Tränke

Tränke

Ich hatte wie immer noch einiges zu tun. Als ich die Tür meines Zimmers hinter mir schloss, begann ich damit als erstes Zauber auf mein Zimmer zu legen, so dass keine Geräusche daraus mehr zu hören sein würden. Ich hatte vor dieses zu meinem Apparitionspunkt zu machen, denn es war eindeutig unauffälliger als unser Garten, aber das Apparieren brachte leider einen lauten Knall mit sich und damit dieser nicht meine Eltern auf den Plan rief, musste der Silencio her. Ich hatte in einem Buch gelesen, dass es einigen wenigen, hochbegabten Zauberern gelingen konnte die Nebengeräusche des Apparierens zu unterdrücken, so z.B. Dumbledore oder Voldemort und bei Snape und Malfoy hatte ich es auch mal beobachtet. Ich hatte mir vorgenommen dies auch zu erlernen und es zu schaffen und wenn ich bedachte wie gut mir das erlernen des Apparierens ohne Hilfe gelungen war, hegte ich die Hoffnung auch diese Hürde mit genügend Zeit und Anstrengung zu meistern.

Ich vollführte noch einen Muggelabwehrzauber, der mich warnen würde, sollte jemand mein Zimmer betreten wollen, obwohl das eigentlich durch den Verschlusszauber, den ich zum Schluss auf meine Tür warf, nicht mehr möglich sein sollte. Es wäre wirklich nicht gut gewesen, hätten zum Beispiel meine Eltern irgendetwas von dem mitbekommen, was sich hier in den nächsten Wochen noch abspielen würde. Als ich dies alles erledigt hatte, ließ ich meinen Blick durch das Zimmer schweifen. Die Nacht würde noch lang werden. Ich schritt auf meinen Schreibtisch zu und nahm die Zutaten auf, dann ging ich mit ihnen in mein Bad, das sehr schlicht in beigefarbenen Fliesen gehalten war. Somit wandte ich meine Aufmerksamkeit dem Doppelwaschtisch zu, zielte mit dem Zauberstab darauf und verwandelte ihn. Das Waschbecken wanderte nach links, in die hinterste Ecke und verkleinerte sich und der Rest des Tisches wuchs deutlich in die Länge und Breite.

Eine perfekte Ablage, um Tränke zu brauen, mit genügend Platz, um die Zutaten zu präparieren. Das Porzellan war dafür eine sehr geeignete Unterlage. Es war immer wieder schön, zu sehen, was für eine begabte Hexe ich doch war. Ich holte noch meinen Kessel und begann alles aufzubauen, dann schlug ich in meinem Nachschlagewerk noch einmal nach und las es mir genau durch, auch wenn ich mich schon in meinem zweiten Jahr an diesen doch nicht so leichten Trank gewagt und ihn richtig hinbekommen hatte, bedurfte es großer Konzentration und Aufmerksamkeit, dass der Vielsafttrank auch wirklich gelang.

Florfliegen, Blutegel, Flussgras, Knöterich, gemahlenes Horn eines Zweihorns, kleingeschnittene Baumschlangenhaut und ein Stück der Person, in die man sich verwandeln wollte (z.B. Haare). Alle Zutaten waren in vorgegebener Reihenfolge und in bestimmten zeitlichen Abständen zu dem Gebräu hinzuzugeben. Die benötigte Baumschlangenhaut, sowie das Zweihorn-Horn waren nicht im öffentlichen Handel erhältlich, bla, bla, das wusste ich auch, hatte es ja illegal erworben. Die Herstellung des Trankes dauerte mehrere Wochen, wobei bestimmte Mondphasen zu beachten waren, ehe als letzte Zutat etwas von der Person hinzugefügt wurde, deren Aussehen erlangt werden sollte. Zum Schluss sähe der Trank aus, wie dunkler, träge blubbernder Schleim, wenn dann die letzte Zutat in den Trank gegeben wird, nimmt er als deren persönliche Essenz individuell unterschiedliche Färbungen an.

Nun begann ich die einzelne Zutaten zu reiben, schneiden, hacken und zu zerkleinern. Ich ging sehr penibel vor. Den Topf hatte ich mit ein bisschen Wasser gefüllt und das Feuer darunter entzündet. Nach und nach gab ich die Zutaten dazu, rührte mal gewissenhaft in die eine, mal in die andere Richtung und setzte somit die Basis für den Trank an. Ich reduzierte die Hitze, oder erhöhte sie wie angegeben. Ich achtete darauf alle Schritte pedantisch genau einzuhalten.

Kurz vor 23 Uhr war die Basis so weit, um vom Feuer genommen zu werden und langsam abzukühlen. Ich levitierte den Kessel in meine Badewanne, denn dort würde er jetzt die nächsten Tage bis es zum nächsten Brauschritt ging ziehen.

Befriedigung machte sich in mir breit, denn ich kam gut voran.

Nun bereitete ich alles für den nächsten Trank vor. Zum Ende der Ferien hoffte ich einen Vorrat an Skele-Wachs, unterschiedlichen Stärkungstränken, Heiltränken unterschiedlicher Stärke, Schlaftränken und Heilsalben gegen Wunden oder Brandflüche und einen Blutbildungstrank, erstellt zu haben. Das würde eine gute Basis sein, auf der man aufbauen konnte, denn für das was ich plante würde es erforderlich sein, für viele Eventualitäten gerüstet zu sein.

Bis ich im Bett lag war es kurz nach eins. Ja, da kam Freude auf, ausschlafen! Wie ironisch!

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