Kapitel 10

Ich ziehe die Sachen, die Jackson mir gegeben hat, an und binde meine dunklen Haare zu einem Pferdeschwanz. Die Kleidung sieht sogar einiger maßen passabel aus. Sie ist komplett schwarz und besteht aus einer Jeans, einer Strickjacke, einem T-Shirt und Turnschuhen. Jackson war der Meinung, dass ich so nicht auffalle, wenn ich schwarz trage. Ich schnappe mir noch ein Sandwich und schleiche mich dann aus dem Zimmer. Nach langem nachdenken habe ich mich dazu entschieden mich erst um zu sehen und dann zu flüchten. Das hier ist auf eine Art sehr beeindruckend, aber anderer Seitz auch mehr als angsteinflößend.

Ich schleiche durch den Gang immer darauf bedacht, nicht entdeckt zu werden. Der erste Flur den ich durchquere, ist komplett leer und auch der zweite, aber im dritten stoße ich auf eine Gruppe Vampire, die durch den Gang laufen. Ich quetsche mich blitzt schnell in eine Spalte und warte darauf, dass die Gruppe vorbei gelaufen ist. Ich warte ein paar Sekunden bis die Gruppe weg ist und komme dann wieder hervor. Dann schlüpfe ich unbemerkt weiter in den nächsten Gang. Als ich im Gang herum schleiche, wird plötzlich an meinem Arm gerissen und ich werde in einen mir unbekannten Raum gezogen. Ich blinzele überrascht. Jemand hat mich durch eine Tür in einen kleinen dunklen Raum gezogen. Die Person drückt mich gegen die Innenseite der Tür und hält mich an meinen Oberarmen fest. "Hey lass mich los", entfährt es mir:"Du tust mir weh." Ich kann die Person, die mich so fest hält nicht erkennen. "Das ist mir vollkommen egal. Das kannst du mir glauben. Was tust du hier?", fragt die Person mit einer Stimme, die mir nur allzu bekannt ist. "Na was wohl? Ich haue ab", sage ich und versuche mich aus Jacksons festem Griff zu befreien, was weniger gut klappt. "Du wirst garantiert nicht abhauen", sagt wütend, lockert seinen Griff jedoch. Ich sehe ihn verwirrt an:"Wieso nicht?" Er seufzt und schaut zu Boden:"Weil du in Gefahr bist. Wir brauche dich." Ich bin vollkommen perplex:"Wie ihr braucht mich?" "Komm mit. Ich erkläre es dir. Aber nicht hier", er lässt mich los:"Wirst du mir folgen?" Ich nicke vollkommen überrascht und sehe ihm zu, wie er die Tür öffnet und seinen Kopf heraus streckt, um zu schauen ob wir ungestört weiter gehen können. Als keiner auf dem Gang zu sehen ist, schlüpft er aus dem Raum und ich folge ihm auf Zehenspitzen.

Jackson führt mich aus dem Gebäude heraus und auf eine Rasenfläche. Als er unerwartet stehen bleibt, laufe ich fast in ihn rein. Er bückt sich hin und zieht eine Eisenkette aus dem Boden. Ich sehe ihn fragend an. Er zieht an der Kette und eine Platte im Boden öffnet sich. Hinter der Tür im Boden liegt eine Treppe, die weiter nach unten führt. Er nimmt meine Hand und ich sehe ihn an. Er scheint es nicht gemerkt zu haben und sieht mich fragend an. Ich schaue weg und er zieht mich die Treppe runter. Ich folge ihm schnell nach unten.

