Für immer Neuseeland

                                                            KAPITEL 11

 

„ Wunderschön, nicht wahr?“ Richard wurde von seinem Bruder aus seinen Gedanken gerissen. Ich würde zu gerne wissen wer diese wahnsinnig schöne Frau ist! Das so etwas überhaupt auf diesem Erdball umherwandelt, sagenhaft!“ Christopher knuffte seinem Bruder mit dem Ellenbogen in die Seite.      „Denk daran du bist verheiratet, Chris!“ knurrte ihm Richard grimmig zu. „ Ja, noch mein Lieber. Schon vergessen, ich lebe in Scheidung!“ konterte Chris zurück. Richard konnte seinen Blick nicht von Walery abwenden. Der Anblick den sie bot, musste ja jedem Mann hier im Saal den Verstand rauben. Nur mühsam überwand Richard den Impuls zu ihr hinüber zu eilen, sie zu packen und an einen dunklen und abgeschiedenen Ort zu entführen. Er wollte ihr das Kleid von Leibe reisen, seine Lippen auf ihre Brüste pressen, den Duft ihres Körper einatmen, bis er völlig berauscht war.  „Oh man, ich würde meine Seele dem Teufel verkaufen, wenn ich sie kennen lernen dürfte…und nicht nur das!“ Christopher lachte und wollte Walery entgegen gehen, doch Richard kam ihm zuvor.  „Das ist nicht nötig Bruderherz, Du hast den Leibhaftigen in deiner Familie. Mich!“  Richard ging auf Walery zu und dabei ließ er sie keinen Moment aus den Augen. „Guten Abend Wal! Ich bin überrascht dich ebenfalls hier zu sehen“ log er scheinheilig. Walery war wie erstarrt. „ Martin, Dean! Richard nickte den beiden freundlich zu, doch sein Blick sprach eine ganz andere Sprache.  „ Hallo Richard…. Du auch hier. Na das ist ja ein Ding. Fehlen jetzt nur noch die anderen, dann wären wir wieder komplett…haha, dreizehn Zwerge, ein Hobbit und ein Zauberer!“ Martin versuchte dabei witzig zu klingen, doch ein scharfer Blick von Richard belehrte ihn eines anderen. Also entschloss sich Martin lieber den Mund zu halten.  „ Bist du alleine hier, oder in Begleitung?“ fragte Richard, obwohl er die Antwort schon längst kannte. „Ich bin mit Dean und Martin hier. Die beiden haben mich dazu überredet an dieser Gala teil zu nehmen. Und, wie geht es dir? Wo ist denn deine Freundin?“ fragte ich keck. Richard sah zornig zu Dean, dieser räusperte sich und wand sich einem Kellner zu der gerade mit einem Tablett voller Sektgläser vorbei kam.      „Danke, das brauche ich jetzt!“ Dean nahm sich gleich zwei Gläser herunter und trank eines davon mit einem Zuge aus. Richard wand sich wieder an Walery. „Ich bin mit meinem Bruder Christopher hier.“ „ Oh….. nun, schade ich hätte deine Freundin zu gerne kennen gelernt. Ich wusste gar nicht das du einen Bruder hast.“ Wall tat so als würde sie nach jemandem Ausschau halten. „Du weißt so einiges nicht von mir!“ knurrte Richard zurück und kam einen Schritt näher an sie heran.  „Hey, willst du uns nicht miteinander bekannt machen Bruderherz?“ plötzlich war ein dunkelhaariger Mann zu Richard getreten, man sah ihm deutlich an das er mit ihm verwand war, er hatte fast dieselben Gesichtszüge wie Richard und ebenfalls blaue Augen. Walery sah ihn an und überlegte wo sie diesen Mann schon einmal gesehen hatte, er kam mir irgendwie bekannt vor. Und dann traf es sie wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Richards Bruder Christopher war ebenfalls Schauspieler und spielte eine der Hauptrollen in der Serie The Walking Dead….. Christopher war Rick!  „ Hallo, mein Name ist Walery O´Herne. Es freut mich sehr sie kennen zu lernen.