January - Jetzt oder nie 45

AVA 

Ich sah ihm perplex hinterher. Das hörte sich so sehr nach Abschied an. Irgendwie war ich davon ausgegangen, dass er über Weihnachten hier sein würde. Ich fühlte mich leer und verlassen und die Vorstellung, ihn morgen nicht mehr hier zu haben machte mich unendlich traurig. Zwar redete er seit Tagen nicht viel mit mir, aber die Gewissheit, dass er da war beruhigte mich immer. 

Ich stand noch immer wie angewurzelt auf der Tanzfläche, als die Anwesenden plötzlich begannen von 10 herunter zu zählen. Stimmt. Geburtstag, da war ja was. Als es 00:00 Uhr schlug, jubelten alle los. Es war schwer ein freudige Gesicht zu machen wenn einem nur noch nach heulen war. Ich wurde umarmt und beglückwünscht. Ich ließ es über mich ergehen und säuselte roboterartig meinen Dank. Katy drückte mir einen Kuss auf die Wange, wurde aber schnell von Jamie zur Seite geschoben. Er gratulierte mir als letzter, nahm mich in die Arme, hob mich hoch und drehte sich mit mir im Kreis. 

»Das Beste zum Schluss. Alles Gute zu deinem Geburtstag meine Süße. Ich hoffe all deine Wünsche gehen in Erfüllung. Mögen die schönsten Tage deines alten Lebensjahres, die schlechtesten des neuen sein.« Bei seinen lieben Worten brachen alle Dämme und ich konnte die Tränen nicht zurückhalten. War das was ich am meisten wollte doch eben aus meinem Leben verschwunden. 

»Danke Jamie. Ich.....danke, dass du da bist.« Ich wusste nicht ob meine Worte überhaupt verständlich waren oder Sinn ergaben. Jamie strich mir die Tränen aus dem Gesicht. 

»Hey. So traurig kannst du nicht darüber sein schon wieder um ein Jahr zu altern.« Ich musste trotz meiner Trauer lächeln. Das schaffte nur Jamie. 

»Ich hab´s versaut... er. Er will nicht. Er fliegt morgen Früh zu Em.« Die Kunst vollständige Sätze zu bilden, war scheinbar mit meinem alten Lebensjahr verschwunden. 

»Du liebst ihn immer noch.« Jamie stellte keine Frage, es war eine Feststellung. Ich brachte nur ein Nicken zustande.  

»Hast du es ihm denn gesagt?«  

»Ja. Also, nicht direkt mit den Worten. Aber er sollte bemerkt haben, dass sich etwas geändert hat.« 

»Du hast ihm, nachdem du ihn mehrmals abgewiesen und ihm klar und deutlich zu verstehen gegeben hast, dass er dich in Ruhe lassen soll, nicht klar und deutlich gesagt dass du ihn liebst?« Jamie schaute etwas belustigt. 

»James, ich weiß echt nicht was daran lustig sein soll.« Ich wurde wütend. 

»Oh man Ava. Er ist auch nur ein Mann. Ganz ehrlich: Nach allem was ich mitbekommen habe und nachdem was du mir erzählt hast, hab ich mich gewundert wie lange er das noch durchzieht. Er muss seinen männlichen Stolz ganz schön weit in die hinterste Ecke geschoben haben. Ich spreche da aus Erfahrung. Als du mich abgewiesen hast, hab ich schnellstmöglich den nächsten Flieger genommen. Ich hab einen ganzen Ozean zwischen uns gebracht, um wieder klar zu kommen. Mason hingegen ist seit dem Unfall nicht von deiner Seite gewichen. Du hast ihn richtig übel abgewiesen und der Junge lässt dich in sein Haus einziehen. Ich kann verstehen, dass er sein letztes bisschen Würde packt und geht. Sorry.«  

»Oh..« Jamies Ehrlichkeit war nicht immer schön, aber er hatte vollkommen Recht. Bei allem was zwischen Mason und mir passiert war, war die Art wie ich in der Zeit nach dem Unfall mit ihm umging das Letzte. Ich war derart gekränkt, dass ich ihm gar keine Chance geben wollte. Ich wollte nicht hören was er zu sagen hat.  

»Jamie, ich muss hoch...kannst du....?« Ich blickte mich um. Alle feierten und niemand schien etwas von meinem kleinen Gefühlsausbruch bemerkt zu haben. 

»Jap, ich werde diese Party hier nun crashen und zusehen, dass alle wieder zum Flughafen kommen.«  

Ich umarmte Jamie und rannte, ohne mich von den anderen zu verabschieden aus dem Proberaum.  

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