Kapitel 1

DATEN EINER GESCHICHTE

ICH ERZÄHLE VON VERBOT, KRIEG UND FREIHEIT

Eine fiktive Geschichte auf realer Basis

 

„Setzt dich mein Kind.“, sagte er zu mir. Sein Gesicht war voller Falten. Seine Arme und sein Gesicht waren übersäht mit Narben. Sie waren die einzigen Zeugen von jener Zeit, in der Deutschland ein düsteres Kapitel Geschichte geschrieben hat. Die Haare schneeweiß. Man sah es ihm an, dass er weit über Achtzig war und lange gelitten hatte. Doch die leuchtend blauen Augen sprühten voller Lebensfreude und jugendlichem Gemüt.
„Ich bin schon alt und schwach. Ich kann nichts mehr machen. Ich kann nur noch erzählen. Und nur noch warnen. Jetzt bist du dran. Du bist noch jung, und hast noch lange zu leben. Du musst dafür sorgen dass so etwas nie wieder passiert.“ Er setzte sich in einen gemütlichen Ohrensessel und goss mir Tee in die teuren und fast antiken Keramiktassen mit Gold und bunter Blumenverzierung. Der Tee war heiß. Und dann fing er an zu reden. Es war als ob er in eine andere Welt verfiel.
„Weißt du, es ist wichtig sich für die Geschichte zu interessieren. Schon immer hat es Kriege gegeben, doch keiner War grausamer als der, von dem ich dir nun erzähle.“ Er fing an, in seiner Erinnerung auf zu gehen.
„Du musst wissen, auch heute gibt es noch Menschen, die etwas Verbotenes tun, doch es ist legal. Das ist im Grundgesetz verankert. Und von denen will ich dir heute erzählen. Aber fangen wir von vorne an. Ich war damals noch ein Kind. Gerade zwei Jahre alt. Ich habe von meiner Mutter später erzählt bekommen, wie alles angefangen hatte. Meine Mutter war toll. Sie sorgte sich immer um mich und meine zwei Geschwister. Ich hatte sie am meisten Lieb, als alle anderen. Doch leider ging sie viel zu früh von uns. Und daran ist nur einer Schuld.“, er trank einen Schluck, dann fuhr er fort.
„In der Nacht vom Achten auf den Neunten November 1923 versuchten zwei Menschen die Regierung in Berlin aus dem entfernten München zu stürzen. Die Nachrichten Berichteten damals ganz groß darüber. Die beiden Hitler und Ludendorff. Hitler soll angeblich vorgehabt haben sich die Kugel zu geben, doch die Polizei konnte dies leider verhindern. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Aber im Gefängnis, wo doch dieser von Bayern-München drin sein sollte schrieb dieser Hitler ein Buch. Er nannte es ‚Mein Kampf‘.
Ich bin anders als meine Brüder. Sie spielten draußen oder halfen mit auf dem Bauernhof. Wir hatten eine große Hühnerfarm und auch eine riesige Imkerei. Neben den Schafen und Ziegen.. Ich habe mich schon früh für Politik interessiert. Und dann sollte dieser Landesverräter ein Buch herausbringen und damit zur Wahl des Reichskanzlers gehen. Ich weiß noch ganz genau wie unsere Lehrerein darin in den Pausen lies und dann auch den Unterricht umstellte. Sie hat uns dann mehr beigebracht, wie man sich verhalten solle. Und hat versucht uns das Deutsche recht bei zu bringen. Ich habe einmal gesehen wie sie es in einer Schublade versteckt hatte. Nach dem Unterricht bin ich heimlich in die Schule eingestiegen und habe auch angefangen zu lesen. Jeden Tag habe ich das gemacht. Ich brauchte über zwei Wochen doch dann wusste ich, wen ich auf jeden Fall nicht wählen darf. Dann kurz vor den Wahlen besuchten wir eine entfernte Tante in Berlin. Meine Eltern hatten schon gewählt. Ich weiß nicht was sie gewählt haben, aber meine Mutter war ganz angetan von diesem Hitler. Uns als Familie ging es nicht schlecht. Wir hatten einen großen Bauernhof und viele Felder, doch dem Rest der Bevölkerung ging es überwiegend schlecht. Wir hatten ja angeblich den Krieg verloren. Das wurde uns immer gesagt, doch ich war der Meinung dass wir den Krieg gewonnen hatten, da wir kapituliert hatten, um größeren Schaden zu verhindern. Doch das sahen die angeblichen Sieger anders. Sie wollten von uns große Reparaturen und hier und da riesige Einschränkungen. Das Militär wurde verkleinert und uns wurden dies und jenes vorgeschrieben. Die damalige Regierung hat vernünftig gehandelt. Sie wollte keinen Streit und hat dann in Versailles ein Abkommen unterschrieben. Dass sie dagegen auch nichts machen werden. Doch durch die Einschränkungen war die schwache Wirtschaft auf einen Tiefpunkt gesunken. Hitler jedoch versprach Reichtum und Wohlstand. Doch das zu einem hohen Preis.

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