“ Sie reichte Chris ihre Hand und lächelte. Chris nahm diese entgegen und hauchte ihr einen sanften Kuss darauf. „ Die Freude ist ganz und gar meinerseits Miss O´Herne. Richard hat mir gar nicht erzählt das er eine solch bezaubernde Bekanntschaft hat!“ dabei sah er Richard etwas vorwurfsvoll an. „Warum sollte ihr Bruder das auch tun? Immerhin kennen wir uns nur flüchtig. Also wirklich nicht der Rede wert Mister Armitage!“ das hatte gesessen, Richard warf Walery einen verachtenden Blick zu und hätte sie am liebsten gewürgt. Wie konnte sie es nur wagen ihn als flüchtige Bekanntschaft zu betiteln, die nicht weiter der Rede wert war!?  „ Achtung Wall, unser Thorin explodiert gleich!“ flüsterte Martin ihr leise zu und sie musste grinsen. Irgendwie machte es Walery gerade einen Heiden Spaß Richard zu auf die Palme zu bringen! Doch sie ging noch einen Schritt weiter „ Nun, da wir uns vorgestellt haben, wie wäre es wenn sie mich zu einem Tanz entführen würden Chris! Ich darf doch Chris zu ihnen sagen oder?“ wie zuckersüß ihre Stimme doch klingen konnte und dann dieser einzigartige Augenaufschlag. Chris musste schwer schlucken und Richard schien seinen Ohren nicht recht zu trauen und biss die Zähne fest zusammen. Das letzte was er noch sah, wie sie sich bei seinem Bruder unterhackte und mit ihm auf die Tanzfläche verschwand.  „Ich glaube wir haben da draußen auf der Terrasse ein kleines Monster erschaffen, als wir ihr rieten sie sollte sich etwas mehr auf die Männerwelt einlassen!“ flüsterte Martin Dean zu. Dieser lächelte „ Jetzt übertreibst du! Und wenn schon, die Flammen der Eifersucht wurden entfacht. Richard hat angebissen! Er will Rache? Dann hat er die Rechnung ohne Wall gemacht!“ „ Was meinst du damit Dean?“ Martin sah ihn fragen an. „ Sie zu und beobachte, dann bekommst du deine Antwort schon von ganz alleine!“ Dean trank nun auch sein zweites Glas Sekt leer und beobachtete Richard ganz genau. Dieser war ebenfalls in Richtung Tanzfläche gegangen um eine bessere Sicht zu haben. Er wollte Walery und seinen Bruder keines Falls aus den Augen lassen. Richard sah wie sein Bruder mit Walery tanzte und lachte. Richard ballte seine Hände zu Fäusten, es passte ihm ganz und gar nicht das Chris sich so gut mit ihr verstand! Als die beiden ihren gemeinsamen Tanz beendet hatten, führte Chris sie zur Bar und bestellte sich und Wall einen Drink. „Ich muss schon sagen Walery, mit ihnen zu tanzen ist wie auf Wolken zu schweben. Normalerweise tanze ich nämlich nicht. Doch mit ihnen habe ich wohl eine neue Leidenschaft für mich entdeckt.“ Chris lachte und reichte Wal den Drink den er ihr bestellt hatte. Ich hoffe sie mögen Wiskey Cola?“ Walery nahm das Glas freundlich entgegen „ Nun, normalerweise trinke ich nicht, aber wer weiß Chris, vielleicht habe ich durch sie ebenfalls eine neue Leidenschaft entdeckt?“ Wall lächelte ihn zuckersüß an und trank einen Schluck. „ Sie sind wahrlich eine außergewöhnliche Frau, Walery! Und, schmeckt ihnen ihr Drink?“ Chris trank ebenfalls einen Schuck und ließ Walery dabei keinen Moment aus den Augen. Richard stand nicht weit von ihnen entfernt und musste stark mit seinen Emotionen kämpfen. Doch lange hielt er es nicht mehr aus und ging entschlossen auf die beiden zu. „ Verzeih aber ich muss dir Miss O´Herne für einen Augenblick entführen. DARF ICH BITTEN!“ knurrte er Walery entgegen. „ Ich habe schon getanzt! Im Moment also habe ich keinen Bedarf mehr, trotzdem danke!“ eiskalt ließ sie Richard abblitzen. „Oh, da ist jemand den ich begrüßen möchte. Darf ich sie ganz kurz alleine lassen Miss Walery? fragte Chris freundlich. „ Ja natürlich, gehen sie nur…ich komme schon zurecht!