Trainer – Ein Sozialkritisches Theaterstück mit wahrer Größe

Zuerst wird, wie bei einem Bühnenstück üblich, die Bühne dargestellt, nachdem die Hauptpersonen kurz umrissen wurden. Zu sehen ist einfach eine Multifunktionale Sporthalle, wie sie bei der Hauptperson ganz in der Nähe steht und bei der Sie wirklich Ju-Jutsu Unterricht hat.  
Warum bei der Hauptperson? Ganz einfach, alle dort vorgestellten Personen gibt es in Echt (Ich habe nur den Fehler gemacht, und vergessen überall die Namen zu verändern). Es wird eine normale Trainingsstunde am Anfang dargestellt, wie sie historisch so auch besteht, nur dass sich die Trainerkonstellationen leicht verändert haben. Das Theaterstück ist sonderbar aufgebaut. Es besteht nur aus 3-4 Szenen mit oder ohne Nachspiel (Die Abweichungen kommen von der ‚Druckversion‘, mir vorliegend ist die 4 Szenen lange Version ohne Nachspiel, was aber nichts an der Handlung verändert. Ich kann mit dem Stück nur für den einen Verein sprechen, aber hier fängt das Training wie in der Realität mit Stürzen nach einem kurzen warmlaufen  an. Somit sind Ort und Zeit bekannt, auch wer und was. Die Unterbrechung, dass ein Anderer Trainer gerufen wird, ist selten, aber nicht ungewöhnlich, genauso mit dem Scharfen Kommando, welches eigentlich keins ist. Diesen Trick benutz Leon, um die Aufmerksamkeit und die Reaktion zu schulen. Die Liegestütze wurden hier von 10 auf 5 gedrosselt um die kleinen noch zu schonen.  

