Harsche Lande

Mit wärmenden Pelzen behangen ritten sie durch karge Ebenen und mit nadelspitzen Hügelkuppen gespickten Schluchten. Mit jedweder Bewegung knisterten und knarzten ihre vor eisiger Kälte starr gefrorenen Fellumhänge. Energisch riss das silberne Wolfskopfbanner im schneidigen Wind knatternd an der geführten Standarte.
Auf einem tiefblauen Hintergrund zierte ein stilisierter Wolfskopf in silbrigen Farben. Gekettelt in schwarzer Umrandung tanzte darunter, in selber Manier und gleicher Färbung ein zusätzlicher Wimpel mit zwei sich überkreuzenden Partisanen. Das Zeichen des führenden Oberhauptes der Ost-Thulenischen Herrschaftsgebiete und seiner Leibgarde.
Obwohl es in ihrem Heimatland sowohl Sommer als auch Wintermonate gab, galten die wärmeren als die Gefährlicheren. Niemand reiste in dieser Zeit von Nord nach Ost oder umgekehrt. So zumindest, solange es sich vermeiden lässt. Seit Anbeginn der Zeitrechnung und der Einigung aller bekannten Stämme gab es nur diesen einen Weg. Jener durch die Sichelschlucht.
Schnee und Eis schmolzen und vereinte sich von kleinen Rinnsalen zu schlüpfrigen Bächen. Nahe eines sichelförmigen Geländeeinschnittes, welcher das Land in Gänze unterteilte, wehten die steten Winde des Nordens und diese gefroren, was ihr Odem berührte.
Mit Gierigen und Krallen wie nadelspitze Dornen verfingen diese sich in allem, was sich bewegte und versuchte sich seinem Zugriff zu entwinden. Schmelzwasser ergoss sich in vielen spärlichen Katarakten in die Schlucht und gefror zu bizarren Skulpturen. Die Kleinsten, immer noch fingerdick, bohrten sich ungehemmt selbst durch gehärtetes Leder und kosteten so manch Unbedarften das Leben. Die größten jener eisigen Variationen glichen brückengleicher Ausmaße und eine dieser war besetzt.
Für Unwissende war das Aufgebot von meist fünfundzwanzig Mannen trotz ihrer der Winde abhaltenden Bekleidung nahezu unsichtbar.
Hin und wieder lösten sich einzelne Tropfen aus niederfallender Rinnsale und gefroren alsbald zu scharfkantigen Geschossen. Wer sich in der Schlucht nicht schützend verhüllte, würde unausweichlich und geringstenfalls einem dieser schmerzhaften Begegnungen Bekanntschaft zollen.
»Aey. Was führt den Prot-Chon zu diesen Tagen ins nördliche Land«, gellte es aus unbestimmter Richtung. Ein nachhallendes Echo wiederholte die Frage in seltsam verzerrendem Laut.
»Behey. Wir sind auf Geheiß der Burchan-Amrag auf dem Weg nach Chokval.«
»Es muss dringlich sein, wenn die göttliche Herrscherin dieser Tage den Herrn der Wölfe zu sich ruft.«
»So dem Anschein nach.«
»Aey, Togrel. So reitet vorsichtig, die Winde wehen ungewöhnlich kalt.«
»Behey. Danke der Warnung.«

Fünfzig Reiter passierten in schützende Felle gehüllt und eisverkrustet eine natürliche Barriere des Landes Thule. Diese verband das östliche mit dem nördlichen Reich welche zusammen das thulenische Großreich unter der allgemeinen Herrschaft der Burchan-Amrag - der göttlichen Herrscherin - bildeten.
Aus dieser Schlucht, der Sichelschlucht, drangen vor ungezählten Jahren die ersten Blauhäute oder Blaubluter, wie sie jene der südlichen Länder nannten. Einst auf mächtigen Wölfen fielen sie in angrenzende Ländereien ein; plünderten, mordeten und brandschatzten. Im Nachhinein beschränkte sich Thule nicht mehr auf derlei Abenteuer, sie besetzten benachbarte Landstriche und knechteten das Volk. Anstatt es zu morden und zu meucheln, vergingen sie sich an Frauen wie Männern. Im nördlichsten Reich des bisweilen bekannten Landes galt zwischen den Geschlechtern ausgewogene Gleichberechtigung und so war es ihnen nicht fremd, dass beide Waffen in den Händen führten. So manche, der ihren verbrachte zeit ihres Lebens im Dienste verschiedenster Ehren- wie Leibgarden.

