Die Jäger des Waldes (Kapitel 24)

Kapitel 24

 

Die strake Luftfeuchtigkeit verklebte Donners schwarzweissen Pelz und ein kalter Schauder durchfuhr den Körper, als die lästigen Wassertropfen, bis zu ihrer feinen Haut durch sickerten. Donner vermisste die sichere Eiche, die sie zurückgelassen hatten. Auf der Eiche fühlte sie sich viel sicherer,  nun konnten in dieser Gegend jeden Augenblick die Schattenjäger aus dem Unterholz schiessen und ihre eisernen Klauen abschärfen.                                                                                                                             

An diesem nebligen Morgen wanderten die Jäger des Waldes über eine saftig grüne Waldwiese, die allerdings nach dem Regenfall in der Nacht zu einer Schlammwiese wurde. „Ist dir kalt?“, fragte Brombeere führsorglich, weil sie Donners Zuckungen bemerkt hatte. „Ein bisschen“, fröstelte Donner und klapperte mit den Zähnen. „Wir wärmen dich wieder auf“, schlug Stern vor. Die Beiden schmiegen sich tüchtig an Donner und versuchten sie aufzuwärmen. Kurze Zeit darauf spürte Donner überall nur noch Wärme im ganzen Körper austeigen, vor allem die Wärme von der starken Freundschaft. „Tempo, ihr Schnecken!“, drängte Teiger vom Hinterhalt. „Überholt uns doch einfach, du Narr!“, fauchte Stern zurück. „Selbst einen Krüppel wäre schneller“, neckte Dunkel sie beim Vorbeilaufen. Streif gab Brombeere einen Tritt in die Rippen, weil sie nicht für aus dem Weg gehen wollte. Er hoffte, sie würde umfallen und Stern mitsamt Donner in den Dreck mitreissen. Brombeere blieb aber wütend an Ort und Stelle stehen und stellte ihm Brombeere  ein Bein. Der arrogante Kater stolperte und fiel in den Schlamm. „Ich hab mehr Bauchmuskeln als du denkst, du elender Versager!“, zischte sie ihm ins Ohr. Schnippisch machte Brombeere eine Drehung und wollte davon stakste, während Dunkel ihr erstaunt hinterher starrte. „Was ist denn los mit euch?“, Bach hatte alles gesehen und schritt in die hitzige Situation ein. Sie baute sich zwischen Streif und Brombeere auf. Streif angelte gerade die letzten Flechten aus seinem schlammverschmierten Pelz. „Ich höre!“, knurrte sie streng. „Streif hatte Brombeere geschupst, vorauf Brombeere ihm für die Gegenleistung ein Bein stellte“, schilderte Donner den ganzen Ablauf. Bach verdrehte ihre tiefblauen Augen. „Das möchte ich nie mehr sehen, ihr benehmt euch wie kleine Kätzchen!“, knurrte Bach böse und trieb sie zum Gehen weiter. Fleck schüttelte empört seinen Kopf und murrte: „Die heutige Jugend.“

