Alrics Erklärung 1/2

Einzelne Himmelskörper leuchteten am Firmament und schenkten interessierten überall dort, wo das Band dunkel schlierender Wolken die Sicht nicht trübte, verschiedenste Muster. Sternendeuter erkannten oftmals tierische Silhouetten in ihnen und benannten sie nach solchen. Die Strahlen des voll scheinenden Mondes spiegelten sich mattsilbern auf Bächen, Flüssen und Seen und tauchte die Nacht in Zwielicht.
Es war die Zeitdauer der Nachtaktiven. Eine Zeit, in welcher sich die Jäger aus ihren Verstecken wagten, um ihre fortwährende Suche zu beenden. Diese nahm ihren Ursprung, als ihr einstmals freies Leben nicht mehr galt und der Fortbestand allerlei Arten von einfallenden Kämpfern bedroht. Zu Dutzenden fielen sie getroffen von Pfeilen und Bolzen aus angestammten Sphären oder verfingen sich in hinterlistige Fallen. Menschen aus fremden Ländern begannen eine unaufhaltsame Hatz. Sie zerstörten Rückzugsstätten wie Nistplätze und nahmen weder Rücksicht noch zeigten sie Respekt vor dem Leben. Sie zerdrückten sie, zerschmetterten sie an Wänden und Böden und traten skrupellos auf ihnen herum. Es schien einen jeden egal ob ein harmloses Ei oder ein Küken.
Es war eine Zeit, als Menschen unterschiedlichster Abstammung begannen einander zu bekämpften, zu verletzen, zu verkrüppeln gar zu töten. Was nicht starb, wurde zertrampelt, verwüstet und vielerorts den Flammen anheimgegeben. Vereinzelte Höfe, Siedlungen, Weiler selbst Städte gaben nach und nach dem Druck der Invasoren Kleinbei. Wer nicht wich oder bereit war sich unterzuordnen, baumelte zumeist Wochen wenn nicht sogar Monaten hinweg als Mahnmal aufgeknüpft an einem Pfahl. Über unzähligen Orten lag der Odem des Todes wie eine immerwährende Dunstglocke.
Seit nunmehr vielen Jahren dauerte ihre Suche an. Stets bemüht, den wahren Erben zu finden. Jenen, dem der Ruf dem Halse entweicht, und befreit, was von Anbeginn der Zeitalter frei sein sollte. Sie, die Sucher, die Jäger der Nächte galten als Späher und Boten der Aars.
Sie waren es auch, die vorbezeichneten berichteten und einen Gefundenen als potenziellen Erben darboten. Sie würden zeit ihres Lebens ein Bindeglied zwischen ihm und den Majestäten der Lüfte bilden und aus eben jenem Grund blieben sie äußerst achtsam. Sie belauerten ihr Ziel zuweilen über Jahre hinweg, stets bedacht den wahren ausfindig gemacht zu haben. Endgültig jedoch entschied der Teppich des Schicksals und ob einer dessen unzähliger Fäden der Bestimmungen mit dem Leben des gefundenen verwoben werden könne.

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