streif etwas verwirrt. Stern seufzte, natürlich kann keine Katze etwas mit seltsamen Menschenausdrücken anfangen. „Kommt lasst uns dort schlafen“, beendete Donner den Streit und die überflüssige Frage von Streif. Donner meinte ein gutaussehender Platz unter Holunderbusch. „Einen Augenblick“, beorderte Dunkel die Kätzinnen. „Was will er den jetzt wieder, mehr Öl ins Feuer giessen?“, dachte Donner. Dunkel lächelte ihnen schadenfroh entgegen und Streif tat es ihm nach, der an seiner Seite verharrte. Sterns blaue Augen funkelten gelangweilt. „Was gibt’s noch?“                                                                                                                                                                                                                 Dunkel und Streifs Pfoten machten eine seltsame Bewegung, bevor nur eine von ihnen es verstehen konnte, wurde ihnen etwas ins Gesicht gedrückt. Es war braun, weich und klebte gut. Brombeere schrak hoch, an ihrer Nase klebte eine dicke schleimige Nacktschnecke. Donner und Stern kreischte ebenfalls auf. Wild schüttelten sie ihre Köpfe und hüpften im Kreis herum, dass sie im hohen Bogen über die Halblichtung folgen. Dunkel und Streif krümmten ihre Bäuche vor Lachen. „Ihr doofe verlausten Wildschweine!“, fauchte Stern und wollte auf Dunkel losgehen aber Brombeere hielt sie zurück, mit Stern war als Katze nicht überflüssig zu spassen.

Sie versuchten ihre Wut an die Kater langsam zu vergessen, indem sie eine frische Waldmaus verzehrten. „Das war total fies mit diesen Nacktschnecken“, knurrte Stern und schluckte den Happen hinunter. „Bestimmt ein Racheakt, weil wir sie im Kampf besiegt hatten“, murmelte Brombeere in der zunehmende Dunkelheit, die die Halblichtung überflutet hatte. Im Schrei eines Kauzes bohrte Donner in der Erde herum. „Nacktschnecken kommen mir bekannt vor“, lächelte sie und zuckte mit dem Schweif. Brombeere stupste Donner an der Flanke an. „Wer von uns würde diesen Tag vergessen“, schnurrte sie vergnügt. Stern streckte sich und verscharrte die Knochen. „Der beste Tag unserer Bande bliebt immer noch der, an dem Wolke aufgetaucht ist“, murmelte Stern müde, womit sie auch Recht behielte.

Unter dem Holundergebüsch legten sie ihre schmächtigen, müden Katzenkörper ihn. Gemeinsam starrten sie die Decke an. In dem üppigen Blätterdach gab es ein einziges Loch. Ein kleiner Mondstrahl brachte die sensiblen Katzenaugen zum Reflektieren. „Wisst ihr was?“, fing Donner leise an. „In der anderen Welt haben wir immer Streit mit den Jungs und hier auch wieder, einfach mit Katern“, fuhr sie fort. Dieses Erkenntnis brachte Stern und Brombeere zum Schweigen. „Jaap, ich frage mich nur, warum diese Katern nicht anders sein könnten“, murmelte Brombeere. „Sie wären bestimmt nett.“ Stern boxte ihr in die dünnen Rippen. „Du denkst an Dunkel, nicht wahr?“ „Nein, ich denke an alle vier“, gab Brombeere ohne Verlegenheit zurück. Na gut, Dunkel war vielleicht noch der Angenehmste von allen aber sie möchte ihn nicht. Donner wechselte das Thema, weil sie keine unangenehme Frage beantworten wollte. „Wann wollt ihr eigentlich nachhause gehen?“ „Von mir aus jetzt, wenn jemand dringend gehen möchte“, miaute Stern. Brombeeres Augen glänzten vor Enttäuschung, hoffentlich wollte Donner auch noch hierblieben. „Und wenn nicht, würdest du bleiben?“, fragte Brombeere vorsichtig. „Klar“, antwortete Stern und schlug nach einer Mücke. Sie verfehlte sie haarscharf. Die Mücke schwirrte davon, auf der Suche nach leckerem Katzenblut. Donner kam zum Wort: „Wir bleiben am besten hier, ich brauch eine Pause von der Gier der Menschen, ausserdem respektieren sie die Natur nicht!“ „Gute Idee“, gähnte Stern, senkte den Kopf und schloss die Augen. Langsam fielen auch Brombeere die schweren Augen zu und Donner döste schon vor sich hin.

