Home sweet Home

Am nächsten Morgen wachte Sissil als Erste auf. Verschlafen machte sie auch auf die Suche nach dem Badezimmer. Da keine weiteren Türen im Erdgeschoss zu sehen waren, stieg sie die Treppe hinauf.
Wieder landete sie in einer Art Flur und auch hier hingen Fotos ihrer Familien. Am anderen Ende prägte ein riesiges Panoramafenster die Wand, sodass das helle Morgenlicht den Raum erleuchtete.
Jeweils auf jeder Seite des Flur's lag eine schlichte weiße Tür mit silbernem Knauf.
Als sie die Türen weiter beäugte, stellte sie fest, das jeweils ein Name an der Tür klebte. Es handelte sich dabei um einen goldenen Schriftzug.

Um nicht unhöflich zu sein, betrat sie das Zimmer von Vivien nicht, sondern wandte sich zu ihrer eigenen Tür.

Das Zimmer war hell erleuchtet, durch die beiden Fenster, die an der linken Wand lagen. Davor hingen, zu beiden Seiten, hellblaue Vorhänge.
Die Wände waren links und rechts von der Tür, in einem blassen Blau gestrichen worden, während die beiden anderen Wände im altbekannten Weiß gehalten worden. Nur an der Wand, an der das große Himmelbett stand. hatte man dunkelblaue und orangene Kreise gemalt.
Zu Beiden Seiten des Bette's standen Nachtschränke mit wunderschön geschwungenen Lampen. Auch an der Decke hing eine Art Kronleuchter.
Neben der Tür fand sie einen gigantischen Kleiderschrank mit Schiebetüren, an denen jeweils ein Spiegel hing.
Auf dem hellen Parket zu ihren Füßen lag ein hellblauer Teppich, der farblich zu den Gardinen passte.

Hätte sie gewusst, dass sie so wohnen würde, hätte sie hier geschlafen. Wie Vivi's Zimmer wohl aussah?

Sissil merkte, dass sie wirklich dringend auf's Klo musste, aber nirgends war eine weitere Tür zu sehen. Bis sie neben dem Kleiderschrank einen schwachen Umriss sah.
Probehalber drückte sie dagegen und sofort schwang die versteckte Tür auf. Dahinter fand sie ein gigantisches Bad, mit einer Wanne, die einen kleinen eingebauten Wasserfall besaß und offenbar eine Whirlpool Funktion hatte. Sie stand in der gegenüberliegenden Ecke.
Rechts von ihr war eine Dusche vorzufinden, die getönte Schreiben aufwies, sodass man nicht nach innen sehen konnte.
Auf der Seite, wo ein weiteres Fenster mit einem Rollo halb zugezogen war, hing ein Waschbecken mit einem runden Spiegel darüber. Daneben fand sie ihre Erleichterung.

Im Bad hatte man, Gott sei Dank, schon alles hinein gestellt was man brauchte. Manuel dachte auch immer an alles.
Überall hingen flauschige Handtücher und in einem Wandschrank neben der Tür, konnte man hinter der Glasscheibe noch mehr erkennen. In einem Regal weiter unten, lagerten Unmengen von Shampoos, Cremes, Badelotionen und weiterer Krimskrams, den Sissil nicht identifizieren konnte.

Nach einer ausgedehnten Katzenwäsche bemerkte sie beim abtrocknen, dass an der Wand die gegenüberliegend der Tür lag, ein weiterer Umriss zu sehen war. Von hier musste es auch zu Vivi rüber gehen.
Sie ging einen Schritt auf die Tür zu, drehte aber sofort wieder um. Sie wollte nicht in das Zimmer ihrer Freundin gehen, bevor sie selbst schon drinnen gewesen war.

Sie verließ das Bad, nachdem sie sich gänzlich fertig gemacht hatte. Unter dem Waschbecken, hatte sie in einem kleinen Schrank, mehrere Kästen mit Schminke gefunden. Da sie es aber lieber natürlich hatte, beließ sie es bei einem dezenten Makeup und etwas Mascara.

 

Wieder im Flur angelangt, überprüfte sie schnell, ob noch weitere unsichtbaren Türen zu finden waren.

Nein, nicht's.

Unten wiederholte sie die Prozedur und tatsächlich. Neben der Treppe öffnete sich die Wand erneut.

Das Haus war anscheinend voll von geheimen Räumen.

Dahinter fand sie eine Art Arbeitszimmer. Ein großer Eckschreibtisch stand in der Mitte des Raumes, sodass an jeder Seite, eine Person Platz nehmen konnte. Zwei Laptops lagen auf ihr, sowie eine Tischlampe in der Ecke und mehrere Plastikordner.

Am Fenster hatte man eine kleine Sitzbank errichtet, die über und über mit Kissen bedeckt war.