Richtung Norden wurde der Nebel immer dichter. „Befinden wir uns schon in der Schlucht des Dunkelns“, Kralle schaute sich nervös in der Fischsuppe um. „Sei nicht thörig“, miaute Mond, die neben ihm lief. „Wir sind viel zu weit weg.“ „Blitz, können wir uns wirklich nicht verirren?“, fragte Blatt misstrauisch. „Vertrau mir einfach“, kam die Antwort des optimistischen Führers, der die Gruppe anführte. Brombeere versuchte sich in der Fischsuppe zu orientieren. Mal kam wieder ein Baum in Sicht, dann Dornengestrüppe und ab und zu grosse Steine. Während Brombeere noch so unsicher umher tappte, stiess sie mit dem Kopf gegen jemanden. Sie wich zurück und erkannte das weisse Fell von Stern. „Verzeihung“, nuschelte Brombeere. Keine Antwort folgte. Brombeere kreiste um Stern herum, die ganz eingefroren an der Stelle verharrte, als hätte sie einen Geist gesehen. „Alles in Butter?“ , fragte Brombeere verwirrt. „Wir sind nicht alleine!“, hauchte Stern und schaute aufgescheucht in der Gegend herum. „Natürlich nicht, Flamme läuft gerade an uns vorbei“, erwiderte Brombeere. Die Schnurhaare von Stern zuckten energisch. „Etwas nährt sich, es ist strak und mächtig.“ Flamme und Donner nährten sich Stern. „Ist dir nicht gut Stern, du zitterst am ganzen Leibe?“, Flamme musterte Stern besorgt. „Schnell, wir müssen auf dir nächsten Bäume!“, begann Stern plötzlich zu phantasierte. Donner schaute sie verdutz an. „Warum auf die Bäume, hier gibt es nicht gerade sehr viel Bäume.“ „Aber dort nach der Steigung gibt es welche!“, schrie Stern verzweifelt und stürmte los. Sie ist völlig verrückt geworden, dachte Donner aber folgte Stern gemeinsam mit Brombeere und Flamme. Die Jäger des Waldes waren bereits bei der Steigung angekommen, wo die wenigen Bäume standen. Der Nebel löste sich hier oben langsam auf. „Los auf die Bäume!“, befahl Stern hastig an die Truppe gewandt. Die Jäger des Waldes schauten ihr verwirrt ins Gesicht. „Weshalb auf die Bäume?“, meldete Sturm seine Stimme. „Du hast bestimmt Fieber“, Mond steuerte zu Stern. „Nein!“, knurrte sie abweisend und Mond fuhr erschrocken zurück. „Tut was ich sage, für Erklärung bleibt keine Zeit!“ Die Jäger des Waldes tuschelten. „Armes Kind, es hat Halluzinationen“, murmelte Nebel, auf dessen Rücken Schnee verängstigt kauerte. Die Verzweiflung von Stern konnte Blitz regelrecht spüren. „Tut was sie sagt!“, befahl Blitz schliesslich und kletterte eine Birke hinauf. Ohne lang zu überlegen kletterte Stern auf eine Buche, gefolgt von Donner und Brombeere. Sie setzte sich auf einen dünneren Ast und beobachtete das Gesehen. Bei dem gegenüberliegenden Baum, eine Esche, reichte Sturm Schnee zu Nebel hinauf und kletterte mit Maus ebenfalls hoch. „Beeil dich, Nacht!“, befahl Stern vom Baum. „Von einer weissen Katze lass ich mich nicht schnell herumbefehlen!“, knurrte er zurück. Trotz allem Übel kletterte er als letzter auf einen jungen Bergahorn. „Warum nochmal mussten wir auf einen Baum klettern?“, fragte Bach von einer Tanne hinunter. Alle Augenpaare richteten sich auf Stern. Auch Donner wurde langsam sehr neugierig aber Stern starrte nur ängstlich in den Nebel hinaus. „Seht“, miaute sie möglichst leise. Stern deutete mit dem Schweifende auf eine Senke. Donner kniff die Augen zusammen, in diesem Nebel konnte sie fast nichts anderes sehen ausser dürren Umrissen von Katzen. Sie kamen näher und Brombeere schluckte leise, bei dem Anblick des ersten Katers. Weisses Fell mit einer kahlen Stelle und einer dicke lange Narbe über dem Auge. „Langnarbe“, flüsterte Donner und versteckte den Kopf hinter den grünen Blättern. „Bewegt euch nicht und wartet auf mein Zeichen“, zischte Blitz allen möglichst leise zu. Maus wimmerte ängstlich. „Alles wird gut“, beruhigte Sturm den Kleinen und leckte ihn übers Ohr. Schnell angelte Brombeere ihren baumelnden Schweif zurück und presste den Körper gegen den harten Ast. Donners Herz pochte bis in den Hals und sie bewegte Körper nicht mehr, aus lauter Angst, die Schattenjäger würden sie entdecken. Sie musterte die nährenden Katzen mit angehaltenem Atem. Fast alle waren wie üblich gross, breit, kräftig und von tiefen Narben übersatt.  (Die typischen Schattenjäger eben)

