Part 13

Evas Kopf dröhnte, sie hatte keine Ahnung wie lange sie Bewusstlos gewesen war. Sie fühlte sich schwindlig, merkte wie die starken Arme, welche sie hielten, sie auf den Boden stießen. Sie öffnete die Augen und erschrak als sie den Kopf hob, man hatte sie in einer steinernen Halle vor dem verrückten Diktator auf die Knie gestoßen. Es war ihr nicht mehr möglich auf ihre Umgebung zu achten, verängstigt starrte sie in die beinah schwarzen Augen des unmenschlich wirkenden, selbst ernannten Königs. "Was für eine Freude dich wieder zu sehen Eva", in seiner Stimme lag wie schon in der Zeit, als er noch ein Junge unter dem wandernden Volk gewesen war, etwas zutiefst bedrohliches. Eva nahm all ihren Mut zusammen und stand zitternd auf, ihr Körper forderte seinen Tribut für das verschenkte Essen der letzten Tage. "Du wahnsinniger, verlogener Idiot", fauchte sie "Chrunch!" 
Chrunch strich ihr neckisch über die Wange: "Oh Eva, so schön und doch so überheblich! Es wird mir eine Freude sein dich zu töten!" 
Eva entdeckte einige schwarze Nähte, welche über seine Hand reichten, die Fäden schienen sich zu bewegen und Spitze enden traten hervor. Sie wich erschrocken zurück: "Was bist du?" Chrunch lachte, dieses irre Lachen hatte sie in ihren Alpträumen verfolgt, und entblößte dabei seine spitzen Zähne. 
"Na du irrer Dämon?", raunte eine Stimme aus einer dunklen Ecke in dem steinernen Saal "du bist weit weg von zuhause!" 
Chrunch fuhr herum, wütend brüllte er wie ein wildes Tier, weitere schwarze Fäden schossen aus seinem Körper: "Komm ins Licht kleiner Prinz, du bist die Vorspeise!" Eva riss sich von dem Abscheulichen Anblick des Dämons los und starrte auf den blonden jungen Mann der sich, allem Anschein nach ohne Furcht, den Fäden näherte. Er zwinkerte ihr frech zu und wandte sich dann wieder Chrunch zu: "Was ist jetzt, ich dachte du willst spielen! Deinen Nähkoffer kannst du zuhause lassen, das ist ja lächerlich!" 
Chrunch brüllte erneut, die Fäden schossen in Richtung des jungen Mannes, dieser warf etwas klacken auf den Boden, Rauch stieg auf und verdunkelte binnen Sekunden den Saal, Eva hustete, sie tat sich schwer Luft zu bekommen. Ein Arm packte sie an der Hüfte der andere hielt ihr den Mund zu damit sie nicht losschreien konnte. Sie vernahm die Stimme ihres Retters, der sie fest an sich drückte: "Keine Angst, wie holen dich hier raus, halt dich still" 
Im selben Moment begann ein mächtiger Schneesturm Mitten in Saal zu alles zu zerlegen. Die plötzliche Kälte war zu viel für Eva, sie verlor erneut das Bewusstsein.

"Du bist der schrecklichste und dümmste dumme Idiot der mir je begegnet ist", Liam schrie Finn fassungslos an, dieser kühlte seine Wunde im Gesicht mit einem feuchten Lappen. "Schnauze Schwuchtel", gab er trotzig zurück "wir haben es geschafft, haben die Bude dort platt gemacht und das Mädchen gerettet, nur darum geht es!" Vernon schlug ihm auf den Hinterkopf um seinem Ärger Luft zu machen: "Ja, aber nicht ohne das Liam den Sitz des Königs in Gideon zerstören musste! Jetzt weiß jeder das wir hier sind!" Finn rieb sich mit seiner freien Hand genervt den Hinterkopf. Liam seufzte, wahrscheinlich wäre das Mädchen jetzt tot wenn Finn nicht á la Rockey in den Saal gestürmt und den Dämonen provoziert hätte. Es war nicht gut überlegt gewesen, aber so hatten sie zumindest jemanden retten können, auch wenn sie nun sicher in ganz Argenshire bekannt und gesucht waren. "Lass mal sehen", Liam nahm Finn den Lappen ab um seine Verletzung genauer zu betrachten. Ein Schnitt verlief 3cm lang unter seinem rechten Auge, der andere mindestens 4cm lang unter dem linken Auge. Da würden Narben bleiben, die restlichen Schürfwunden waren eher oberflächlich. Finn hatte das Mädchen an sich gedrückt und einen Kopf über ihren gelegt, herab fallende Trümmer hatten für seine Verletzungen gesorgt. Liam war immer noch erstaunt das Finn es geschafft hatte die Fremde unverletzt aus dem einstürzenden Gebäude zu bringen, dort hatten sie auf ihn gewartet und waren in ein verfallenes Viertel am Stadtrand geflohen. Sie versteckten sich in einem verlassenen Haus, welches das Elend der Gegend wieder spiegelte. Die Wände waren beschmiert und verdreckt, der Holzboden war löchrig und voller Flecken. Die Vorhänge vor den zerschlagenen Fenstern hingen in Fetzen und hatten ihre besten Tage auch schon längst hinter sich. Vernon hatte das Mädchen auf Finns Kampfanzug, den er dafür bereit gestellt hatte, gebetet damit sie sich ausschlafen konnte, sie wirkte sehr erschöpft. 