Die ganze Wand links von der Tür war zugestellt mit einem Bücherregel, dass zur Hälfte gefüllt war.

 

In dem Moment bimmelte ihr Handy.

>6:30 Uhr< zeigte es an. Offenbar hatte sie ihren Wecken angelassen. Gut so, sonst hätten sie verschlafen.

Da fiel ihr ein, dass Vivi ja immer noch auf dem Sofa lag.

 

Schnell lief sie in's Wohnzimmer zurück.

"Vivi, aufstehen!"

Sie rüttelte ihre Freundin an der Schulter. Erst sanft, aber als keine Reaktion zu sehen war kräftiger.

"Mhpf... Lass das!"

Vivien schlug ihre Hand weg und drehte sich um.

Genervt seufzte Sissil.

Jeden Morgen das selbe. Sie hatte gehofft, dass sie wenigstens heute leichter aus dem Bett zu kriegen war.

 

Sie schlich wieder nach oben in das Bad und nahm einen grünen Waschlappen aus dem Hängeschrank. Sie tränkte ihn am Waschbecken mit kaltem Wasser und lief wieder nach unten zu ihrem Morgenmuffel von Freundin.

Ohne Vorwarnung klatschte sie ihr den Lappen in's Gesicht.

Sofort war Vivien hell wach, sprang auf und stellte sich in Kampfhaltung, bis sie merkte wer vor ihr stand.

"Was soll das? Hättest du mich nicht wie jeder normale Mensch wachrütteln können?"

Sissil lächelte und schüttelte den Kopf.

"Geh nach oben! In deinem Zimmer findest du eine Wand Tür, durch die du in's Badezimmer kommst. Ich zieh mich noch schnell an und mach uns Frühstück!"

 

Mit einem knurren kam Vivien der Aufforderung nach.

 

Sissil schleppte einen ihrer Koffer, die ihr Fahrer gestern in den Flur gestellt hatte, in das Wohnzimmer und suchte nach etwas, was sie anziehen konnte.

Nach ein paar Minuten entschied sie sich für ein dunkelblaues Faltenkleid ohne Träger, dass am Oberteil ein paar Paljetten hatte. Wenn licht darauf viel, funkelte es wie ein Sternenhimmel.

Dann schnappte sie sich noch ein paar Armbänder und Ringe, die sie gerne mehrfach trug.

Mit den schwarzen Stiefeln war das Outfit perfekt.

 

Sie machte sich auf in die Küche und öffnete probeweise den Kühlschrank. Natürlich hatte Manuel bereits vorgesorgt und er war rammel voll mit allerlei essbaren Kram.

In einem Hängeschrank daneben fand sie mehrere Sorten Cornflakes und suchte die heraus, die Vivi am liebsten aß.

Beim Suchen der Schüsseln hatte sie allerdings ein paar Probleme. Es dauerte gefühlte 20 Minuten, bis sie sie endlich im letzten Regal, in der hintersten Ecke fand.

Die kleinen Löffel fand sie neben dem Kaffeekocher in einem hohen Glas.

 

Gerade als sie alles auf den Tisch gestellt hatte, der in der Mitte der Küche stand, kam Vivien die Treppe herunter. Da sie einen ihrer Koffer eben schon mit hochgenommen hatte, konnte sie sich oben schon umziehen.

Jetzt trug sie eine dunkle zerrissene Jeans, ein blaues Oberteil mit einem Aufdruck von "Winged Skull", lila Motorradhandschuhe, schwarze Boots und ihre heißgeliebte Lederjacke. Dazu einen Haar Reif, an dem schwarze Katzenohren befestigt waren.

Alles in Allem sah sie aus, als wolle sie zu einem Rockkonzert gehen.

 

Sie aßen schweigend und schnell bis es an der Tür klingelte.

Ihr Fahrer von gestern Nacht war gekommen, um sie zur Schule zu fahren.

"Sagen sie, fahren Sie uns immer überall hin?" fragte Vivien misstrauisch.

Der Mann nickte. "Dafür werde ich bezahlt, also stehe ich ihnen zur Verfügung. Mein Name ist Sebastian."

 

Sissil schloss ab, dann begaben sie sich zum Auto.

Gerade als sie losfuhren, fiel ihr was auf.

"Haben wir den keine Schulsachen?"

"Schauen sie unter ihre Sitze! Manuel hat bereits alles organisiert."

Vivien tastete sofort nach unten und zog eine schwarze Lederhandtasche hervor. Sie war robust und groß genug, damit man Schulsachen hineinstecken konnte.

Unter Sissil ihrem Platz lag das selbe Model nur in einem hellen Besch.

"Darf ich die Damen dann zur Schule geleiten?"

Sebastian hatte angehalten, als sie nach ihren Taschen kramten.

"Ja, sicher, fahren Sie los!"

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