Unter den zwölf Katzen, waren gerade Mal zwei weibliche und eine Jungkatze. Die Jäger des Schattens schlenderten ahnungslos unter den katzenüberfüllten Bäume hindurch. Lauft schön weiter, flehte Stern und spähte den Stamm hinunter. Eine schwarze Kätzin blieb an der Buchenwurzel stehen und schnüffelte. Eine gelbliche Kätzin, einer Maiskolben ähnlich, hielt ebenfalls neben der  Schwarzen inne. „Hast du etwas eigenartiges gewittert, Klaue?“, kam eine kurze Frage aus ihrem Maul. „Ich rieche fremde Katze“, berichtete Klaue. Langnarbe drehte den Kopf über die Schulter. „Streuner oder Feind?“, ein Knurren stieg in seiner Kehle auf. Er schob seine jüngsten Krieger zur Seite und tappte zu Klaue. „Ich weiss nicht so Recht“, gab Klaue beschämt zurück. Der Jungkater wanderte unterdessen den Blick über die nahe Umgebung aber zum guten Glück nicht in die Kronen der Bäume. „Niemand in Sicht“, murmelte er ratlos. „Irgendwo müssen sie stecken“, knurrte Langnarbe und schnüffelte am feuchten Waldboden herum. „ Ich rieche feste Angst.“                                                                                                             

„Attacke!“, brüllte Blitz vom Baum hinunter. Die Jäger des Schattens reagierten förmlich spät. Blitz stütze als Erster, mit ausgefahrenen Krallen den Baum hinab und danach liessen sich die restlichen Getreuen fallen, landeten auf allen Vieren und stürzte sich fauchend ins Getümmel. Brombeere und Stern köpften sich gegenseitig einen Kater mit braun gesticktem Fellmuster vor. „Holl sofort Verstärkung, Knirps, ein anderes Rudel ist in der Nähe!“, befahl Langnarbe seinem Jüngsten. Der kleine schildpattfarbene Kater nickte und raste sofort los. „Streif, fang ihn!“, johlte Flamme und schlug die Krallen in die maisgelbe Kätzin ein. Im Kampfgetümmel beobachtete Donner, wie Streif dem kleinen Kater nach jagte. Sie erkannte jedoch gleich, Streifs mangelnde Disziplin an Schnelligkeit. Entschlossen flitze Donner dem Jäger und dessen Gejagten hinterher, sie musste die Sache selber in die Pfoten nehmen damit der Kleine die Verstärkung nicht rechtzeitig erreichen konnte.

Geschickt sprang sie über einen morschen Baumstrunk und wich einem tiefenhängenden Ast aus. Fast hatte sie Streif eingeholt, der vor ihr durch die Dornengestrüppe hetzte. Donner bewegte ihre ausdauernden Beine schneller so dass mehr Energie durch das ganze Muskelwerk floss. Sie überholte Streif in Windeseile, der blieb verdattert einige Sekunden stehen, als er von einer Kätzin überholt wurde. „Hey, dies ist meine Aufgabe!“, brüllte er leicht verwirrt. Donner ignorierte das nutzlose Gefasel und wurde dabei nur noch schneller. Empört versuchte Streif Donner zu erreichen aber er hatte keine Change. Sie machte eine scharfe Kurve um einen Stein und hängte ihn den schnaufenden Streif ab. Donner hüpfte über einen Kaninchenbau und erblickte den kleinen Flüchtling auf einer Anhebung, als er sie erblickte, erschrak er und flitze schneller davon. „Warte nur Bürschchen“, knurrte sie innerlich. Sie raste die Anhebung hinauf und hatte den Kleinen fast eingeholt. In der Hektik schleuderte der schildpattfarbene Kater ihr einen Zweig gegens Gesicht. Sekundenschnell konnte sie sich gerade noch rechtzeitig ducken und nahm die Verfolgung wieder auf. Donner spannte die Muskeln an, der Kater war gerade noch eine Beinlänge von ihr distanziert und rannte um sein Leben. Mit ausgestreckten Krallen erreichte sie seinen Rücken und fauchend rollten die Beiden über den moosigen Waldboden. Der Kater kratze ihr die rechte Wange leicht auf. Vor Schmerz liess Donner ihn los. Der Kleine holte zum nächsten Schlag aus, doch sie schlug ihn mit der Pfote zwischen seine Weichteile. Der Kater heulte und sank zusammen. Funktioniert also auch bei Katern, triumphierend drückte sie ihn in die Erde. „Langsam aufstehen und keine dummen Mätzchen!“, knurrte sie dem Kater böse entgegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare

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    hahaha nice! voll in die weichteile!

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Feenstaub

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