Eine Meute silbrig grauer Wölfe begleitete die Reisenden, dienten ihnen ungeachtet dessen jedoch nicht zur Treibjagd. Sie erweiterten das berittene Kontingent des Ostens und zählten nicht minder, ihre Gewichtung als Begleiter. Als Weggefährten wurden diese nicht nur wertgeschätzt, sie genossen gar eine Art der Verehrung. Gemeinhin galten diese Tiere als eigenständige Individuen und unterwarfen sich ausschließlich dem Prot-Chon und seiner Leibgarde.
Die Scrawt ähnelten jenen Wölfen der südöstlichen Ländereien, wo weitläufige und bewaldete Hügelketten ihnen eine Heimat und hinreichend Nahrung boten. Einzig ihre muskulöse Statur und enorme Körpergröße überschattete deren Dasein. Die größten ihrer Art wären kräftig und ausdauernd genug einen thulenischen Leibgardisten zu tragen. Gleichwohl die Mutigsten der Garde es sich zutrauten würden, gewährte keines dieser aufgeweckten Tiere wie ein Pferd bestiegen zu werden.
In unregelmäßigen Generationsabständen fühlte sich eines jedoch erwogen eben dieses einem Erwählten zu gestatten. Mittlerweile verging so mancher Wurf und kein Scrawt unterwarf sich diesem Vorhaben, auch nicht für Togrel. Dieser gewahrte sich biederen Wissens so ihren Beistand als wertvolles Gefolge, gleichwohl er wusste und mit eigenen Augen sehen durfte, wie ausgerechnet einem Kleinkind diese Gewogenheit widerfuhr.

***

Donnernder Hall echote im Saal der Göttlichkeit und ließ den zu Eis gefrorenen Lebensbrunnen in einem seltsamen Singsang erklingen. Dieser war kein Sinnbild eines Brunnens im herkömmlichen Sinne und nicht wie man sich einen solchen vorzustellen vermochte. Der Wasserzulauf nahm seinen Ursprung in einem nicht einsehbaren Bereich der Nordmauer, die sich an dem Gestein des Vorgebirges lehnte.
Der Sage nach würde das Leben der Burchan-Amrag sich dem Ende neigen, sobald die Wasser dieses Quells sich beginnen zu verflüssigen. Viele Nachkommen waren geboren und wieder den Winden des Nordens überlassen, doch niemals änderte sich der Zustand des Brunnens. Ein aus einem Block bläulich glitzernden Gesteins gearbeiteter Wolfskopf thronte über einem vereisten Becken. Aus dessen Maul sollte kristallklares Bergwasser fließen, welches derweilen in kalter Starre fristete.
Im Palast Chokvals dienten ausschließlich Frauen verschiedenster Völker und bemühten sich täglich wiederkehrend den Gelüsten der göttlichen Herrscherin gerecht zu werden. Damit die zierlich gewachsenen Dienerinnen nicht erfroren, wurden ausgenommen der Halle der Ahnen alle Räumlichkeiten kläglich beheizt.
Dieser weiträumige Raum mit rücklings offenem Bergblick diente den Thulenen als Ort der Zusammenkunft, wenn Besprechungen wie Huldigungen die Tagesordnung bestimmten. In diesem Saal bewegte sich die Herrscherin der Nord-Thulenischen Herrschaftsgebiete und genoss den Anblick der verachtenswerten Warmblüter. Nicht nur das die armen Frauen ihrer Heimat gar ihrer Familien entzogen wurden, sie mussten sich jeden Tag aufs Neue erniedrigen. Ihr warmes Blut kühlte in den zugigen Nordwinden rasch ab und veranlasste, dass ihre Muskeln außerordentlich erzitterten. Ihre Körper zuckten regelrecht und ließen ihre Bewegungen ruckartig gar Stelzern erscheinen.

Auf dem Weg in den Palast des Nordens durchquerten Togrel und seine Gefährten auf rauem Gestein gepflasterten Wegen ganze Straßenzüge, die wie Viertel bewacht und abgegrenzt schienen. Die Erbauer von einst gewahrten so auch bei überfrierender Nässe festen und sicheren Schritt.
