Xandra, Battle Priestress

In vollem Galopp erreichte Johhla schon bald das die Grenze der unabhängigen Stadtstaates Gedankenleben.ch - das Heiligtum von Hohepriesterin Xandra.

Müde Reisende konnten hier schon immer ein üppiges Panorama aus Naturgedichten genießen, und im weit bekannten xandrinischen Theater wurden stets ergreifende Stücke aus der Zwischenwelt gespielt. Zumindest war es früher so...

Sehr zu Johhlas Überraschung erwartete sie jedoch nicht der friedliche Empfang, den sie sich erhofft hatte. Anstatt einer blühenden Oase der der Schöpfungslust fand sie hier nur dasselbe verdorrte Ödland vor, wie sie es gerade zuvor zurückgelassen hatte.

War womöglich nicht nur Belletristica von den Angriffen betroffen? Ob es zwischen der Eroberung von Belle und der Verwüstung von Xandras Ländereien einen Zusammenhang gab oder nicht, eines stand für Johhla jedenfalls fest: Eine böse Präsenz hatte sich über die heiligen Wälder gelegt, und schon beim Überqueren der Baumgrenze ergriff sie ein kaltes Schaudern.

»Xandra?«, rief sie in den düsteren Wald hinein. Als Antwort ertönten lediglich  Rabenschreie über ihr, und ein dumpfes Grollen in der Ferne.

Der Gästebuch-Hain war überwuchert mit dem dornigen Gestrüpp giftiger Kommentare, und der Besucherzähler lief rückwärts, bis er schließlich auf 666 stehenblieb.

Von allen Seiten fühlte Johhla sich beobachtet. Eine wahrhaft böse Macht war mit jedem Atemzug deutlicher zu spüren. Die Spannung schien so greifbar, dass sie unwillkürlich ihr Schwert zog - und das keine Sekunde zu früh. Aus den Unterholz sprangen mit einem Mal abscheuliche Monster hervor. Sie waren schwarz wie die Nacht und hatten Reißzähne wie Dolche.

Johhla wirbelte herum, traf eine der Scheußlichkeiten mit ihrer Klinge, wurde aber vom Pferd gestoßen. Gerade als eine der Bestien sich über sie beugte um zuzubeißen, erhellte ein grelles Licht die Finsternis, und ein feenhaftes Summen fegte durch die Baumkronen. Das Monster zerfiel zu Staub.

Eine anmutige Frau mit blauweißer Robe stand vor ihr - Xandra, die legendäre Hüterin dieser Wälder. Mit einem einzigen Streich ihres goldenen Priesterinnenstabes schlug sie eine Schneise in die Reihen der Ungetüme. Eine der Bestien sprang auf sie zu, doch Xandra wirbelte herum und streckte das Wesen mit einem Hieb ihres Stabes nieder, auf dass es in tausend Funken zerstob. In diesem Wald hatte sie Admin-Kräfte - welch ein herrlicher Anblick.

Die Monster zogen sich fürs Erste fauchend in den Schutz der Dunkelheit zurück, und Xandra half der gestrauchelten Reiterin zurück auf die Beine.

»Johhla? Bist du es? Wie schön ein vertrautes Gesicht zu sehen!«, rief sie erfreut.
»Xandra! Die Freude ist ganz auf meiner Seite. Aber was geht denn hier vor sich? Seit wann macht denn dein Wald solche Probleme?«

»Ich weiß nicht warum...«, antwortete Xandra. »...aber es fing vor ein paar Monaten an, und es wurde mit jedem Tag schlimmer. Mittlerweile kommen schon gar keine Gäste mehr, und wenn doch, dann werden sie von diesen Ungeheuern überfallen, denen du eben begegnet bist. Was immer mit Belle geschehen ist, das passiert nun auch hier

»Wegen Belle...«, begann Johhla, nicht wirklich sicher, wie sie fragen sollte. Immerhin hatte Xandra momentan ihre eigenen Probleme. »Kathy und Meg sind da und... wir haben einen Plan. Wir wissen zwar nicht ob es klappen wird, aber wir wollen alles wieder aufbauen, wie es früher war...«

Xandra seufzte wehmütig auf. Damals als die Angriffe in Belle  begannen, blieb Xandra so lange es ging dort, und half mit wo immer sie nur konnte. Erst ganz am Ende, als nur noch Gewalt und Bosheit dort herrschten, zog sie sich resigniert in ihre Wälder zurück, um ein friedliches Dasein zu führen.

»Du brauchst gar nicht weiterzureden«, meinte Xandra schließlich. »Ich stehe euch bei. Was immer hier geschieht, es scheint überall zu passieren, und zusammen haben wir eine besser Chance, als jeder für sich allein.«

Ein unheilvoller Wind heulte und die Bäume knarrten bedrohlich, als würden sie jeden Moment zum Leben erwachen. Xandra drehte sich noch ein letztes Mal um und betrachtete den Wald, den sie ihre Heimat nannte. Sie kniete nieder, legte die Hand auf die Erde und flüsterte einen uralten Zauber, der den gesamten Wald zu Stein erstarren ließ.

»Was passiert hier?«, fragte Johhla entsetzt.

»Ich habe den Wald zur Ruhe gelegt. Meine Website ausgeschaltet.«, antwortete Xandra ruhig, aber traurig. »Ich werde nicht zulassen, dass hier das gleiche passiert, wie überall sonst.« Noch eine Weile betrachtete sie gedankenverloren ihr versteinertes Zuhause, bevor sie schließlich sagte: »Lass uns nun besser aufbrechen. Ich schätze wir haben noch viel vor uns...«

Die beiden setzten sich auf Johhlas Pferd und ritten davon.

»Eines Tages werden wir zurückkehren und das wieder in Ordnung bringen«, meinte Johhla entschlossen. »Dann wird dein Wald wieder im alten Glanz erstrahlen, versprochen!«

Comments

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    In vollem Galopp erreichte Johhla schon bald das die Grenze, dass "das" müsste weg. Finde Xandra als Battle Priestress voll cool und bin megagespannt wie es weitergeht. *-*

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    Die Trolle! Tötet die Trolle, Mädels! Und die Ungeheuer!

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    Awwww ich bin tief bewegt und zutiefst geschmeichelt, dass du mir so eine tolle Rolle gegeben hast. Vielen Dank! I love it!!! :-D

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    Das ist klasse geschrieben, ich freu mich schon auf das nächste Kapitel ^^

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    Xandra ist richtig gut dargestellt ;)

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    Oh ja, das wird Xandra sehr gefallen :D

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    Wenn Xanny das liest, wird sie hellauf begeistert sein, so viel steht fest ^^ Bin gespannt wer von den beiden Übrigen als nächstes dazu kommt... :D

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