“ sie lächelte erneut zuckersüß zurück und ignorierte Richard. „ Sehr schön….aber laufen sie mir ja nicht weg Walery.“ Flüsterte Chris ihr noch ins Ohr bevor er seinem Bruder auf die Schulter klopfte und davon ging. „ Was soll das?“ zischte Richard Walery an. „ Ich weiß nicht was du meinst Rich?“ säuselte sie und nahm noch einen Schluck von ihrem Drink. Richard nahm ihr das Glas aus der Hand und stellte es wütend auf den Tresen. „ Was für ein Spiel spielst du hier?“ knurrte er und umfasste grob ihr Handgelenk. „ Du tust mir weh!“ zischte sie ihn an. „ Ich werde gleich noch ganz andere Dinge tun, wenn du nicht sofort damit aufhörst!“ knurrte er zurück. „ Mit was soll ich aufhören deiner Meinung nach?“ wütend funkelte sie ihn an. Richard schluckte und sah sich kurz um „ Mit meinem Bruder so heftig zu flirten!“ antwortete er und zog sie etwas näher an sich heran. Walery konnte deutlich die Hitze seines Körpers spüren und seinen Geruch wahrnehmen. Sie erinnerte sich an damals, als er und sie fast miteinander geschlafen hätten. Daran das er ihr einmal sagte, er hätte sich in sie verliebt. Ihr wurde in diesem Moment heiß und kalt zugleich und sie begann zu zittern. Plötzlich tauchte Dean hinter Richard auf „ Gibt es irgendein Problem Wall? Lass sie los Rich! SOFORT!“ Deans Stimme klang nun weniger freundlich. Richard drehte seinen Kopf leicht zur Seite „ Was willst du? Walery und ich haben noch etwas zu klären, du störst also!“ knurrte Richard ihm entgegen. „ Du scheinst zu viel getrunken zu haben. Es ist besser du gehst jetzt. Du und Wall könnt ein anderes Mal eure Differenzen klären!“ knurrte Dean ebenfalls zurück. Martin der ebenfalls dazu gekommen war ergriff Deans Arm und zu verhindern das dieser auf Richard los ging. „ Schon ok Dean…..ich komme alleine zurecht. Ich denke Richard und ich werden an die frische Luft gehen, nicht wahr?“ sie sah erst zu Richard und dann zu Dean. „ Bist du dir da ganz sicher Wall?“ fragte Dean besorgt. „ Ja, mach dir keine Sorgen und wenn etwas sein sollte schreie ich nach euch!“ Walery lächelte und zwinkerte Dean und Martin zu. Doch innerlich zitterte sie wie Espenlaub. Sie wusste dass es gefährlich sein würde, alleine mit Richard zu sein. Doch sie wollte so verhindern das Dean und er auf einander los gingen und so einen riesen Skandal auslösten. „Okay, wie du meinst Wall, Martin und ich sind nicht weit weg…also wen was sein sollte, dann ruf nach uns!“ Dean warf Richard noch einen bösen Blick zu. Wenn man die beiden jetzt so sah, hätte man nie für möglich gehalten das die beiden, eigentlich sehr gute Freunde waren! Wall und Richard begaben sich hinaus auf die Terrasse. Richard nahm noch zwei Gläser süßen Wein mit nach draußen. Der Himmel war Sternenklar und die Luft angenehm kühl. „Ich habe eine Bitte an dich Rich. Bitte sei freundlich zu Dean…… er liegt mir sehr am Herzen und ich möchte seine Gefühle um nichts auf der Welt verletzt wissen!“ Walery stand mit dem Rücken zu Richard und konnte so seinen Blick nicht sehen. Dieser war voller Schmerz. Dean bedeutete Walery also sehr viel. Doch wieviel? Liebte sie ihn etwa? Waren sie schon intim miteinander gewesen? Doch wieso waren sie dann kein Paar oder waren sie es doch? Fragen über Fragen häuften sich in Richard Gedanken. „ Ich war freundlich genug!