Heute bin ich Asiate!

Kennt ihr 'Venus Angelic'?
Ich für meinen Teil kenne und liebe sie und das hat ganz verschiedene Gründe.

Gehen wir aber mal davon aus, ihr kennt sie nicht. (Falls doch, folgt hier der Einfachheit halber dennoch eine kurze Erklärung.)
Venus Angelic, eigentlich Venus Isabell Pallermo, ist eine schweizer-deutsche 20-jährige Produzentin von YouTube-Videos. Dabei gibt es einen großen Aufhänger, der sich durch all ihre Videos zieht: Japan.

Venus mag Japan. Venus spricht Japanisch. Venus lebt seit einiger Zeit in Tokyo und sie hat einen japanischen Ehemann.

Und genau jene Tatsachen scheinen seit Beginn ihres Kanals für lautstarke Furore zu sorgen. Warum das der Fall ist, hat wieder einige Gründe, aber kommen wir erstmal darauf zu sprechen, warum ich Venus so gerne mag.

Venus ist eigensinnig. Sie tut, was ihr gerade in den Kopf kommt, ohne dabei aber jemals jemandem zu schaden (das ist ganz wichtig). Venus ist eine freundliche, liebenswerte, manchmal sehr aktive Persönlichkeit, zumindest vor der Kamera. Und das finde ich klasse. Ich kann nicht über ihre private Persönlichkeit sprechen oder urteilen, aber ich mag ihre Videos und ihr YouTube-Ich. Besonders gerne sehe ich die Videos, in denen sie sich mit ihrer Freundin 'Taylor' (die ebenfalls als Nicht-Japanerin in Japan lebt) verabredet und durch Tokyo bummelt. Man bekommt Einiges von der Stadt und dem Alltag der Tokyoter mit. Das würde man in einer Reisereportage sicherlich nicht oder nicht auf diese Weise. Es ist eben eine recht persönliche Erfahrung.
Venus gibt einem das Gefühl an ihrem Leben in Japan teilzuhaben und das schätze ich.

Doch leider wirft ihre positive, heitere Ausstrahlung einen dunklen Schatten, den man immer wieder in den YouTube-Kommentaren zu spüren bekommt.
Zuschauer werfen ihr vor, dass sie auf Teufel komm raus versuchen würde eine Japanerin sein zu wollen, sich wie eine Asiatin schminkt und kleidet. Außerdem verwechseln einige dieser Leute ihren schweizer-deutschen Akzent mit einem japanischen, wobei ich selbst nicht genau weiß, wie man das schafft. Immerhin sind das zwei grundlegend unterschiedliche Sprachen und das hört man auch.

Nun hat Venus sich ein Herz gefasst und auf diese Vorwürfe mit einem Video reagiert. Es heißt 'Pretending To Be Japanese' und wurde am 24. Februar veröffentlicht. Auf dem Aufmacher sieht man ein Foto von ihrem Gesicht, auf welchem sie sich die Augen mit den Fingern schiltzförmig zieht, damit sie einer Asiatin ähnelt. Und natürlich ist der Aufmacher bewusst so gestaltet; provokant und sarkastisch, um ein Statement zu setzen.
Denn Venus hat sich noch nie irgendwelcher Hilfsmittel bedient, um ihre Augen mandelförmig aussehen zu lassen. Im Gegenteil hat sie sehr große, helle Augen, die sie gerne mit Make-Up betont.

Das Video beginnt mit den Worten: "I wish I was born Japanese or Korean or Asian or just Anime. That a lot of people assume I think [...]"
Damit macht Venus direkt von Anfang an klar: "Das ist, was ihr denkt. Nicht ich."

Und tatsächlich hat Venus in keinem ihrer Videos jemals versucht japanisch oder koreanisch (oder überhaupt asiatisch) zu sein.
Gerade bei diesem, aber auch unter den Videos, die sie seit ihres Aufenthalts in Tokyo veröffentlicht hat, springen einem des Öfteren popkulturell geprägte Begriffe entgegen; 'Weeaboo', 'Cultural Appropriation' und/oder 'Cringy'.
Gut, ich denke hier liegt jetzt Erklärungsbedarf vor.