Donner konnte an fremden Orten gut schlafen, wahrscheinlich weil sie viel ihre deutsche Familie besuchte und viel das Bett wechseln musste. Doch am Morgen durchzuschlafen war für sie eine schwere Herausforderung.                                                                                                                                                                                       An diesem frühen Morgen wurde Donner wegen dem Morgenlied der Vögel geweckt. Stern schnarchte immer noch leise vor sich hin und Brombeere wälzte den Körper im Schlaf. 

Das warme Sonnenlicht flutete bereits in den Holunderbusch hinein. Donner streckte die schlaffen Glieder durch und gähnte herzhaft. Bestimmt ist es bald Zeit zum Aufbrechen.                                                                                                               Einen Augenblick später raschelten die Zweige und Bach streckte ihren graublauen Kopf hinein. „Aufstehen, wir brechen bald auf!“, sie hörte sich fröhlich und ausgeschlafen an. Brummelnd erwachten Donners Freundinne und Donner leckte unterdessen den zerzausten Pelz flach. Das Flattern leiser Flügel lenkte Donner von ihrer Fellpflege ab. Ein roter Schmetterling mit schwarzen Punkten, welcher sie schon öfters gesehen hatte, landete auf ihrem Fell. Donner schnappte automatisch mit den Krallen nach dem Tier und wollte es halbieren. „Halt!“, rief Bach energisch und Brombeere und Stern sprangen erschrocken aus ihrer Schlafstätte hoch. Bach funkelte Donner böse ins Gesicht, die einschüchternd den Schmetterling entkommen liess. „Sie hat doch nur nach ihm geschnappt“, verteidigte Brombeere Donner. Bach seufzte und zwängte den ganz geschmeidigen Körper in den Holunderbusch hinein. „Ich denke ihr habt noch nie etwas von den Maunzanischen Schmetterlinge gehört?“ Kopfschütteln folgte. „Sie bringen Glück, wenn sie in der Nähe sind und in der Legende der Jägern wird behauptet sie seien die Geistern Verstorbener Katzen“, erklärte Bach. Stern blickte die fliegende Legende hinterher, wie sie geschickt aus einem Loch des Holunderbusches in die Freiheit flatterte. „Glaubst du daran, Bach?“, fragte Stern vorsichtig. Bach nickte: „Einmal erschien ein ganzer Schwarm von ihnen, als wir vor langer Zeit gegen die Schattenjäger kämpften und wir siegten wie durch ein Wunder.“ Kralle steckte den Kopf hinein. „Genug der Märchengeschichten Bach, wir sollten uns wirklich langsam fertig machen“, miaute er ungeduldig. Offenbar glaubte nicht jeder Jäger des Waldes an die Maunzanischen Schmetterlingslegende.

Brombeere, Stern und Donner verzehrten in Windeseile ein Stück einer Lärche, währendem belauschten sie ein Gespräch zwischen Blitz und Kralle, die unmittelbar hinter ihnen verweilten.    

„Wie lang werden wir brauchen, bis wir die Schlucht des Dunkelns erreichen werden?“, kam es von Kralles Maul. „Ich weiss es nicht genau, gab Blitz zu. Wir müssen nur der Sonne folgen.“ „Sicher, dass wir uns nicht verirre könnten?“, Kralle hörte sich zweifelnd an. „Mein Junge“, mischte Bach sich in das Gespräch ein. „Blitz kennt diesen Wald in und auswendig, er würde ihn sogar ihn sogar im Schlaf kennen.“ Blitz war hier aufgewachsen, nicht wie viele Katzen, die zu gewandert waren. Er musste diese Umgebung einfach gut kennen! , dachte Brombeere still.