“ antwortete er schroff. Walery stand noch immer mit dem Rücken zu Richard und so konnte er nicht sehen, wie sie lächelte. Sie spürte ganz genau wie groß Richards Eifersucht war. Dann hörte sie wie er langsam näher kam und dicht hinter ihr stehen blieb. „ Was genau ist da zwischen dir und Dean? Seid ihr ein Paar? Du kannst mir nicht erzählen das da NUR Freundschaft zwischen euch ist!“  Walery spürte seinen Atem dicht an ihrem Ohr und erschauderte „ Dean und ich sind Freunde, beste Freunde um genau zu sein! Er respektiert mich und ich ihn, wir vertrauen uns und um die Wahrheit zu sagen, Dean und ich haben eine Art Abkommen getroffen. Wir gestehen einander gewisse Freiheiten zu. Wenn du es so nennen willst, führen wir beide eine Art offene Beziehung miteinander.“ Richard spürte bei diesen Worten einen Stich in seinem Herzen. Sie und Dean…… er hatte es geahnt! Doch die Gewissheit nun aus Walerys Mund zu bekommen, war noch schlimmer als er es für möglich gehalten hätte. Er musste schwer schlucken und rang für einen Moment nach Fassung. „ Fortschrittlich……!“ sagte er dann nur verächtlich. Dean ist ein Idiot! Wäre ich an seiner Stelle, würde ich mich auf so etwas niemals einlassen. Entweder ist man mit einer Frau zusammen oder man ist es nicht. Und auf solche Veranstaltungen würde ich dich auch nicht alleine herum stehen lassen!“ Richards Tonfall wurde immer wütender. Walery drehte sich zu Richard um und sah ihn direkt an „ Ach und wo sollte ich deiner Meinung nach sein? Etwa zu Hause, wo ich brav deine Socken stopfe und im Nachthemd und Filzpantoffeln auf deine Rückkehr warte?“ „Nein, in meinem Bett, unter mir !“ Sofort verflog Walerys Belustigung, Richards Worte jagten ihr einen wohligen Schauer über ihren Rücken. Sie hielt ihren Blick starr auf ihn gerichtet. „ Wollen wir zurück in den Saal gehen?“ hörte sie ihn wie aus weiter Ferne. „ Nein, noch nicht…..“ wisperte sie kaum hörbar. Ihre Wangen waren gerötet und sie war sichtlich verlegen. „ Warum hast du dich in all den Jahren nicht einmal bei mir gemeldet Wall? Und hast mir erklärt weshalb du einfach verschwunden bist? Glaubst du nicht ich hätte dich angehört?“ Richards Worte klangen traurig aber auch Vorwurfsvoll. „Ich wusste nicht dass es für dich wichtig gewesen wäre. Ich war eigentlich der Annahme ich sei nur eine Art Spielzeug für dich!“ Noch immer hielt Walery ihren Blick gesenkt und wagte es nicht Richard anzusehen. „ So denkst du von mir? Das ich nur mit dir gespielt hätte?“ Richard sah sie eindringlich an. „ Es spielt doch jetzt alles keine Rolle mehr. Du bist mit deiner Freundin glücklich und ich, ich…..“ Richard packte Walery am Arm „ Und du hast Dean! Ist es das was du sagen willst? Von wegen offene Beziehung….du liebst ihn und er liebt dich! Gib es doch endlich zu Wall!“ Walery konnte spüren wie sich Richards Körper anspannte und in seinen Augen loderte Wut und Eifersucht. Aber auch wildes Verlangen. „ Lass mich los Rich, bitte…..du tust mir weh!“ Walery versuchte sich aus seinem Griff zu lösen, doch Richard hielt sie nur noch fester. „ So leicht entkommst du mir diesmal nicht kleines Biest.“ Richard zog sie fest an sich und hob sie hoch. „ Richard nicht…was machst du denn da?!“ Walery war total überrumpelt und schlang erschrocken ihre Arme um Richards Hals, als er sie hoch hob. „ Bitte lass mich wieder runter, bitte…..wenn uns jemand sieht, was sollen die Leute denn bloß denken!“ Richard hörte ihr jedoch kaum zu, er trug Walery etwas abseits in eine dicht bepflanzte Ecke der Dachterrasse und drückte sie an die Wand. Noch immer hielt er sie hoch gehoben und starrte sie an, wie ein wildes Tier das soeben seine Beute erlegt hatte. „ Es ist mir egal was andere denken…… mich interessiert nur eines, was du denkst! Und ich werde den Teufel tun und dich jetzt los lassen!