Dabog der Verlassene- Wanderer zwischen den Welten (11)

Balduraya drehte sich um und sah vom Stadttor her zwei Personen auf sich zu laufen. Sie hielt inne und schaute, was da vor sich ging. Ein Untoter mit einem langen Pferdeschwanz und vernarbtem Gesicht, kam auf sie zu. Er lief nicht, aber sein Schritt war schnell und entschlossen. Seine Augen jedoch blickten seltsam abwesend und er murmelte vor sich hin: „Muss Lumnia finden, muss zu den Nachtelfen…“ diese Worte wiederholte er immer wieder. Es war richtiggehend grotesk. Sie schaute ihm erstaunt nach, als er an ihr vorbeieilte. „Haltet ihn auf!“ rief ein anderer Untoter, mit recht gut erhaltenem Körper, welcher den Verlassenen mit dem Pferdeschwanz scheinbar einfangen wollte. Gwydyon und Tyrande die mittlerweile auch stehen geblieben waren, hörten die Aufforderung und stellten sich dem Untoten, bei dem es sich scheinbar um Dabog handelte, in den Weg. Dieser aber liess sich nicht beirren, wich ihnen einfach aus und ging auch an ihnen vorbei. Gwydyon war verärgert, dass dieser Untote sie einfach so ignorierte und stellte sich ihm erneut in den Weg. „Muss Lumnia finden, muss sie retten, muss zu den Nachtelfen!“ murmelte Dabog erneut und setzte seinen Weg mit einer Hartnäckigkeit fort, die alle Anwesenden ratlos machte. Der andere Untote, in einer rotschwarzen Rüstung, war nun ebenfalls bei ihnen angelangt und packte den anderen mit seinen Klauen unsanft an der Schulter.

Dabog schrie bei diesem direkten Angriff auf und zog sogleich sein Schwert, welches er seinem Kumpanen, an die Kehle hielt. Dieser liess ihn erschrocken los und blickte in die Augen seines Gegenübers, die immer noch von einer seltsamen Abwesenheit erfüllt waren. „Hej, schon gut mein Freund! Ich will nicht mit dir kämpfen, aber die dunkle Fürstin ist aufgewacht und sie verlangt nach dir.“ Bei diesen Worten, schien sich der Blick des Verlassenen mit dem Pferdeschwanz für einen Sekundenbruchteil zu klären. „Meine Fürstin… ist wieder erwacht?“ „Ja, komm wir müssen zu ihr.“ Der Verfolger, wollte ihn erneut am Arm fassen, um ihn mit sich zu ziehen. Doch Dabog riss sich los. „Nein! Muss zu Lumnia, muss zu den Nachtelfen…“ Der Untote setze seinen Weg nun unbeirrt weiter fort. Die Blutelfen zuckten hilflos mit den Schultern. Balduraya sprach. „Ich versuche mal mit ihm zu sprechen und ihn etwas zu beruhigen.“ Sie lief Dabog hinterher und legte ihm sanft ihre Hand auf den Rücken. Erstaunt blickte sich dieser um, als er die zarte Berührung spürte.

„Mach dir keine Sorgen Dabog“, sprach sie „wir werden Lumnia bestimmt finden und auch zu den Nachtelfen reisen wir mit dir. Das ist sowieso auch unser Ziel. Wir sind als Pilger unterwegs. Vertraue uns, wir tun was wir können, um dir zu helfen.“ Die Augen des Untoten richteten sich nun auf die junge Frau und in seinem Ausdruck lag beinahe etwas Kindliches. „Ihr wollt auch zu den Nachtelfen?“ „Ja genau. Du kannst mit uns kommen, du musst keine Angst haben.“ Sie legte den Arm liebevoll um den Verlassenen, seinen Geruch ignorierte sie einfach so gut es ging. Dabog liess sich von ihr nun ruhig Richtung Zeppelin- Türme führen. „Aber… startete der andere Untote einen letzten, schwachen Versuch „Eigentlich hat die Fürstin nach ihm verlangt…“ „Versuch ihn doch aufzuhalten!“ meinte Gwydyon sarkastisch. „Der bringt dich glatt um, wenn das für solche wie dich überhaupt noch eine Rolle spielt…“ Der Angesprochene schaute ihn finster an, doch es war nicht die Eigenschaft der Untoten, sich zu sehr von solchen Äusserungen provozieren zu lassen. „Ich weiss, dass du nicht sehr viel von unsereinem hältst, wir halten auch nicht viel von den Lebenden, aber so wie es aussieht, muss ich euch wohl begleiten. Ich kann Dabog ja nicht alleine mit euch lassen. Er scheint mir sehr verwirrt und etwas steckt dahinter. Das will ich rausfinden und dann werden ich Ruhm bei der Fürstin und meinem Volk ernten. Mein Name ist übrigens Aeternias.“...

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