Die zweite Szene beginnt hektisch. Man hat sich jetzt gerade in das Training eingefunden, als die Ruhe und die Sachlichkeit, des Trainings durch Schreie unterbrochen werden. Schreie einer anderen Sorte. Hier sind die Schreie panisch und lang, nicht kurz und gestoßen, wie Dartpfeile. Man kann es ja selber mal ausprobieren einen Konsonant mit einem Vokal möglichst hart und laut aus dem Hara, dem Bauch, herauszustoßen. – oder man geht einfach in den nächsten Kampfsportverein. In der Halle gibt es noch wie gewohnt einen halliegen Vorflur. Und die massiven Stahl bzw. Holztüren mit Glas sind auch soweit hoffentlich bekannt, und dass sie ordentlich knallen auch.
Der sofortigen Reaktion der ÜL (Übungsleitern) ist es zu verdanken, dass die Handlung noch gut ausgeht. Hier  sieht man, wie gut die Trainer aufeinander abgestimmt sind, und dass jeder super seine Aufgabe ausführt, dass ein Wortloser Kontakt immer beständig ist und dass dieser auch immer funktioniert. Durch das blinde fangen des Schlüssels ist auch hier noch mal deutlich, wie gut die einzelnen Trainer auf einander abgestimmt sind, und wie wichtig die Vorbereit ist, zum Beispiel, dass man immer dieselbe Anzahl an Matten aufbaut.
Außerdem ist die Ruhe auch bemerkenswert. Alles verläuft ruhig, zügig aber nicht hektisch ab.
Ob Maria nun Schön ist, und dass man davon nicht viel sieht, oder ob sie gleich hässlich ist, deutet die Charakterstärke von Alex an. Er hilft jeder und jedem. Außerdem ist seine Ruhe nicht zu übergehen. Er ist ein höflicher, rettender, guterzogener Ruhepol in der Panik, dem Trubel. Er hat sich eine hohe Autorität aufgebaut, so dass es auch ruhig bei den anderen Schülern bleibt, alles abhängig von den Trainern und vor allem Alex.  Auch wen Alex Kühle zunächst zeigt, und sehr sachlich bleibt, kontrolliert er auch die Situation auf Mentaler Ebene. Er denkt weiter, und denkt vor allem an alle. Auch die Positionen von Paula und Leon sind beachtenswert. Wie Personenschutze stellen sie sich vor Marija und geben somit auch gleichzeitig den Männern das Ziel weg, da sie Marija verdecken.
Man sieht dann aber in Szene 3 wie Leon ein wenig die Nerven verliert. Zwar behauptet er, es sei zum Selbstschutz, da die drei Trainer mit den Waffen umgehen können, aber bis auf den Stock sind die Waffen unbrauchbar. Und jede Waffe kann auch gegen sich selber verwendet werden. Somit zeigt sich, dass Leon die Nerven verloren hat, und den Punkt der Waffeneinführung zu früh gewählt hat. Schließlich könnten die grobschlächtigen Erwachsenen (auch) in einem Kampfstall trainieren. (Kampfstall, nicht SV- / Kampsportverein … Was so viel heißt wie, sie werden zum zuschlagen Trainiert, nicht zum Verteidigen, der Typische Schläger von der Straße.)
Dass Leon die Nerven verloren hat, respektiert Alex, geht da jedoch nicht drauf ein, sondern beruhigt ihn und versucht durch seine Anwesenheit und seine Wortgewallt für Ruhe zu sorgen, doch was tut ein Schläger? Rechts, links ist seine Sprache. Dass Alex langsam geht, kann man hier auf zwei Arten deuten, auf der einen Seite, dass er Angst hat, und seinen Worten selber nicht glaubt, auf der anderen Seite jedoch, dass er langsam, (majestätisch,) drohend geht, und somit noch mal Ruhe ausstrahlt, wie ein Fels in der Brandung zu sein, und sich vor nichts einschüchtern zu lassen. Durch Marijas verhalten wird noch mal deutlich, wie sympathisch und ruhig, kontrolliert Alex ist. Jetzt hat sie nicht nur Angst vor den unbekannten Schlägern in unbekannter Anzahl, sondern auch um Alex.
Doch an der Tür merkt man, dass Alex angespannt ist und auch die Fassung verliert. Er zückt sofort als Gegenmaßname eine Faustfeuerwaffe. Somit hat er selber sich nicht mehr unter Kontrolle, zeigt Angst, was den Schlägern den Ball zuspielt, und auch die ganze Halle wieder in leichte Aufruhr versetzt. Doch langsam fängt er sich wieder und geht seinen ruhigen, drohenden Weg langsam weiter, doch er ist immer noch nicht der alte, ruhige Alex. Er versucht die Ruhe aufrecht zu halten und verstellt sich indem er frech wird (vgl. Spielzeugwaffe) die er so verächtlich ausspuckt und dabei weiter droht und die Aggression hochschraubt. Die Professionelle Handhabung zeigt jedoch, dass er schon oft eine Waffe gehabt haben muss und dass er auch weiß wie man damit umgeht, oder er kann in der Situation, wo selbst bei Ihm die Nerven blank liegen, sehr gut bluffen. Ein Rätsel.  (Ja wirklich, die Interpretation geht gerade in eine ganz andere Richtung als gewollt, aber dazu später mehr.)
Doch dann fängt er sich wieder. Er versucht noch mal kurz mit der Drohenden Waffenhaltung die Männer auf eine Rückkehr zu zwingen, was aber misslingt, bei so viel Wut, wo man nicht mehr Herr der Gefühle und sich selbst ist. Dann jedoch bricht er das Gespräch ab, da er sieht, dass die Stimmung kippt, und er eh nichts erreichen kann, äußerlich verliert, aber innerlich siegt. Wie des auch im Ju-Jutsu heißt: Siegen durch Nachgeben. Hier hat er über die Stimmung gesiegt, er hat sie wieder beruhigt und die Aggressoren ignoriert, was sie zwar triumphieren lässt, aber eigentlich haben sie ihr Ziel verfehlt, ihnen wurde Wind aus den Segeln genommen und sie müssen wieder an die Tür klopfen.
Außerdem wird er seinem Spruch, er entscheide so einiges, und auch wem wie geholfen werde, gerecht, da er entschieden hat, dass die Türen zu bleiben, niemand raus und rein kommt, das Marija sicher ist und dass die anderen klopfen müssen. Außerdem hat er entschieden, dass Marija geholfen ist, wenn sie drinnen ist und den anderen geholfen ist, wenn sie draußen bleiben, da sie dann keinen Grund haben die „Gaskammer“ mit CS-Gas zu spielen. In der letzten Szene gibt es eine kleine Lagebesprechung, wie man am besten den Kindern alles möglichst schonend beibringen kann und wie sie unerkannt bleiben. Auch zeigt sich hier die ruhige Härte von Alex, als er Svenja zurückweißt und ihr dennoch dankbar ist. In der Situation hat Alex auch super den Ton getroffen, und somit noch mal Vertrauen erzeugt.  
Auch dass Alex die Waffe weg legt und Marija in den Arm nimmt zeugt von geistiger Stärke. Er zeigt ihr das es nicht schlimm ist, wenn man Angst hat, respektiert sie und stärkt sie mental, indem er kraft und Wärme spendet, und auch zeigt, dass auch er nur ein Mensch ist, wie jeder andere und warten muss, bis die höhere Gewalt zur Stelle ist, aber in der Zeit dahin alles tut, was in seiner Macht steht, auch wenn er dafür nichts bekommt.