“ Richard kam Walerys Mund gefährlich nahe und noch bevor sie etwas sagen konnte, presste Richard seine Lippen auf die ihren. Jedoch nicht zärtlich und voller Liebe, sondern grob um damit seine Besitzansprüche zu demonstrieren. Walery wehrte sich, doch sie hatte nicht den Hauch einer Chance gegen ihn. Richard war einfach zu stark. Als er von ihren Lippen abließ, sah er ihr abermals tief in die Augen. Seine rechte Hand glitt an ihren Hüften entlang über ihre Pobacke, über ihren Oberschenkel und suchte ihren Weg zwischen ihre Beine. Sanft glitt Richard mit seiner Hand über ihre empfindlichste Stelle und bahnte sich seinen Weg zwischen ihre Spalte. Walery sog tief die Luft ein und krallte sich mit beiden Händen in seine Schultern als Richard mit seinem Finger in sie eindrang. Erst langsam, dann immer schneller bewegte er diesen in ihr und Walery biss sich auf ihre Unterlippe um nicht zu schreien vor Lust. „ Du gehörst mir, hast du verstanden…mir alleine!“ Richard konnte kaum noch an sich halten, er spürte ihre Hitze und wollte ganz in ihr sein, ihr zeigen wie sehr er sie liebte und sie spüren lassen, wie sehr er sie in den letzten Jahren vermisst und darunter gelitten hatte. Richard vergrub sein Gesicht an Walerys Hals und begann sie dort zu küssen. Doch dabei blieb es nicht, er saugte an ihrem Hals, immer fester und auch seine Finger bewegte er ebenfalls wilder in ihr. Wall wand sich unter ihm und sie konnte ihr Stöhnen einfach nicht mehr unterdrücken. Richard brachte sie mit einem erneuten Kuss zum Schweigen. Doch dann ließ er plötzlich von ihr ab und sah sie eindringlich an „ Das ist denke ich der Moment, wo du mich von hier wegjagen solltest!“ Walery erwiderte seinen Blick. Richards nahm seine Hand zwischen ihren Schenkeln und strich sanft über ihr Haar. Seufzend schlang sie ihre Arme um seinen Hals und küsste ihn. „ Richard….“ Wisperte sie an seinen Lippen. Sie wollte ihn spüren, alles von ihm. Dieses Sehnen, dieses Verlangen, sie wollte es fürchten, sich dagegen wehren, sich vor Augen führen in welche Gefahr sie sich brachte wenn sie sich ihren Gefühlen derart erlag. Doch alles woran sie denken konnte war, wie gut und wie richtig es sich anfühlte. Doch ein plötzliches Geräusch ließ sie zurück in die Realität kehren, wie ein Schubs ins eiskalte Wasser. Walery drückte Richard von sich weg und richtete ihr Kleid zurecht. Und genau in diesem Moment tauchte Christopher auf. „ Ach da seid ihr, ich habe schon überall nach euch gesucht!“ grinsend kam er auf die beiden zu. „Ich hoffe ich hab euch nicht bei irgendwas wichtigen gestört?“ wissend und mit einem seltsam eindringlichen Blick sah Chris Walery an bevor er sich an seinen Bruder zu wand. „ Victoria ist hier“ sagte Chris so beiläufig als würde er über das Wetter sprechen, zu Richard. Dieser starrte seinen Bruder an, als wäre dieser ein Zombie aus der Serie, in welcher er eine der Hauptrollen spielte. „ Was sagst du da? Das kann nicht sein…..!“ Chris zündete sich eine Zigarette an „ So ist es aber! Und sie ist alleine hier und sucht dich! Was immer sich zwischen euch abgespielt hat, ihr solltet aufpassen. Eifersüchtige Frauen oder verschmähte Ex Freundinnen, sind schlimmer als jede Klatsch Presse!“ Richard runzelte seine Stirn und sah zu Walery „ Sorry….. ich…… wir sehen uns später noch !“ dann eilte er zurück in den Gala Saal.  „Woher wissen sie….ich meine….. Richard und ich….