Als Angehöriger der Generation 'Schnurloses Internet-Telefon' versuche ich einmal zu erörtern, was die Begriffe bedeuten und was genau Venus von den Kommentatoren vorgeworfen wird... und vor allem: Wieso?

Das Wort 'Weeaboo' ist in Verbindung mit Venus Angelic gar nicht mehr wegzudenken, weil sie in den Augen vieler als Paradebeispiel dieses Stereotyps dient.
Auf Urban dictionary habe ich hierzu folgende Definition gefunden: "Someone who is obsessed with Japan/Japanese Culture/Anime etc. and attempts to act as if they were Japanese, even though they're far from it." (dt. "Eine Person, die Japan/Japanische Kultur/Anime etc. vergöttert und versucht sich so zu verhalten als sei sie Japanisch, obwohl sie es bei Weitem nicht ist.")
Wir können also einstimmig feststellen, dass der Begriff nicht gerade positiv verwendet wird.

Auf der Seite Wikihow habe ich zusätzlich noch ein passendes Tutorial gefunden, das sich "Nicht zum Weeaboo werden" nennt und ein Leitfaden für Personen sein soll, die sich mit der japanischen Kultur und/oder Sprache beschäftigen wollen, ohne dabei zum 'Klischee' zu werden. Wäre ja immerhin ein Verbrechen an der Menschheit für etwas eine Obsession zu entwickeln. Pfui und dann auch noch Japan!

Aber schauen wir uns mal die Punkte an, die das Tutorial anbietet:

1. Nutze bestimmte Worte aus dem Japanischen nicht im Kontext mit deutschen Sätzen, z.b. 'Dieses T-Shirt ist kawaii', 'Du bist ein Baka', 'Sensei hat mich zum Nachsitzen verdonnert' oder, auch sehr beliebt: 'Ich bin total sugoi desu!'
Wehe mir du bringst ein Wort aus einer fernöstlichen Sprache in unsere wunderschöne, reine deutsche Sprache, mit ihren vielen 'Handys', 'Restaurants', 'Events' und ihrer 'Coolness'. Was würden bloß die 'Hipster' über dieses absolute 'No-Go' denken? Oh Gott, 'what the f*ck'.

2. Bevorzuge nicht auf unnormale Weise Sachen, die japanisch sind.
Wie gut, dass ich nur meinen 'Big Mac' esse, mein 'Primark' oder 'Hollister' Shirt trage, 'Lady Gaga' und 'Nicki Minaj' höre und mir Schminktipps von den 'Kardashians' hole. Das wäre ja sonst ein Vergehen an der guten, alten deutschen Kultur.

3. Entfremde dich nicht durch die Auswahl deiner Kleidung, weil du sonst gesellschaftlich inakzeptabel erscheinen würdest.
Genau, weg mit den ganzen Punks und Goths, weg mit auffälligem Make-Up oder gewagter Sommerkleidung. Das kannst du nicht tragen, sonst würdest du aus dem gesellschaftlichen Rahmen fallen und das willst du ja nicht, so als guter Durchschnittsbürger! Wir sind schließlich ein Einheitsbrei und das lassen wir auch so.

4. Vernachlässige dein authentisches Selbst nicht.
Ja, ist ja auch nicht so, dass jemand, der sich für die japanische Kultur interessiert, in irgendeiner Weise authentisch wirken würde. Erwähne nie bei einem Bewerbungsgespräch, dass du Japanisch sprichst, denn dann haut dir der Chef einen fetten roten 'Weeaboo'-Stempel auf deine Bewerbungsunterlagen und schickt dich aus seinem Büro.

Also, jetzt wissen wir, wie wir uns zu verhalten haben, so als gute, ehrliche, deutsche Bürger.
Aber mal ehrlich: Wieso ist es verwerflich die japanische Kultur zu verehren, aber den 'American Way of Life' auszuleben nicht? Ich frage mich ernsthaft, was schlimmer ist. Und generell beziehen sich diese Tipps nicht auf reine 'Weeaboo'-Angelegenheiten, sondern auf Subkulturen im Allgemeinen. Besonders der Teil mit der Kleidung.

Wir sind uns also darüber im Klaren, was so einen Weeaboo ausmacht. Das ist ein ganz schlimmer Finger, der sich die japanische Kultur zu Eigen macht, wie so ein Parasit. Bäh.