Warum sind die Männer hinter dem Mädchen her? Ich glaube, man kann das so deuten, dass die Männer ihrer Rolle als Bürgerwehr gerecht werden wollen, und somit alle Ausländer aus dem Land schaffen wollen. Da Marija nunmal dunklere Haut und eine Südländisches Aussehen hat, ist sie nicht national und wird, aus Angst vor Terror - so die Erklärung der Bürgerwehr - verfolgt und aus der Stadt geekelt, oder zumindest versuchen sie das, brechen sich aber die Zähne aus, als sie auf den Stein Alex treffen, der jedem Hilfe gibt, und furchtlos sowohl den Männern als auch dem Mädchen gegenüber steht.
Das als Grundlage gesehen, kann auch die Gesellschaft wiederspiegeln und kritisieren, da einige Bewegungen und Parteien - wie zum Beispiel Pegida und AfD - den deutschen Bürger in Angst und schrecken versetzt, die Ausländer und Ausländischstämmigen vergrault und zur Polarisierung der Gesellschaft beitragen um 'fördern' nicht in den Mund zu nehmen. Außerdem zeigt es auch die Angst und die Gefahr - wie in einem anderen Werk des selben Autors ( Eine grauenvolle Horrornacht) -  die die Bürger Beschäftigt und die auch die Polizei anzweifeln lässt. Auch wenn der Text "Eine grauenvolle Horrornacht" zeitgenössicher ist, wird in dem Hier vorliegendem Text das selbe noch mal aufgegriffen, da das Thema nicht mehr akut aber dennoch allgegenwärtig ist, und auch um noch mal zu verdeutlichen, dass diese Bürgerwehren nicht positiv für das Volk ist und es immer wieder den falschen trifft, und dass es auch andere Möglichkeiten gibt, sich selber zu schützen.

Das Ende, beziehungsweise das Nachspiel wurde als Auflösung vorgesehen. Ich glaube man kann es so interpretieren: die Fünf stehen für die 50 Sterne. Die 50 Sterne für Amerika. Und die mischen sich militärisch in alle möglichen Konflikte ein, um Frieden zu schaffen. Und um ihren Traum weiter zu leben, der Traum nach der von Gott gegebenen Expansion. Zwar nicht territorial, aber politisch, indem sie mit Waffen, Waffen bekämpfen und gewaltsam einen friedlichen Staat nach Amerikanischem Vorbild zu errichten. Gegen diese Paradoxe soll das Stück gehen, und aufzeigen, dass man friedlich auch eine Überzahl oder Großmacht in die Knie zwingen kann, bis man Unterstützung bekommt. Doch wann, das ist auch unbekannt (hier durch den Sekundenzeiger ausgedrückt), da sich keiner außer Russland gegen die USA sich auflehnen will, weil noch die USA zu stark ist.
Aber das Stück soll auch noch ein Ideal ausdrücken. Wie es ist, wenn man eine Person kennt, die so vorbildhaft handelt, indem sie nichts/ kaum was tut, und somit die Umgebung zur Ruhe zwingt. Wie wertvoll es ist gelassen zu bleiben, versuchen mit Worten zu entspannen und sich wieder zu fangen, wenn man die Fassung und die Nerven verliert und wie sicher das für einen und das Umfeld ist. Mein Vorbild, nach dem ich immer strebe.

Anmerkungen:

01 Alles ist fiktiv
02 Alex ist fiktiv
03 Alex ist ruhig, besonnen und gut. Er verliert nicht die Fassung und die Nerven
04 Die Waffe sollte drohen und ist gut durchdacht in Szene eingesetzt
05 Er ist wirklich ruhig.
06 Er ist mein Vorbild
07 Er soll unser Vorbild sein
08 Kein Angriff auf die Amerikanische Politik in der oben genannten Analyse die
09 eine Interpretationsstüze ist
10 die anders als ich dachte ausgefallen ist.
11 Was sehr schade ist.
12 Da Alex zu negativ herüber kommt
13 Alex = Ruhig (positiv), Viel Ansehen, durchdacht, Fels in der Brandung, Sympathisch, mag man gerne in seiner Nähe, spende Wärme und Geborgenheit, Sorgenvoll, den besten Weg suchend.

Comments

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media