Liam legte seine Hände auf Finns Wangen: "Das ist nicht so schlimm, das kann ich heilen! Es wird mich nicht viel Kraft kosten!" Finn schlug seine Hände weg und sprang auf: "Nein lass das, hilf ihr!" Liam wahr überrascht über diese Reaktion: "Finn du wirst dein Leben lang Narben im Gesicht haben, mindestens die von den zwei Schnitten!" Finn griff in die Tasche der Jeans, welche er unter dem Kampfanzug getragen hatte und holte Streichhölzer heraus. Er zündete eines an und hielt dann den Stiel eines alten Löffels, den er am Boden fand, über die Flamme bis er glühte. Dann zog er einen Taschenspiegel aus der anderen Hosentasche und drückte das glühende Metal auf die Wunden. Es zischte und stank fürchterlich, er verzog schmerzverzerrt sein Gesicht. "Selten einen so gestörten Menschen getroffen, und das bei meiner Familie", spottete Vernon und hielt sich die Nase zu. Liam ging in der Zwischenzeit zu dem Mädchen um zu sehen was er für die tun konnte.

Eva wachte auf, sie fühlte sich besser. Sofort bemerkte sie, dass sie auf etwas weichen lag, sie erkannte die Kleidung ihres Retters. Erst als sie sich aufsetzte bemerkte sie die interessierten Blicke der beiden jungen Männer, der selben Männer welche ihr im Wald vor Karavos begegnet waren. 
"So sieht man sich wieder!", stellte Liam fest "ich habe mich bereits vorgestellt, der zu meiner rechten ist Vernon, mein Begleiter!" 
"Ich bin Eva", bei den Worten der Jungen Frau sprang Vernon erschrocken auf und eilte zu ihnen. Liam und Eva waren verwirrt über sein plötzliches Interesse an der Situation. "Du bist Eva? Was hat der Diktator für ein Interesse an dir?", Vernon lies sich neben Liam auf den Boden fallen und musterte sie gespannt. "Bedrängt sie doch nicht so, dass ist ja peinlich", Finn lehnte genervt hinter ihnen an der Wand "sie und der Diktator sind gemeinsam aufgewachsen!" Eva blickte den Blonden erschrocken an, sie fragte sich woher er so viel über sie wusste. Liam beschloss einstweilen ein ernsthaftes vier Augen Gespräch mit Vernon zu führen, er schien etwas zu wissen und hatte eindeutig ein Geheimnis vor ihm. "Das Stimmt", Eva stand auf und fixierte Finn "warum er mich jagt weiß ich nicht, vielleicht weil ich die Einzige bin die sein Massaker damals überlebt hat!" Finn lachte, er fuhr sich durch seine zerzausten Haare und lehnte den Kopf an der Wand zurück um sie nicht ansehen zu müssen bei dem, was er zu sagen hatte: "Chrunch hat einen Bruder, er und ich sind so etwas wie Freunde. Ich weiß also das du damals gesehen hast welchen Gegenstand Chrunch bei sich trug. Das Artefakt, niemand kennt es. Chrunch hat Angst das die Menschen sich gegen ihn erheben und versuchen es zu zerstören! Verkauf mich ja nicht für blöd!" Eva zuckte zusammen, dieser blonde Junge schien alles zu wissen und sie einfach in die Falle laufen zu lassen wenn es um Fragen ging. Sie war ihm dankbar, aber sie fand ihn auch extrem unsympathisch und verstand sein arrogantes auftreten nicht. "Keine Sorge, du bist nicht die einzige in dem Raum die mich nicht ausstehen kann Kleine", Finn grinste in die Runde "ich überlege mir wie wir unentdeckt über den Etan kommen! Ruh dich aus Eva! Freunde wir sehen uns später!" Die drei Verbleibenden schauten Finn noch eine Zeit stumm nach, er schien genau zu wissen was sie dachten, er schien generell viel mehr zu wissen. "Eva, du solltest tun was Finn dir geraten hat", sagte Liam schließlich "ich werde mit Vernon noch ein paar Dinge besprechen bevor wir auf brechen!" Eva war zu müde und zu verwirrt um zu widersprechen, sie legte sich zurück auf die Kleidung des eigenartigen Blonden. Liam deutete Vernon ihm zu folgen, gemeinsam gingen sie ins Stiegenhaus. "Was ist?", fragte Vernon und versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Liam sagte zuerst nichts, er musterte seinen offensichtlich nervösen Freund lange. "Was verheimlichst du mir?", Liam bemerkte das Vernon seiner Frage auszuweichen versuchte, er starrte aus dem Fenster. "Vernon seit wir hier sind hast du Geheimnisse vor mir!"
