Kapitel 1

In diesem Jahr war ich 9 Jahre alt. Wir schliefen gerade bei einer Freundin, als meine Mama vom Tanzen wiederkam. Da heute der letzte Ferientag war, holte die Freundin meine Schulsachen von zuhause. Meine Freundin Sarah, die Tochter von Mamas Freundin, ist ein Jahr jünger aber größer als ich. Mich störte das aber nicht, wenn sie Witze darüber machte, weil ich froh war, dass ich es länger als ein paar Stunden mit ihr aushielt.
Plötzlich kam Mama ins Zimmer meiner Freundin als wir gerade die Betten beziehen wollten. "Ich muss mit dir reden...", sagte meine Mama mit einer teilweise traurigen und aufgeregten Stimme. Sie winkte zu sich und ging dann in die Stube. Meine Freundin Sarah und ich guckten einander an und fragten uns, worüber Mama wohl mt mir reden wollte. Mit einem komischen Gefühl im Bauch ging ich in die Stube. Auf dem Sofa saßen Mama, Mamas Freundin und der Freund von Mamas Freundin. Mir glitt eiskalter Schweiß den Rücken runter, weil ich mir dachte: "Auweia, jetzt erwartet mich etwas!"
Mit leiser Stimme sagte Mama "Setz dich...", und klopfte auf den Platz neben sich. Ich ging vorsichtig zu ihr und setzte mich. "Kleines...", begann sie, "Du weißt, dass ich keine Kinder kriegen kann?" Ich fragte mich wieso, antwortete aber mit ja. Es wurde still. So still, dass ich dachte, die Zeit wäre stehen geblieben. Dann sagte mir Mama, dass sie schwanger war! Ich konnte es gar nicht glauben. "D-du bist schwanger?!", fragte ich sie ungläubig. Ich war außer mir vor Freude aber auch verwirrt. "Wie ist das denn möglich?", fragte ich sie. Aber sie wusste es selbst nicht genau. Ich fragte sie, seit wann sie denn schwanger war und sie sagte mir seit ein paar Wochen. Ich war überglücklich, da ich mir fast seit der Hälfte meines Lebens ein Geschwisterchen gewünscht hatte. An diesem Tag wusste ich noch nicht, ob es ein Brüderchen oder ein Schwesterchen werden würde, aber ich wünschte mir sehr, dass es ein Mädchen sein sollte.
Die Wochen vergingen und ich wurde immer schlechter in der Schule, und ging nach der Schule immer gleich nach Hause. Das war für mich nicht schlimm, weil ich so mehr Zeit mit meinem Geschwisterchen im Bauch verbirngen konnte. In der Schule war ich sonst immer eine 1-2er Schülerin, in der Zeit aber eher eine 2-3er Schülerin. Ich hatte manchmal schon noch eine 1, wegen der Aufregung aber eher selten. Wenn ich aus der Schule kam fragte Mama mich immer, ob ich ihr den Bauch eincremen kann. Das konnte mein Vater nicht, weil er nicht bei uns wohne. Das störte aber keinen von uns, da ich meinen Vater nicht kannte und auch nicht kennenlernen wollte. Mama und ich wohnten nicht sehr weit weg von der Schule, weshalb ich immer schnell zuhause war.
Ich freute mich schon sehr, und konnte es gar nicht erwarten bis mein Geschwisterchen endlich geboren wurde.  Ich glaube, meine Freude war nur so groß, weil ich vorher ein Einzelkind war. Deshalb war ich auch sehr verwöhnt. Am Anfang unternahm Mama noch was mit mir, als sie dann aber merkte, dass sie es nicht mehr kann, fragte sie Familie, Freunde und zum Schluss bekam ich einen Familienpaten, der mit mir alles unternahm, was Mama nicht konnte. So verging die Zeit wie im Flug. Jeden Monat nahm ich mein Baby - Leporello raus, und las meiner Mama daraus vor. Doch im sechsten Monat, passierte etwas, wovon wir nichts ahnten! Ca. in der ersten Hälfte des sechsten Monats bekam meine Mama mitten in der Nacht ihre Wehen. Sie weckte mich um halb 3 und rief einen Krankenwagen. Während ich Mama fragte, was denn los sei. Aber als sie mit dem Rucksack ein paar Sachen packte, und immer zwischen Flur und Schlafzimmer lief, sah ich es. Eine Bluttropfenspur verzierte den Weg vom Bett zur Tür. Ich hatte große Angst um meine Mama und dachte in dieser Situation nicht an das kleine, hilflose Baby in Mamas Bauch.
Als der Krankenwagen mit Blaulicht unten wartete beeilten wir uns mit dem runter gehen. Mama hatte heftige Unterleibsschmerzen. Deshalb war es nicht so gut, das unbedingt jetzt die Krankenwagentür klemmte. Mama ging es so schlecht, das ich dachte, sie würde jetzt auf der Stelle das Kind bekommen. Als wir dann im Krankenhaus waren, riefen sie von dort meine Großeltern an. Sie kamen angefahren, und nahmen mich mit zu ihnen. Ich wollte erst gar nicht, da ich lieber bei meiner Mama geblieben wäre. Da sagte mir eine der Schwestern, das ich meiner Mama doch eh nicht helfen knn. Das verstand ich dann und fuhr mit ihnen nach Hause. Dort legten sie mich ins Bett und sagten mir dass alles wieder gut werden würde.
Am nächsten Morgen wurde ich dann von meinem Onkel und meiner Tante abgeholt. Sie hatten meine Sachen schon in der Nacht abgeholt, und fuhren mit mit zu ihnen nach Hause. "Gut, das Sommerferien sind!", dachte ich mir. Von dem Tag an fuhren wir jeden Tag zu Mama ins Krankenhaus, sobald es ihr besser ging. Fast 3 Wochen war Mama im Krankenhaus! Nachdem ich 1 Woche bei meinem Onkel und meiner Tante war fragte ich sie, was Mama überhaupt im Krankenhaus machte. Sie sagten mir, dass in Mamas Fruchtblase Löcher waren, und deswegen das lebenswichtige Fruchtwasser ablief, und es zur Frühgeburt kommen könnte. Ich dachte mir "Gut, eine Frühgeburt, aber ist das denn schlimm?"
 Meine Tante sagte mir, das dies lebensgefährlich für Mutter und Kind sein kann.

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    Du kannst stolz sein auf die junge Schreiberin! Sie hat so jung schon Talent gezeigt! Und mit dem Aufschreiben diese schwierigen Erlebnisse verarbeitet...

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