Und Venus soll so ein 'Weeaboo' sein. Ich wiederhole: Venus mag Japan. Venus spricht Japanisch. Venus lebt in Tokyo und hat einen japanischen Ehemann. Außerdem schminkt und kleidet sie sich, wie es für ein japanisches Mädchen üblich wäre. Ding, ding, ding!
Wir haben einen Gewinner.

Ganz böser Weeaboo.
Nur, momentchen mal... was ist jetzt eigentlich das Problem?
Tja, weiß ich leider nicht. Sie tut ja niemandem was.
Aber natürlich muss das papierdünne Herz des YouTube-Kommentators geschützt werden, also fahren wir fort.

Wir wenden uns vom Weeaboo ab und richten unsere Aufmerksamkeit auf den nächsten Punkt: 'Cultural Appropriation'.
Cultural Appropriation oder auf gut Deutsch 'Kulturelle Aneignung' ist ein Begriff der 'Critical Whiteness'-Bewegung, die für Reflexion von Macht- und Diskriminierungsverhältnissen aufgrund von Hautfarbe wirbt.
Bei dieser Art der Aneigung werden materielle Kulturgüter ethnischer Minderheiten aus ihrem kulturellen Zusammenhang gerissen und für die Mehrheit als Ware erwerblich gemacht. Der eigentliche Hintergrund des Gegenstandes wird verfälscht oder geht verloren.
Konntet ihr mir folgen?
Nun gut. In Venus' Fall hieße das wahrscheinlich: Sie nimmt einen Kimono und zieht ihn sich als Alltakskleidung an.
Tut sie nur nicht...

Auch hier gibt es wieder mal zwei Seiten.
Gegner der Kulturellen Aneigung sehen darin einen Diebstahl, eine Diffamierung und eine Fehlinterpretation des Gutes, besonders bei Kulturen, die einer jahrelangen Unterdrückung durch die Mehrheit zum Opfer gefallen sind.
Zum Beispiel sieht man heutzutage sehr viele Menschen mit kaukasischem Phänotyp und europäischer Nationalität, die sich Dreadlocks flechten. (Das ist nur eines von Vielen.)
Was die meisten nicht wissen: Für Kulturen wie die Rastafari haben sie eine religiöse und spirituelle Bedeutung.
Europäer und US-Amerikaner tragen sie hingegen als modische Frisur, ohne irgendeinen Hintergedanken.
Ist das nun verwerflich?

Viele sagen 'Nein!'
Denn die andere Seite widerspricht hier mit dem Argument der kulturellen Bereicherung und der Bewunderung für Traditionen ethnischer Minderheiten.
Auch wenn die meisten Europäer und US-Amerikaner die tatsächliche Bedeutung der Dreadlocks (oder Rastalocken) nicht kennen, tun sie etwas Gutes: Sie tragen zum Bewusstsein darüber bei. Je mehr Menschen Dreadlocks tragen, umso weiter verbreitet sich das Wissen darüber, dass es sie gibt. Und etwas für sich und seine eigene Kultur anzunehmen, ist mehr eine Bereicherung als ein Diebstahl.

Und doch, das muss man sich eingestehen, kommt es häufig zur Verfälschung oder zur ungewollten (teils sogar gewollten) Parodierung.
Einige Negativbeispiele wären hier Nachahmungen von (Schrift-)Zeichen anderer Kulturen, deren Bedeutung man nicht kennt oder missachtet, das Tragen religiöser Symbole, wenn man jener Glaubensgemeinschaft gar nicht angehört oder das Kleiden in stereotype Faschingskostüme.

Wobei ich bei den religiösen Symbolen ein Auge zudrücken würde: Sie können für unterschiedliche Kulturen verschiedene Bedeutungen haben. So ist ein Hakenkreuz in Indien etwas gänzlich anderes als in Europa, ein Pentagramm steht nicht zwangsläufig für Satanismus und, die guten alten Dreadlocks haben nicht überall eine spirituelle Bedeutung.
Ich für meinen Teil trage einen Mjölnir (Thors Hammer) aus Edelstahl um den Hals, obwohl ich kein Anhänger der Asatru (also der germanischen Neuheiden) bin. Ich respektiere lediglich die Mythologie unserer Vorfahren und habe mich ausführlich damit auseinandergesetzt, um zu wissen, was Mjölnir bedeutet. Dass er unter anderem ein Erkennungszeichen von Neo-Nazis ist, interessiert mich dabei absolut nicht. (Aber der Missbrauch heidnischer Symbole durch die Nazis ist wieder eine andere, schwere Thematik.)

