Die Kälte steigt, ein müdes Aug‘
späht nach dem Licht am Horizont,
späht nach Erlösung aus dem Kampf,
in dieser letzten, langen Nacht der Fantasie.
Schatten drängen, schwarz und schwärzer,
erstickend, hassend, mordend, wütend.
Und Krieger, kämpfst so lange schon,
in dieser letzten, langen Nacht der Fantasie.
Der Schwertarm müd, die Hand ganz taub,
du fühlst die Herzenskraft nicht länger.
Als wärst du ausgeblutet, kalt,
in dieser letzten, langen Nacht der Fantasie.
Wintershauch dich eng umnebelt.
Jeder Schlag zeigt keine Wirkung.
Und Tageslicht scheint nicht zu nahen,

in dieser letzten, langen Nacht der Fantasie.

 

Doch Krieger, mag dein Herz auch weinen,
dann ist jede Träne der Beweis,
dass dort noch etwas in dir bebt,
in dieser letzten, langen Nacht der Fantasie.
Der Schmerz, so sehr man ihn verachtet,
ist das, was uns lebendig macht.
Die Seite, weiß wie Schnee, sie füllt sich,
in dieser letzten, langen Nacht der Fantasie.
Schwing deine Feder, Wortenkrieger,
nimm diese Hand; will, dass du weißt:
Niemand ist heute hier allein,
in dieser letzten, langen Nacht der Fantasie.
Und wirkt die Dunkelheit auch endlos,
die Sonn‘ ist nur eine Wolke weit.
Die Nacht, sie endet, und dann folgt
das helle, ew’ge Königreich der Fantasie.

Comments

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    Gefällt mir sehr gut Marv, gut das du dieses kleine Gedicht vor den Fängen der Winterdämonen bewahren und als Waffe gegen sie nutzen konntest. ^-^

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    Hoffentlich ist es nicht das letzte Gedicht, das wäre schade. Es hat mir nämlich gut gefallen. Ein Daumen hoch dafür!

  • Author Portrait

    Bin bei 'die Sonne ist nur eine Wolke weit' geblieben... wie schön ist das formuliert! ... und auch andere, wie 'die lange Nacht der Fantasie', die so die beiden Seiten einfängt, das Kreative, aber auch das ermüdete nach langem Verteidigen!

  • Author Portrait

    Ein Herz für dieses Gedicht, Marv! *eilt Durchhaltebrötchen backen*

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