“ Walery bekam keinen vernünftigen Satz heraus. „ Ich habe Augen im Kopf und ich kenne meinen Bruder!“ Chris sah Walery von der Seite an. „ Was meinen sie damit, sie kennen ihren Bruder?“ Walery war verwirrt und Chris irritierte sie zunehmend. „ Damit meine ich das er noch nie so verliebt war….. wenn ich seine Blicke richtig deute und das tue ich mit hundert prozentiger Sicherheit! Richard hat noch nie eine Frau so angesehen, wie sie Miss Walery. Und in den letzten Jahren ist mein Bruder nicht mehr er selbst gewesen. Wir alle in der Familie haben uns schon gefragt was nur mit ihm los sein könnte. Nun, jetzt kennen ich den Grund!“ lächelnd kam Chris einen Schritt näher auf Walery zu. „ Sie sind dieser Grund, hab ich Recht? Sie kennen Richard schon länger. Gehe ich richtig in der Annahme das sie ihn vor drei Jahren kennen gelernt haben?“ Chris sah Walery eindringlich an. Walery wusste nicht was sie antworten sollte und war heilfroh als Dean und Martin auf die Terrasse kamen. „ Da bist du ja Liebes. Wir wollten schon eine Vermissten Anzeige aufgeben!“ scherzte Martin und kam eilig auf Walery zu. Dean blieb etwas weiter stehen. „ Nun denn Miss Walery, schön sie kennen gelernt zu haben. Und denken sie über meine Worte nach. Richard hat es nicht verdient dass man ihn so behandelt. Er ist ein feiner Kerl….und das sage ich jetzt nicht weil er mein Bruder ist! Richard würde ihnen die Sterne zu Füßen legen, wenn er könnte!“ mit diesen Worten verabschiedete sich Chris und ging zurück in den Saal. Dort suchte er Richard und hatte ihn auch bald gefunden. Heftig diskutierend stand er mit Victoria etwas abseits von einer Bar. Chris beschloss ihn aus jener Situation zu befreien. „ Hey Rich…. da bist du ja! Hallo Victoria, verzeih aber Richard und ich müssen gehen.“ Er packte seinen Bruder am Arm und wollte ihn mit sich ziehen, doch Victoria hielt Rich am anderen Arm fest. „ Was soll das heißen, ihr müsst gehen? Richard und ich sind noch nicht fertig, ich lass mich nicht einfach so abwimmeln, hast du gehört Richi….. So lass ich nicht mit mir um springen. Und wenn Richi geht, dann ja wohl mit mir zusammen…nicht wahr Richi?!“ Victoria klebte wie eine Klette an seinem Arm und am liebsten hätte er sie zum Teufel gewünscht, doch er wollte keinen Skandal herauf beschwören und so lächelte er nur gequält. Plötzlich sah er Walery zusammen mit Martin und Dean, wie sie gerade zurück von der Dach Terrasse kamen. Richards dachte sein Herz würde aussetzen und leichte Panik kam in ihm auf. Was wenn sie ihn mit dieser nervigen Person, die seine Ex war, zusammen sehen würde. Nein, das durfte auf keinen Fall passieren. Wall würde denke er habe sie belogen und wäre doch noch mit Victoria zusammen. Er kannte Victoria und er wusste, sie würde genau dies bestätigen, ganz gleich womit! Victoria war eine Intrigantin und sie konnte verdammt gut lügen. Einer der zahlreichen Gründe weshalb Richard sich nach nicht mal einem Monat wieder von ihr trennte. Ganz zu schweigen davon, dass er sie nie geliebt hatte. Sie sah gut aus, das war dann aber auch schon alles was diese Frau zu bieten hatte. Doch nichts und niemand konnte es je mit der Frau aufnehmen, die er fest in seinem Herzen trug. Walery! Abgesehen von ihrer Atemberaubenden Schönheit, die schon nahezu unmenschlich war, hatte Wall außerdem ein gutes Herz, sie war klug, schlagfertig, nahm kein Blatt vor den Mund, war freundlich und jeder der sie kannte mochte sie sehr. Sie war einfach die perfekte Frau für einen Mann! Nein, nicht für jeden Mann…. Für ihn! Doch nachdem sie damals einfach verschwunden