Die Reise ging weiter. Sie folgten zuerst einem schmalen Trampelpfad. Kleiner Kot und der Geruch, wies auf Rehe hin, die oft den Pfad benutzen. Der Wald blieb nicht dicht, bald darauf erstreckte sich eine Einöde vor ihnen, wo Bäume längst Legenden waren. Grosse und kleine Steine bedeckten den Waldboden der Einöde und kein einziger Baum konnte ihr gedeihen. „Was ist denn hier passiert?“, fragte Brombeere seine Nebenläuferin Blatt. „Dies war der feuerspukende Berg“, erklärte sie ihr. In meiner Sprach nennen wir dies ein Vulkan. „Ein Vulkan, ich meine ein feuerspukender Berg, hier?“, Donner war fasziniert von Vulkanen. „Jawohl, ein feuerspukender Berg ist hier vor vielen, vielen ganz Sonnenumrundung (Jahre) ausgebrochen, er begrub ganz Wald mit Asche und heissem Feuerwasser“, berichtete Blatt nervös. Sie deutete anhand ihres Kopfes auf die Krone zweier Bäume, am Rande der Einöde. Zwischen den Nadeln und den Laubblättern, erkannte man einen rissigen dunkelgrauen Berg. Stern betrachtete den Vulkan fassungslos, noch nie zuvor hatte sie einen Vulkan gesehen. Der oberste Gipfel war mit Schnee bedeckt und er wirkte anhand seines gigantischen Erscheinens bedrohlich. Der Vulkan musste also mindestens um die 2000 oder 3000 Metern hoch sein. Stern schweifte vom Vulkan ab, wandte den Kopf an die Steine auf der Einöde zu und begann freudig von einem moosbewachsenen Stein zum anderen zu hüpfen. Vergnügt beobachteten die Jäger des Waldes ihr fröhliches Treiben, einige schossen sich an dem Spass an. Vor allem Schnee und Maus quiekten begeistert, als sie über die kleinen Steine hüpften. Brombeere versuchte Stern einzuholen aber Stern war zu flink für Brombeere. Mit einem einzigen Hechtsprung erreichte sie dass, was Brombeere nur in zwei Sätzen geschafft hätte. Doch dies war eine Frage der guten Sprungkraft. Donner trottet wenig interessiert neben Blatt weiter, ihre Augen konnten sich nicht mehr vom Vulkan abschweifen. Die arme Katzen, die hier lebten als der Vulkan ausbrach. Schuldgefühl kam ihr wie ein schäumendes Wasser auf. Sie hatte diese Welt teilweise durch einen Traum erschaffen und somit auch der Vulkan und die Jäger des Schattens. Donner schüttelte betäubt den Kopf. Alles verstand sie immer noch nicht ganz, im Menschenleben hatten sie einen Stein gefunden, der ins Reich der Katzen führt und gelichzeitig hatten sie einen Teil dieser Welt selbst kreiert, durch einen einzigen Traum. So verwirrt von den Gedanken stiess sie beinahe mit dem Hinterteil von Nacht zusammen aber sie konnte gerade im letzten Moment davor ausweichen.

