Kapitel 14

Ein Piepen weckte mich.

Piep, Piep, Piep, Piep. Kann das jemand mal abstellen. Ich öffnete langsam meine Augen und sah das ich nicht mehr in der Mensa war. Vielleicht wurde der Krankenwagen gerufen.

"Sie sind wach," sagte plötzlich eine Stimme. Ich hatte nicht bemerkt das jemand den Raum betreten hatte.

"Wissen Sie was passiert ist."

Ich wusste das ich nicht die Wahrheit sagen durfte deswegen stotterte ich:" B-b-bin auf den B-B-Boden g-gefallen," vor mich hin.

"Das hat ihr Freund auch gemeint," meinte er lächelnd.

Moment mein Freund. Ich habe keinen Freund. Niemand würde mit mir freiwillig eine Beziehung eingehen.

"Darf ich ihn rein hohlen er fragt alle 5 Minuten wie es ihnen geht und ob er sie sehen darf," wollte der Arzt wissen. Ich nickte nur schwach.

"Gut aber bevor ich das tue muß ich noch ein paar Tests mit ihnen machen. Sie müssen auch zur Beobachtung hier bleiben."

Ich nickte nur und wartete geduldig bis er mit den Tests, die aus Blutabnahme, Augenreaktionstest, Speichelprobe und vielen weiteren bestand, fertig war.

"Ich sage dann jetzt ihrem Freund das er zu ihnen rein darf."

Ich nickte wieder und der Arzt verschwand. Erschöpft ließ ich mich auf dem Kissen fallen und schloss die Augen. Als ich Schritte neben mir hörte öffnete ich sie wieder und sah in die wundervollsten Augen, die ein Mensch haben kann.

"Hey wie geht's," wollte er wissen. Wie ich diese sexy Stimme vermisst habe.

"Die Frage ist wohl eher wie es dir geht," meinte ich und lächelte ihn schwach an. Er sah scheiße aus. Ein blaues Auge, eine aufgeplatzte Lippe. Insgesamt sah er für mich immer noch wunderschön aus, obwohl ich so nicht denken durfte aber das war mir egal.

Er lächelte mich aus seinen wundervollen grauen Augen an. Ich glaube ich sollte aufhören zu schwärmen bevor es zu spät ist.

"Mir geht es gut," meinte Lion und lächelte tapfer.

"Du weißt, du musst dich vor mir nicht stärker stellen als du es bist. Ich sehe dir an das du Schmerzen hast," lächle ich Lion vorsichtig an. Ich merke wie sich meine Hand zu seinem Gesicht bewegt um die sonst immer hoch gegelten Haare zurück zu kämmen.

Er sieht einfach noch heißer aus wenn er sich nicht anstrengt gut auszusehen. Da seine Haare von der Prügelei zu allen Seiten steht, sieht das so verdammt gut aus. Am liebsten würde ich ihm abknutschen- okay nein würde ich nicht.

Doch würdest du wenn du könntest und er würde dich dann hassen.

Ja, da muss ich meiner inneren Stimme mal recht geben. Ich würde es wahrscheinlich tun, wenn ich ein bisschen Mumm hätte. Und wenn ich genug Selbstvertrauen hätte. Da aber alles nur mangelnd vorhanden ist, werde ich das wahrscheinlich nie tun.

Meine Hand erkundete vorsichtig sein Gesicht, während ich ihn angestrengt mustere und er mich ebenfalls ansieht. Vorsichtig fahre ich mit meiner Hand zu seinem Auge, das deutlich geschwollen ist und eine blaue Farbe angenommen hat. Ich höre wie Lion die Luft scharf einzieht, als ich über sein Auge fahre. Und da wache ich wieder in die Realität auf. Ruckartig zog ich meine Hand weg und murmelte ein:" Sorry."

Ich konnte ihm natürlich nicht mehr in die Augen sehen, da mir das peinlich war also sah ich überall hin außer in seine Augen.

"Tony, das muss dir nicht peinlich sein," meinte Lion beruhigend. Doch ich schüttelte den Kopf.

"Das ist einfach nur peinlich. Ich kann einfach meine Finger nicht von dir lassen-. Tut mir leid," meinte ich schnell als ich merkte was ich gesagt hatte und sah peinlich berührt zur Seite.

"Es ist mir egal Tony. Du kannst mich anfassen so viel du willst."

"Aber du stehst nicht auf Männer."

"Na und? Ist doch egal auf was oder wen ich stehe Hauptsache ich bin glücklich. Wenn ich überhaupt je wieder eine auf Beziehung eingehe," den letzten Satz murmelt er nur vor sich hin und ich weiß auch nicht ob er das wirklich gesagt hat. Ich sah ihn nur erstaunt an.

"Magst du Beziehungen denn nicht?"

"Nein. Ich hasse es mich anderen Leuten zu öffnen."

Ich hätte alles erwartet aber nicht das. Er mochte keine Beziehungen. Lion ist der aller letzte Mensch von dem ich das erwartet hätte.

"Warum hast du dann behauptet dass du mein Freund bist ?"

"Ich hatte gehofft das du machst dir daraus keine all zu großen Hoffnungen machst."Ich schüttelte meinen Kopf und Lion redete weiter:" Sie hätten mich sonst nicht zu dir gelassen und ich musste dich einfach sehen."

"Danke Lion für alles, aber wenn du dich jetzt nicht dafür entscheidest zu gehen wirst du mit mir sinken."

Lion schüttelte seinen Kopf.

"Nicht wenn ich dein Rettungsboot bin."

"Du wirst nicht gehen oder?" Wollte ich wissen.

"Nein ich werde nicht gehen. Nicht heute und auch nicht in zwei Jahren. Egal wie schwer es wird dich wieder an Land zu bringen, ich werde es versuchen."

Ich lächelte Lion leicht an.

"Geh nach Hause und schlaf dich aus."

Lion schüttelte den Kopf.

"Ich werde hier bleiben," meinte er fest überzeugt.

"Sie werden dich rausschmeisen."

"Wenn sie mich nicht finden, können sie mich gar nicht raus scheisen."

Ich kicherte.

"Du willst mir doch nicht sagen, dass du wegen mir auf dein Bett verzichtest und statt dessen auf dem Stuhl da schläfst," meinte ich und zeigte auf den Stuhl.

Lion sah mich mit einem undeutbaren Blick an.

"Wer hat gesagt, dass ich auf dem Stuhl schlafe und nicht mit dir in dem Krankenhausbett."

Ich keuchte bei der Vorstellung wieder mit Lion in einem Bett zu schlafen. Er wird sich wahrscheinlich nicht überreden lassen nach hause zu gehen.

"Wenn sie uns erwischen sind wir tot."

"Werden sie schon nicht," meinte Lion fest überzeugt und zwinkerte mir zu.


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