Wenn man von den Negativbeispielen aber mal absieht, gibt es ein Argument, das Kulturelle Aneignung vollkommen befürwortet: Die Weiterentwicklung der Kulturen. Ohne Austausch funktioniert das nicht.
So könnten wir ohne Kulturelle Aneigung keinen Kaffee trinken, Papier benutzen oder andere, lustige Dinge tun, die für uns völlig selbstverständlich und alltäglich sind.

Um hier noch einmal auf Venus zurückzukommen: Sie eignet sich nicht die japanische Kultur an, rennt nicht mit einem Kimono durchs Haus, hängt keine japanischen Worte an englische Sätze oder versucht sich künstlich japanisch zu verhalten. So wie sie ist, ist sie nicht japanisch, sondern Venus.
Japaner sind zwar bekannt dafür niedliche Sachen gut zu finden, aber das Mädchenhafte, Niedliche liegt Venus seit Jahren im Blut. Sie ist überaus feminin und das macht sie nicht gleich zur Japanerin. Oder ist Weiblichkeit neuerdings ein rein japanisches Merkmal? Na, Holla die Waldfee, dann lassen sich europäische Frauen eben Bärte wachsen. (Das ist keine Anspielung.)

Dass Venus Japanisch spricht und sich für Japanerinnen typisch kleidet, hat einen ganz gewissen Grund: Sie lebt in Japan und ihr Mann ist Japaner.
Es wäre ziemlich unpässlich, wenn sie kein Japanisch sprechen könnte, denn seine gesamte Familie versteht weder Englisch, noch Deutsch oder Spanisch, sondern lediglich Japanisch. Außerdem sprechen Japaner allgemein ein sehr gebrochenes Englisch, weshalb man in Japan mit einer anderen Sprache als Japanisch gar nicht so weit kommt.

Und sein wir mal ehrlich: Venus macht's wie die Römer... also in dem Fall wie die Japaner. Das nennt man Integration und nicht Weeaboo oder kulturelle Aneignung. Es ist allgemein üblich sich den Gepflogenheiten des Landes, in das man einwandert, weitegehend anzupassen. Dass man dabei seine eigene Herkunft nicht außer Acht lässt, ist natürlich genauso wichtig, aber das tut sie ja gar nicht. Sie könnte auch mit extra viel Make-Up nicht verschleiern, dass sie Europäerin ist, weil sie keine Epikanthus-Falte besitzt, die das asiatische Aussehen ausmacht. Sie müsste sich dafür schon unter's Messer legen und solch ein Vorhaben hat sie bis dato nun wirklich nicht geäußert.

Hier kann man genauso wenig 'Kleider machen Nationalitäten' sagen. Venus trägt vielleicht Kleidung, die in Japan unter Jugendlichen als üblich oder besonders trendig angesehen wird, aber allein die Kleidung macht sie noch lange nicht zur Japanerin.

Damit wären wir schon beim Letzten, aber wahrscheinlich genauso aufwendigen Punkt angelangt.
'Der Kommentator, der Venus' Aussehen und Verhalten kritisiert, ist ein sogenannter Social Justice Warrior.'

Hier befinde ich mich jetzt auf ganz dünnem Eis und mittlerweile in einer polaren Gegend, denn der Begriff 'Social Justice Warrior' ist polarisierender denn je.
So ist es doch gar nicht verwerflich sich für soziale Gerechtigkeit stark zu machen, oder? Stimmt, ist es nicht, denn soziale Gerechtigkeit haben wir selbst im Jahre 2017 noch nicht erreicht und ich bin ziemlich zuversichtlich, dass das auch nie so sein wird.