„Grrauuu!“, dieser seltsame Lärm brachte alle Jäger des Waldes von der guten Stimmung ab. Sofort packte Nebel ihre spielenden Kinder und Sturm machte einen drohenden Katzenbuckel. Brombeere und Stern liefen ängstlich zu Donner und Blatt zurück. „Jäger des Schattens“, knurrte Flamme vorsichtig und wachsam. Nervös suchte Blitz die Gegend ab. Steine, Steine und nochmals Steine aber keinen katzengleichen Feind. Der Ruf hallte erneut durch die Einöde. Mond spitze ihre Ohren. „Zu tief für eine Katzenstimme“, stellte sie fest.                                                                                                                                                                                      „Füchse!!“, kreischte Fleck geschockt. Dem gefleckten Kater standen die Haare zu berge. Zwei gross feuerroterote flauschige Kolosse tauchten am anderen Ende der Einöde auf. Brombeere schluckte zum ersten Mal hatte sie Angst vor Füchsen. Sonst waren diese Waldheinis scheue Tiere aber natürlich nur aus menschlicher Sicht. Aus katzischer Sicht: Unbarmherzige böse Killer. Die Füchse entdeckten die 8 Katzen, 8 halbstrake Jungkatzen und zwei verwundbaren Kätzchen. Sturm packte Maus und trieb seine Partnerin, die Schnee gepackte hatte, zu einem der letzten  Ahornbäume. Schnell kletterte Nebel mitsamt ihren Jungen auf den krummen Baum. Leider war er der einzige Baum in dieser Steinwüste. Zu wenig Platz um alle Jäger des Waldes retten zu können. Die Füchse kamen näher und näher. „Was nun?“, Donners Schweif peitschte ängstlich. „Kämpfen natürlich“, zischte Fleck angespannt. Mond wich einige Schritte zurück. Erst dachte Donner sie sei wegen den Füchsen zurückgewichen. Die Füchse waren nur noch einen Katzensprung entfernt. Sie knurrten bösartig und bleckten ihre weissen Zähne. „Holl mir bitte so schnell wie möglich Unkraut“, flüsterte Mond Donner leise zu. „Du bist schnell genug um den Füchsen zu entkommen.“ Mond rechnete anscheinend mit dem Schlimmsten. Donner nickte hastig stahl sich hinter einem Felsen davon. Stern wollte ihr schon folgen aber Mond bracht sie zum Blieben.