Die ihn begleitenden Streiter waren allesamt Reinblütig und von Geburt an gewöhnt, die schneidig kalte Luft selbst in spärlicher Bekleidung zu ertragen. Durch ihre Adern pulsiere Blut, welches diesen minderen Temperaturen zu trotzen wusste. Dennoch, was die hiesigen Thulenen als reinrassig bezeichneten, war eine Verschmelzung zahlloser vergangener Generationen mit Warmblütern, wie sie sie leichtfertig schimpften.
Obwohl viele des nordischen Volkes einen Wuchs von nahezu drei Schritt erreichten und eine kräftige wie herkulische Erscheinung aufwiesen, würden diese neben einem wahren Thulenen nur erschwert bestehen können.
Sie wandelten vermutlich schon vor Urzeiten, fremdartig und unerkannt. Hoch oben in den weiten und kältesten Nordländern und den höchsten wie unerforschten Bergen lebten Hünen, durch deren Adern blaues Blut - Eisblut - von einem kräftigen Herzen getrieben strömte. In den Analen Thules stand geschrieben, dass sich vor längst vergangenen Zeiten einige der Bergsippen unter einer Stimme vereinten. So unterschiedlich sie sich ihrer Lebensart bedienten, so gleichartig war ihr Ansinnen - Zivilisation.
Sie verließen die heimischen Berge und siedelten in niederen Anhöhen. Erlernten mittels fremder Völker arten der Verständigung, Verarbeitung von Gestein und Metall. Dies war die Zeit, an welcher der Wandel der Generationen seinen Ursprung nahm. Trotz ihres immensen Wuchses genossen die weiblichen Geschlechter den Umgang mit den doch recht kleinwüchsigen Männern aus wärmeren Gestaden. Aus solchen und ähnlichem Beisammensein erwuchsen nach und nach jene Thulenen, wie sie sich nunmehr Reinblütig nannten und dem Banner Arikimas und Togrels folgten.

Dreimal hallte das dröhnende Echo, als der Patron den Schaft seiner Partisane auf den steinernen Boden aufschlug. »Der Prot-Chon, Oberhaupt der Ost-Thulenischen Herrschaftsgebiete.«
Lange wallende Haare stoben auf, als sich die Herrin des Landes umwandte.
Einstmals musste diese Haarpracht silbern und nicht gräulich leuchten. Bläuliche Strähnen durchzogen wie Flüsse das schimmernde Haarkleid in gleichmäßigen Bahnen. Trotz ihrer vorgeschrittenen Lebenszeit schien sie keiner Gebrechen zu leiden. Einzig die nachlassende Muskulatur und die Fältchen in ihrem Antlitz zeugten vom hohen Alter.
Findige Finger schufen ihr eine Bekleidung, die zunehmen erahnen ließ, als dass diese verhüllte. Mit einer Mischung aus verschiedenstem Leder und kristallinen Stoffen bedeckte dieses Kleidungsstück kaum mehr als ihre anzüglichsten Stellen.
Die Frauen des Nordens waren für ihre Freizügigkeit bekannt und Lockenten so manch Männlichkeit. Ob sich ihr Schoß jedoch für jene öffnete, entschieden sie alleinig oder während eines aufrichtigen Zweikampfes. Es hieße, dass nur die kräftigsten und fähigsten Mannen der Burchan-Amrag es schafften, ihren Samen in gebärfähige Becken zu stoßen.
Gemeinhin kursierte das Gerücht, dass die Anzahl Neugeborener auf Geheiß zu reduzieren sei. Da nebst den Männern auch das weibliche Geschlecht den Umgang mit Waffen pflegte und in den Worten ihrer Herrscherin eine Bevormundung genossen, funkelte das Gebot in vollkommen anderem Glanz.
Sie winkte mit der Rechten und ließ die Finger tanzen. »Verschwindet. Wärmt eure dürren Körper, ich brauche eure Leiber wohlig und gesund.«
Der angemeldete Prot-Chon legte dem Patron besänftigend seine Linke auf dessen Schulter und ließ ihn mit einem Blick verstehen ebenfalls die Räumlichkeit zu verlassen. Wiederstrebend zog er sich rücklings zu den Flügeln der Doppeltür zurück.