Das Problem mit den Social Justice Warriors (dt. Soziale Gerechtigkeitskrieger) ist aber ein ganz anderes, denn es ist ein implizit abwertender Begriff für Menschen, die soziale und progressive Ansichten (wie Feminismus, Zivilrecht, Multikultur und Identity Politics) unterstützen. Dabei nutzen sie diese Themen jedoch als Deckmantel für eigene, egoistischere Probleme und Ziele.
Oder wie Wikipedia sagen würde: "Use of the term has been described as attempting to degrade the motivations of the person accused of being an SJW, implying that their motives are for personal validation rather than out of any deep-seated conviction." (dt. "Die Benutzung des Wortes wurde als Versuch der Degradierung von Motiven einer Person, die als SJW beschuldigt wird, benutzt, weil angenommen wird, dass ihre Motive der eigenen Bestätigung dienen und nicht aus einer tiefen Überzeugung stammen.")

Das heißt also übersetzt, dass sich beispielsweise ein homosexueller Mann öffentlich über Homophobie beschwert, obwohl er vielleicht nie tatsächlich angefeindet wurde, damit aber ein vordergründiges Statement setzen will, ohne wirklich der LGBT-Szene helfen zu wollen. Das klingt kompliziert und ist vielleicht nicht das beste Beispiel, aber in Venus' Fall ist es einleuchtender und sicherlich auch gut begründet.

Wir spulen noch einmal zurück und schauen in die Kommentare unter Venus' 'Pretending To Be Japanese' Video.
Wie wir alle wissen, ist Venus eine ganz böse Person, ein Weeaboo, der die japanische Kultur mit ihrem aneignenden Verhalten missbraucht und in ein schlechtes Licht rückt. Sie greift damit gezielt Japaner an und die fühlen sich durch eine 20-Jährige im Netz natürlich total auf den Schlips getreten... oder auch nicht.

Moment, was? Ja, richtig gelesen. Den Asiaten ist Venus' Verhalten mal sowasvon wurscht. Viele von ihnen finden es sogar sehr gut, dass Venus sich den asiatischen Kulturen annähert, indem sie Traditionen aufgreift und sich im Selbststudium Japanisch und Koreanisch beibringt. (Ja, Venus hat sich selbst Japanisch und Koreanisch beigebracht. Das ist natürlich ein absolutes Vergehen an der japanischen und koreanischen Kultur. Wie kann sie nur?)

Ich las Kommentare wie 'I'm Asian and I love Venus and her videos' oder 'I don't feel discriminated by her behaviour in any way' oder 'I don't even care what she does and I'm Asian' oder 'I feel honoured that Venus learnt so much about the culture of my country'. So oder so ähnlich lauten die meisten Beiträge der asiatischen Zuschauer.
Und auch Venus erklärt im Video, dass sie in Japan noch nie dafür angefeindet wurde, dass sie sich der Kultur anpasst und die Sprache spricht. Im Gegenteil schätzen die Japaner sehr, wenn man sich mit der Kultur ihres Landes und der Sprache auseinandersetzt. Das ist sogar, was sie von einem Nicht-Japaner erwarten, der nach Japan einreist.

Also, wer schreibt jetzt die ganzen 'Weeaboo'-Kommentare unter Venus' Video?
Kurze einfache Antwort: Höchstwahrscheinlich sind es Kaukasier, die die Asiaten betüdeln.
Lange, schwierige Antwort: Pauschal kann man es nicht sagen, aber es sind statistisch gesehen eher Personen, die gar nichts mit der Thematik am Hut haben und gerne stellvertretend im Namen von Minderheiten meckern, weil Politische Korrektheit.

Das hieße theoretisch, dass Europäer und US-Amerikaner darüber befinden könnten, was ein Asiate mag und was nicht, weil es ihnen von irgendwo aufgepropft wird.
Das ist doch mit den Worten 'Zigeuner', 'Eskimo' oder 'Behinderter' dasselbe. Ich hörte einst einen Zigeuner, der sagte, dass er mit dem Wort Zigeuner überhaupt kein Problem hätte und keinen blassen Schimmer hätte, warum sich die Deutschen so anstellten. Dagegen fühlte er sich von 'Sinti und Roma' wesentlich mehr angegriffen, denn Sinti oder Roma sind nicht dasselbe wie Zigeuner.
Und irgendwann hat man dann den Nudelsalat und weiß gar nicht mehr, was man überhaupt noch sagen darf, ohne schief angeschaut zu werden.

Können wir uns nicht einfach darauf einigen, dass jeder Mensch für sich selbst entscheidet und nicht für andere?
Stellvertretend meckern ist sowasvon letztes Jahrhundert!

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