Donner flitze über die Steine. Winzige Splitter bohrten ihre Zacken in ihre hetzenden Pfoten. Zum Glück folgte Donner kein Fuchs wie sie erleichtert feststellte. Sie raste einen Hang hinunter. Die Steinmenge nahm langsam ab und die ersten Pflanzen gediehen hier wieder. Selbstverständlich auch saftiges Unkraut, zwischen Dornen und Wurzeln Ständen wucherte ein ganzer Teppich von Unkraut. Vorsicht, mit einer Pfote angelte sie nach dem Unkraut, um sich nicht an den Dornen zu verletzten. Fauchen und die Schreie von quellenden Schmerzen rasten bis zu Donner hinüber. Hastig griff sie mit den Krallen zu. Sie hatte keine Zeit ihre Pfoten vor Dornen zu schützen. Die scharfen Dornen stachen ihr ins Fleisch, doch es kümmerte sie nicht weiter. Sie sammelte ein grosser Haufen Unkraut ein, bis sie genug hatte. Eben wollte sie hastig umkehren, da wehte ein komischer Geruch in ihre Nase. Es erinnerte an verfaultes Ass und stinkender Hund. Ein Knurren folgte und Donner liess vor Schreck den Haufen Unkraut fallen. Ein Fuchs, mindestens dreimal so lang wie Donner, steuerte gefährlich aus dem Hinterhalt auf sie zu. Nach einer Sekunde Erholung versuchte Donner zu türmen. Dabei verfing ihr linkes Bein sich in den Dornen. Stürmisch zerrte sie daran aber es wurde dabei  schlimmer verhakt. Der Fuchs kam näher und öffnet sein Maul. Er war bereit, Donner das Licht des Lebens aus zu löschen. Ein Bild schoss Donner in die Gedanken. Ein Fuchs, der ein schwarzes Bündel baumelnd, übersät mit weissen Flecken, im Maul schleppte. Donner vergass die negative Einstellung. Sie fauchte aggressiv und peitschte mit dem Schweif. Ein lautes Fauchen lenkte den Fuchs ab. Stern stürzte den Hang hinunter, direkt auf den Rücken des Fuchses. Der Fuchs schüttelte den ganzen Körper und versuchte Stern abzuschütteln. Donner wollte ihr Helfen und gab ihm mutig einen Tritt ins Gesicht. Der Fuchs machte einer wütenden Bewegung und schleuderte Donner hinfort. Sie flog mit einem lauten Kracher mitten ins Dornengestrüpp. Jetzt kam auch Brombeere heran gestürmt. Die getigerte Kätzin eilte ins Dornengebüsch um Donner zu befreien. Schnell biss Brombeere jeden Stängel durch, die Donner gefangen hielten. Sie wurde rasch befreit aber mit etwa 100 Dornen in der Haut. Unterdessen versuchte Stern immer noch energisch Rodeo zu reiten. Sie vergrub ihre Krallen in seiner mageren Schultern und klammerte sich fester. Der Fuchs schüttelte den Körper in alle Richtungen. Sterns Krallen verloren bei einer heftigen Bewegung den Halt. Sie wurde blindlinks gegen einen Baum geschleudert. Ein stechender Schmerz durchfuhr ihren Körper, als sie am Boden aufschlug. Ihr blieb die Luft weg. Knurrend nährte sich der Fuchs und bemerkte ihre Schwäche wegen des Aufpralles. Die stechenden Augen machten Stern am meisten Angst. Danach folgten die gefälschten Zähne des Fuchses. Doch sie war zu schwach um die Krallen spielen zu lassen. „Pfoten weg von ihr du, du Fuchs!“, fauchte Donner. Mit einem Hieb schlug Donner gegen seine breite Schnauze und die Krallen liessen das Blut spritzen. Er wollte nach Donner schnappen aber sie wich geschickt vor seinen Kiefern aus.  Stern versucht unterdessen ihr verletztes Bein auf zu richten aber es knickte bei jemand Versuch zusammen. Der Fuchs torkelte rücklinks und wäre beinahe auf Stern getreten. Jemand packte sie am Genick und zog sie von den schweren Pfoten in Sicherheit. Brombeere liess Sterns Genick los und eilte zu Donner. Mit ausgefahrenen Krallen traf sie das Hinterteil des Fuchses und hinterliess eine saubere Krallenspur. Donner griff den  Fuchs wieder von vorne an. Er heulte laut und  gemeinsam konnten sie ihn winselnd in die Flucht schlagen.

Stern kam wacklig und hinkend zu ihnen gekrochen. „Danke, dass du mir das Leben gerettet hast“, miaute Donner dankbar. Stern stupste ihr ins Fell. „Du mir ja auch.“ Donner sammelte noch sein beinahe vergessenes Unkraut ein. Stern stütze sich auf die kräftige Schulter von Brombeere und zu dritt humpelten sie den Hang hinauf.                                                                                                                                  Die Füchse waren auch vertrieben geworden, als sie die Jäger des Waldes wieder erreichten. Mond kam zu ihnen gelaufen. „Wir haben uns Sorgen gemacht“, miaute sie mit aufgewühlter Stimme. „Hier, das Unkraut“, erwiderte Donner und legte den Haufen vor ihre cremigen Pfoten. Besorgt musterte Blitz das Bein von Stern. Eine rote Farbe verfärbte ihr ganzes Bein.  „Was ist passiert?“, wollte er wissen. „Ich wurde beinahe von einem dritten Füchse getötet aber sie beide haben mich gerettet“, schilderte Donner den Ablauf. „Und dabei wurde Stern verletzt“, ergänzte Brombeere die Erzählung. Blitz schnaufte einmal durch. „ Bringt euch nicht ein weiteres Mal in eine solche Gefahr.“ Dank der starken Heilkunst von Mond wurde die tiefe Wunde von Stern sofort geheilt. Nach diesem abenteuerlichen Zwischenfall, reisten sie ein Stück weiter, bis die Sonne hinter dem Horizont die letzten Strahlen warf.

 

 

 

 

 

 

Kommentare

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    wiedermal toll geschrieben!

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    Wie immer sehr schön! Ich freue mich auf das nächste Kapitel!

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