war und sich auch kein einziges Mal bei ihm gemeldet hatte, suchte er Trost im Alkohol, doch er wusste das dies über kurz oder lang seinen Untergang bedeutet hätte, vor allem beruflich. Also flüchtete er sich in eine Beziehung die von vornherein keine Zukunft gehabt hatte. Victoria war eine Frau die sich von mehr oder weniger berühmten Männern aushalten ließ. Ein IT Girl, wie man solche Personen nannte. Sobald eine Kamera oder ein Paparazzi zu sehen oder zu vermuten war, setzte sie sich sofort in Szene. Ständig Partys, Events, Gala´s oder Club Besuche……. Richard war es leid. Er wollte seine Ruhe. Doch Victoria sah nur den Schauspieler in ihm und nicht den Menschen! Doch Walery hatte steht´s den Menschen in ihm gesehen, dass er Schauspieler war, war ihr vollkommen egal. Das hatte sie ihm oft genug und mehr als deutlich zu verstehen gegeben. Bei dieser Erinnerung daran musste Richard schmunzeln. Doch plötzlich wurde er von einer nur allzu gut bekannten Stimme aus seinen Gedanken gerissen „ Einen schönen Abend noch!“ verabschiedete Dean sich und ging Hand in Hand mit Walery an ihm vorbei in Richtung Ausgang. Richard glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Wollte sie ihn einfach nur provozieren oder war da doch mehr zwischen ihr und Dean? „Mach den Mund wieder zu….. die beiden sind nur Freunde. Das rieche ich!“ Chris klopfte seinem Bruder freundschaftlich auf die Schulter. „ Wer war das Richi? Kennst du diese Frau? War sie eine Kollegin von dir? Welche Rolle hatte sie denn?  Ich kann mich nicht daran erinnern sie je in einem deiner Filme gesehen zu haben Richi? Ist sie mit Dean zusammen?“ ihre piepende nervige Stimme verursachten Kopfschmerzen bei Richard und er biss fest seine Zähne zusammen. „ Jap, das war SIE! Waaaas du hast sie noch nie gesehen? Victoria, also ich muss schon sagen, wie schaust du dir denn die Filme an in denen mein Bruder eine der Hauptdarsteller ist? Das war Walery O´Herne…..die Tochter von Pete O ´Herne! Dem Co Producer von Peter Jackson! Sag bloß du kennst sie nicht? Sie ist DER Star!“ log Chris ohne rot zu werden. Richard sah ihn geschockt an, musste aber dennoch amüsiert grinsen. „ Eeeecht? Und warum wird sie dann nicht von Kameras und Fotografen umringt? Und wieso hab ich nix von der gelesen oder mal ein Interview gesehen? War die auch bei der Oskar Verlosung?“ Richard warf ihr einen genervten Blick zu „ Das heißt Verleihung und nicht Verlosung!“ knurrte er ihr zu. „Keine Skandale, keine Affären…und glaub mir Victoria, sie hat jede Menge Verehrer und könnte wirklich alle und jeden haben! Aber sie ist sehr bescheiden und lebt mehr zurück gezogen. Sie liebt eben ihre Ruhe! Jedenfalls hat sie an der Seite von Rich eine Dunkel Elbin, in die sich Thorin unsterblich verliebt hat. Leider waren die Liebesszenen zu erotisch, dass sie zensiert werden mussten. Also wurden sie nie gezeigt. Aber die extra Version, da ist alles zu sehen! Diese Version bekamen nur die engsten Darsteller vom Set, als Geschenk versteht sich!“ Richard musste schlucken, nie hätte er für möglich gehalten das sein Bruder so infam lügen konnte. Und Victoria fiel prompt darauf herein! „ Wie meinst du das es war zu erotisch? Meinst du Sex Szenen?“ Victoria starrte Richard fassungslos an. „Kennst du Game of Thrones? Fragte Chris und Victoria nickte nur. „ Die Sex Szenen im Hobbit waren noch schärfer! Richard und Walery haben darauf bestanden das sie keine gestellten Szenen drehten, sondern echten Sex hatten! Bevor du fragst, Richard und Walery haben im Hobbit miteinander geschlafen….mehrmals!