"Aber du vor ihm nicht?", Finns bissige Stimme lies beide zusammen fahren, er war lautlos die Stiegen hoch gekommen und lehnte betont lässig an der Wand neben ihnen. "Könntest du damit aufhören?", fuhr Vernon ihn an "du machst uns wahnsinnig!" Finn lachte verächtlich und fuhr sich durch die Haare, dann wendete er sich an Liam: "Du verheimlichst Vernon das Treffen mit seinem Vater! Und er dir das Treffen mit meinen Ziehschwestern! Ziemlich erbärmlich wenn ihr mich fragt!" Dann nickte er beiden lächelnd zu und verschwand in der Wohnung. Liam und Vernon blickten nun beide auf den Boden. "Ist Belgur Zinar mein Vater?", fragte Vernon leise, in seiner Stimme war unterschwelliger Zorn zu hören. Seine Hände waren zu Fäusten geballt, sein Atem beschleunigte sich. "Hattest du vor unserer Abreise besuch von Finns Schwestern?", schoss Liam zurück, wissend wie lächerlich das im Vergleich zu seinem vergehen war. "Also ja?", Vernons Augen funkelten ihn bedrohlich an "du wusstest es und hast kein Wort gesagt?" Liam wusste das jeder Vorwurf seine Lage nur weiter verschlimmern würde, also nickte er einfach. 
Der Schlag traf ihn unerwartet und hart, beinahe wäre er zu Boden gegangen. "Alles habe ich dir verziehen", Vernon rieb sich seinen Arm "aber das muss ich erst verdauen!" Liam wischte sich das Blut aus dem Gesicht, seine Lippe war aufgesprungen. Er sah wie Vernon die Stiegen hinunter schnellte und verschwand. Sofort wollte er ihm folgen, aber er wurde zurück gerissen. "Lass ihn gehen", murmelte Finn hinter ihm. Liam drehte sich zu ihm um und zog seinerseits mit voller Kraft durch. Er verpasste Finn einen Kinnhaken der ihn zurück in die Wohnung stolpern lies. "Wie kannst du es wagen?", schrie er ihn an "und halt dich aus meinen Gedanken raus!" Finn rollte seinen Kopf, sodass es knackte und verdrehte die Augen: "Ich konnte mir eure Beziehungskrise nicht länger ansehen, es wäre sowieso raus gekommen und dann hätte es für jeden Tag der verstrichen wäre mehr Ärger gegeben! Er kommt doch sowieso zu dir zurück!" 
Liam folgte Finn entnervt in die Wohnung zurück, er wusste das es im Moment keinen Sinn machen würde Vernon hinterher zu laufen. Außerdem mussten sie aus Gideon verschwinden bevor man sie doch noch entdecken würde. Eva war durch den lauten Streit der Männer aufgeschreckt worden und blickte interessiert auf die beiden und ihre leicht zerschlagenen Gesichter. 
"Frag einfach nicht!", sagte Finn genervt und warf ihr einen Umhang mit Kapuze zu, erschrocken bemerkte sie, dass es sich um einen der Umhänge der Ritter des dunklen Ordens handelte. "Zieh das an, wir werden dich Punky nennen bis wir Katzus erreicht haben, dein Name erreicht zu viel aufsehen", Finn verzog das Gesicht zu einem schiefen Lächeln "wir werden uns nach Docur Arel durchschlagen, es ist eine Stunde zu Fuß, bei Einbruch der Dunkelheit brechen wir auf! Von dort aus werden wir mit einem Schiff den Etan nach Katzus überqueren" Liam war erstaunt, der, wie Vernon und er ihn gerne nannten, blonde Taugenichts, schien alles genau geplant zu haben. "Was ist mit Vernon?", fragte er Finn, dieser winkte ab: "Den habe ich am Schirm, er wird uns sicher folgen!"




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