Wieder einmal Zeit für eine Zigarette, denkt sie und zündet sich ihre Zigarette an, dabei beobachtet sie das aufflackender Licht. Heute vor einer Woche war er es, der ihre Zigarette anzündete, sie hatte ihr Feuerzeug wieder einmal zu Hause auf dem Schreibtisch liegen lassen.

Er ist so vieles. Vieles was sie nicht ist. Da steht er angelehnt an die Wand, zieht bedächtlig an seiner Zigarette.

Sie steht auf der anderen Seite, schaut ihn an. Vielleicht sind es fünf Schritte, die die beiden trennen, doch für sie sind es Meilen.

Sein blaues Shirt sitzt eng, er scheint sie gerade zu anzuziehen und dabei ahnt er wahrscheinlich nicht einmal, wie attraktiv er ist.

Sie weiß selbst nicht, was es genau ist, das ihn so unwiderstehlich macht. Er stellt sich neben sie. Es ist wie immer, wenn sie zusammen sind. Zu erzählen gibt es nicht viel, aber ihr reicht schon, dass er da ist.

Heute Abend fährt er wieder mal, also kein Alkohol für ihn. Seine Freunde amüsieren sich drinnen. Ihm macht das nichts aus, schließlich verstehen sie sich als "Brüder", für die tut man alles. Da wird nicht gefragt, was es ist oder ob es richtig oder falsch ist. Der Zusammenhalt hat oberste Priorität. Das fasziniert sie. Das kannte sie vorher nicht. Jetzt gehört sie selbst zu diesem Kreis von Geschwistern. Ihr bester Freund ist sein bester Freund.

Vielleicht ist er deshalb nett zu ihr, weil sie die beste Freundin "seines Bruders" ist.

Eigentlich ist er nicht nett.

Sie sagte einmal zu ihm

"Du bist so unterkühlt"

Er sah sie an.

"Ja"

Einfach so.

Kurz angebunden ist er auch.

Er geht wieder rein, sie folgt ihm.

Sie tanzen ein wenig, sie muss ihn dazu überreden. Sie tanzt nah mit ihrem besten Freund zusammen und schaut ihn dabei provozierend von der Seite an.

Das reicht, um ihn zum Tanzen zu bringen.

Sie tanzen nah, aber nicht zu nah, schließlich hat er nichts getrunken, dann hält er sich zurück. Sie wünscht sich mehr.

Davon weiß er nichts.

Seine Freundin hat ihn verlassen, vor einem Monat oder mehr, er hat es immer noch nicht überwunden.

Sie ist ganz anders als seine Freundin.

Sie hat Grübchen, wenn sie lächelt. Aber sie zeigt ihm nicht, wie sehr sie ihn mag.

Sie hat Angst, er könnte sie belächeln.

Vielleicht mag er sie auch ein wenig.

Er zeigt seine Gefühle nie, nur wenn er genervt ist.

Manchmal glaubt sie, er mag niemanden.

Trotzdem kann sie nicht aufhören, an ihn zu denken.

Sie sitzt draußen zusammen mit ihrer Freundin. Er sitzt ihnen gegenüber.

Sie hat keine Lust zu Fuß durch die Kälte nach Hause zu gehen.

Als hätte er es geahnt, fragt er sie, ob er sie nach Hause fahren soll.

Natürlich soll er.

Im Auto reden sie ein wenig. Er versucht sich im Smalltalk.

Das tut er nur, wenn er jemanden mag oder wenn er gut gelaunt ist.

Ihre Freundin sitzt auf der Rückbank.

Sie sind da.

"Ich bin dir was schuldig." sagt sie.

Er schüttelt mit dem Kopf, umarmt sie und sagt:

"Bis bald!"

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