“ Richard verschluckte sich an seinem Wein und starrte seinen Bruder entsetzt an. „Nur keine falschen Bescheidenheit Bruderherz, keiner konnte es dir verübeln, bei solch einer Wahnsinnsfrau!“ Du warst ein echter Glückspilz!“ Chris musste sich echt zusammen reißen, dass er nicht laut loslachte, denn Victorias Gesichtsausdruck war Oscar reif! „ Richi, stimmt das? Du hattest Sex mit der?“ ihre Stimme überschlug sich fast. Richard nahm noch einen Schluck von seinem Wein bevor er sich Victoria zu wand „ Ja….nur ich hänge solche Dinge nicht an die große Glocke!“ mehr konnte und wollte Richard dazu nichts sagen. Er hatte nur noch einen Wunsch, er wollte weg von hier. Weg von Victoria! „ Und wieso sagst du mir nichts davon Richi?“ keifte sie. „ Weil es dich einen feuchten Dreck angeht! Und jetzt las mich in Ruhe. Christopher wir gehen!“ Richard platze der Kragen. „ Richi!?“ quiekte Victoria und baute sich vor Richard auf. „ Und nenne mich nicht Richi. Mein Name ist Richard und für dich bitte schön, Mister Armitage und jetzt geh mir gefälligst aus dem Weg!“ Wie vom Blitz getroffen stand Victoria da und starrte Richard und seinem Bruder nach. Doch so leicht wollte sie sich nicht geschlagen geben. Sie wollte Rache!

Als Walery am nächsten Morgen in ihrem Hotelzimmer erwachte, kam es ihr vor als hätte sie einen langen aufregenden Traum geträumt. Noch immer waren für Wall die vergangenen Erlebnisse so unwirklich. Doch als sie sich auf den Rücken drehte stieß sie gegen einen warmen weichen Wiederstand und erschrak. Neben ihr im Bett lag Dean! Oh mein Gott nicht schon wieder, dachte sie bei sich und sprang schreiend aus dem Bett! Dean öffnete seine Augen und sah Walery erschrocken an. „Was ist denn los?“ fragte er noch völlig verschlafen. „ Was los ist? Dean, was bitte machst du in meinem Bett? Und wieso bin ich in Unterwäsche?“ Moment, Walery sah noch einmal an sich herab. Unterwäsche….sie trug noch immer ihre Unterwäsche! „Wall, was macht man wohl in einem Bett? Schlafen!? Was sonst?!“ Dean richtete sich auf und rieb sich die Augen. „ Schlafen…ja….. aber wie? Haben wir…..ich meine, du und ich…..“ nervös kaute sie auf ihrer Unterlippe herum. „ Du meinst ob wir Sex miteinander hatte? Leider nein!“ Dean grinste frech. „ Was heißt hier leider?“ entsetzt sah Wall Dean an. „ Weil du sie schönste Frau auf Gottes Erden bist und ich dich begehre und das weißt du ganz genau Lady! Trotzdem würde ich niemals etwas tun was du nicht auch willst und außerdem sind wir beste Freunde! Und unsere Freundschaft ist mir wichtiger als sämtliche wilden Nächte die ich mit dir verbringen dürfte! Es sei denn du willst das ich über dich herfalle?“ Dean hob seine Brauen und warf ihr einen eindringlichen blick zu. „ Unterstehe dich Dean!“ lachte sie, schnappte sich ihr Kissen und warf es Dean gegen den Kopf! Natürlich ließ er sich das nicht gefallen und so entbrannte eine wilde Kissenschlacht zwischen den beiden. Sie waren so vertieft darin, dass sie nicht bemerkten das Martin in ihr Zimmer kam und ein Kissen mit sehr viel Schwung, mitten in seinem Gesicht landete. Martin blieb stehen und hatte seinen Legendären Bilbo Blick. Zuerst waren Dean und Walery erschrocken, doch dann mussten beide laut los lachen und auch Martin. Nachdem sich die drei wieder beruhigt hatten verschwand Wall im Bad und als sie heraus kam fand sie ihr Zimmer leer vor. Auf dem Bett lag ein kleiner Zettel : «Bin in meinem Zimmer, mich duschen!

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