Ein verhaltenes Klacken bedeutete den beiden Anwesenden, dass diese geschlossen wart.
»Aey, Arikima«, grüßte er seine Gegenüber.
»Lass uns keine Zeit mit Floskeln verschwenden, Togrel. Ich habe dich gerufen ...«
»Hier bin ich«, unterbrach er sie auf ebenso ungehobelter Art und stemmte die Fäuste in die Hüfte. »Mit welchem Aufgebot rufst du mich während der Schmelze an deinen Hof?«
Die göttliche Herrscherin hob fragend einer ihrer Brauen. Sie musterte ihn, wohl wissend, dass es für jeden anderen unumgänglich den Tod bedeutete, sie in ihrem Worte zu unterbrechen. »Fürchtet sich der Wolfsreiter etwa? Sind deine Krallen stumpf geworden, Wächter des Nordens?«
Mahnend hob er seine Rechte und schob den Zeigefinger voran. Er wies zu ihrem Ruheplatz, der mit dicken Pelzen und Kissen üppig belegt war. »Deine Schmähungen kratzen mir nicht das Fell, können mich nicht einmal im Ansatz beleidigen. Was heckt deine finstere Seele aus, was willst du dieses Mal? Reicht es dir nicht mehr Warmblüter zu Tode frieren zu lassen oder sich deinen Gelüsten hingeben zu müssen?«
Sie schloss die Augen, atmete dreimal tief ein, wieder aus und hob langsam die Lieder. Sie lächelte und fixierte ihren Gegenüber. Sie bemaß jeden Zoll seines Körpers und ließ ihn spüren, dass sie es tat.
»Lass uns nicht grollen, das steht keinem von uns beiden.«
»Arikima, mach es kurz. Der Hinweg war beschwerlich und weder ich noch meine Begleiter wollen uns der Willkür weiterhin aussetzen, die Du deinen Gefangenen hier zumutest. Die Warmblüter beginnen mit der Ernte und die Kolonnen reichern unsere Lebensmittel an.«
Angesprochene ging nicht auf die Spitze ein und verzog die Lippen zu einem dünkelhaften Lächeln. Klar ersichtlich huschten ihre Augen unstet im Raum umher, um nach unliebsamen Ohren Ausschau zu halten. Beide wussten, dass sich niemand unaufgefordert in die Nähe wagen würde. Dennoch sprach sie verhalten. »Ich will ein Kind gebären.«
Togrels Züge entgleisten und seine Züge schienen vollends fassungslos. Er schüttelte verständnislos den Kopf, bevor seine Lippen anstimmten Worte zu formen. »Du erwartest beileibe nicht das ich ...«
Schallendes Gelächter echote von den steinernen Wänden wieder und endete ebenso abrupt, wie es begann.
»Wo denkst du hin? Ich plane meine Erblinie mit der Geburt eines wahren Thulenen, nicht mit einem ausgewaschenen Halbblut. Ich werde ganz Thule unter einem Banner vereinen.« Theatralisch hob die Burchan-Amrag ihre Hände in die Höhe und drehte sich vereinnehmend. Ein gefährlicher Glanz stahl sich in ihr Augenlicht.
»Denke nicht einmal daran. Die östlichen Herrschaftsgebiete werden sich niemals deinem Willen unterwerfen.«
Sie verzog wohl wissend die linke Wange und schnaubte. »Nicht daran denken?« Sie trat näher und legte ihm ihre rechte ausgestreckte Hand auf die Brust. »Wenn sich meine Truppen sammeln, halten sich auch die deinen bereit. In kriegerischen Auseinandersetzungen bist du mir Untertan und zollst mir Loyalität.«
»Wir haben und führen keinerlei Kriege, in welchen ich dir folge leisten müsste.«
»Nein, noch nicht. Aber ... sobald ich das Blut Thules neu erwecke ... werden unsere Truppen sich erneut erheben.«
Misstrauisch verzogen sich Togrels Augenpartien und er öffnete seinen Fellmantel, der bisweilen seinen bläulich schimmernden Oberkörper verbarg. Ein tätowierter Wolfskopf prangte auf der linken Brust.
»Das Blut Thules ... neu erwecken?«
»Ich schloss ein Abkommen mit den Sippen der Gipfel.«
Sie hob die Hand und ermahnte sich Ruhe. »Die Sippen werden sich wie vor Urzeit geschehen zusammenschließen und wir werden dem Größten eine königliche Burg errichten. Als Anerkennung unserer Leistungen und Verdienste wird einer der Bergsöhne mein Erbgeschlecht fortführen. Ich werde durch den Samen unserer Vorfahren unserem Land einen wahren Erben Thules gebären.«
»Und diesen ebenso den Nordwinden überlassen wie jene zuvor«, stellte er nüchtern fest.
»SCHWEIG«, donnerte die göttliche Herrscherin erbost und funkelte aus stechend mahnenden Augen. Jedem anderen würde sie auf der Stelle das Herz herausschneiden. Der Prot-Chon hingegen genoss Unantastbarkeit und galt auch für sie als unzugänglich, wollte sie einen Krieg in den eigenen Reihen vermeiden.
Er schüttelte den Kopf und war im Begriff sich abzuwenden. »Nein Arikima, das werde ich nicht. Wer soll noch alles sein Leben lassen, um dir nicht eines Tages deine Herrschaft streitig machen zu können? Erst Tishmya, dein eigen Fleisch und Blut und deren Tochter Akysha. Das Mirikay deren Spross es noch lebend unter den blauen Himmel schaffte, war mit größter Wahrscheinlichkeit nicht deiner Gnade geschuldet.« Er beobachtete jedwede ihrer Bewegungen genauestens und hielt zudem die Türen im Blickfeld. Ihm war bewusst, dass er sich mit seinen Anschuldigungen auf dünnem Eis bewegte, vertraute jedoch darauf, dass seine Begleiter in wenigen Herzschlägen an seiner Seite stünden.
Der Friede Thules stand auf Messersschneide. Es gab eindeutige Regularien, denen er als auch Arikima unterlagen.
»Mirikay ist tot. Ebenso wie ihre Mutter, deren Klagelieder vereint mit jenen der Ahnen in den Winden des Nordens erklingen.«
»Ja«, gestand er kleinlaut und atmete bleiern aus.
»Meine Töchterstöchter hielten es für gefälliger, sich wie unsere feigen Ahnen zuvor, mit dem roten Blut der Warmblüter zu vereinen. Sie haben unser göttliches Erbe verwässert und sich von ihrem Volke abgewandt.«
»Das was du vermischen nennst, galt bei ihnen als Zuneigung. Und dass was du unter abgewandt verstehst, hatte zur Folge das sich vor unzähligen Generationen unser Volk entzweite.«
Angewidert schnaubte Arikima und winkte ab. »Sie zogen gen Süden und mit jedem getanen Schritt verbrannte die Sonne ihre Sinne. Unser Blut kann nicht lange in den Ländern jenseits der Berge überdauern. Es beginnt zu kochen und lässt uns vergehen.«
Sie wandte den Kopf und schielte hinüber zu ihrem Widersacher, den sie öffentlich niemals belangen können würde. Sie wünschte ihm den Tod, wusste jedoch nicht, wie sie diesen ohne borvorstehenden Konflikt inszenieren könne. Beide Armeen galten gleichauf und würden sich gegenseitig aufreiben.
»Meine Ur-Ur-Enkelin wurde zuletzt in den östlich angrenzenden Gestaden gesichtet. Letztlich in Begleitung eines jungen Mädchens - einer Warmblüterin. Liraki sah bereits bei ihrer Geburt aus, als sei sie eine verkommene Missbildung eines Rotbluters. Ist dieses Balg etwa ihr Kind? Eine weitere Erbschaftsstreiterin meiner Line?«
»Ja, sie ist ihre Tochter und hört auf den Namen Kiraa. Wir umgeben uns mit dem Blut verschiedenster Völker und du wunderst dich, dass sich das unsere mit jenen welcher, vermengt?« Verständnislos schüttelte er den Kopf und trat hinüber zu Tür. Seine Hand ruhte auf dem Griff. Er weigerte sich, sich herumzudrehen, als er sprach. »Beide befinden sich weder in deinem Zugriffsbereich noch in meinem. Ich schickte sie fort. Solange ihre Beine sie trugen, sollten sie gehen und darüber hinaus.«

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beta
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