Wir laufen Hand in Hand einen kleinen Flur entlang. Die paar Fackeln, die an der Wand hängen, brennen nicht und es ist so dunkel, dass Jackson über eine Lücke im Boden stolpert. Ich halte ihn fest. Wieso kann er nichts sehen? Ich finde es ist noch hell genug:"Kannst du nicht sehen?" "Na ja es dunkel hier. Ist es nicht normal, dass ich nichts sehen kann?", fragt er mich verwundert. Ich zucke mit den Schultern:"Ich kann relativ gut sehen." "Echt?", fragt er verwundert:"Das ist ungewöhnlich. Du bist doch ein Mensch oder?" Ich nicke verwundert:"Ja, natürlich bin ich ein Mensch." "Und deine Eltern?", fragt er mich konzentriert. Ich schüttele den Kopf:"Ja, meine Eltern sind auch Menschen. Denke ich jedenfalls." Ich bin vollkommen verunsichert. Er sagt nichts mehr und bleibt plötzlich vor einer geschlossenen Tür stehen. Ich schalte nicht so schnell wie er und laufe an der Tür vorbei. Als ich merke, dass er nicht mehr neben mir läuft, drehe ich mich um. Durch die Dunkelheit hindurch sehe ich seinen gehobenen Mundwinkel. Er scheint das als wirklich witzig zu finden. Ich renne zu ihm und er klopft gegen die Tür. "Passwort", fragt eine Stimme die mir ziemlich bekannt vorkommt. "Krone", sagt Jackson und die Tür öffnet sich. Ich sehe ihn fragend an. Er zieht mich in den Raum.

Der Raum ist hell erleuchtet und Kaya und Matt sitzen auf einem Sofa. Jackson führt mich zu einem Sitz Sack und wartet bis ich mich gesetzt habe. Dann setzt er sich auf einen zweiten. Ich werfe Kaya einen fragenden Blick zu. Dann fällt mein Blick auf Matt der zu sprechen beginnt:"Wir haben dich hier her gebracht, weil wir dir das alles hier erklären wollen." Ich nicke verstehend. Ich brauche definitiv eine Erklärung:"Dann fang mal an zu erklären." Kaya nickt und ergreift das Wort:"Da du dich nicht mehr daran erinnerst kann was passiert ist, werde ich dir das erst mal grob erklären. Wir waren in einer Bar und du hast sie verlassen, um frische Luft zu schnappen. In einer Gasse wurdest du von einem Dämon überrascht, der dich entführen wollte. Jackson hat dich gerettet und hierher gebracht. Du hattest Verletzungen an den Händen, Unterarmen und am Hals. Ich habe dich mit meinem Blut geheilt und wir haben gewartet bis du wach geworden bist." Ich bin fassungslos. Das ist alles ziemlich fiel auf einmal:"Du hast mich mit deinem Blut geheilt?" Matt ergreift wieder das Wort:"Ja, Kaya ist eine Fee und ihr Blut kann so gut wie jede Wunde heilen." Meine Kinnlade klappt nach unten:"Fee? Wow, das ist...toll." Kaya zuckt entschuldigend mit den Schultern:"Ja, tut mir leid. Luke hat uns verboten es dir zu sagen." "Wenn ich als richtig verstanden habe ist Jackson ein Vampir und du bist eine Fee, aber was ist Matt?", frage ich Kaya. Kaya lächelt:"Er ist ein Werwolf." Matt lächelt und erst jetzt bemerke ich den wilden Ausdruck in seinen Augen. "Ja ok, aber was habe ich damit zu und wieso wollte der Dämon mich entführen?", frage ich verwundert. Kaya beißt sich auf die Lippe:"Das wissen wir nicht, aber wenn die Dämonen so weit gehen und dich entführen lassen wollen, musst du von großer Wichtigkeit sein." Jackson setzt sich mir gegenüber:"Ok, es war so. Vor langer Zeit kamen die Dämonen unter Luzifers und Lilliths herschafft nach New York. Zu der Zeit waren unsere Clans noch nicht gegründet. Doch auch zu dieser Zeit gab es vereinzelt übernatürliche Wesen. Den Urvampir Michael, die Urfee Kalia und den Urwerwolf Tairon. Sie waren die Ersten ihrer Arten und es war ihre Aufgabe New York zu beschützen. Sie gingen zum Uroro Valentin und er machte neun mächtige Kronen, jeweils eine für jede magische Art. Valentin gab ihnen drei Kronen. Die Feenkrone, die Vampirkrone und die Werwolfkrone. Die Drei nahmen die Kronen und gossen ihr Blut darauf. Als das Blut hinunter tropfe, hatten sich Flüssigkeiten gebildet, die sie den Menschen gaben. Die Flüssigkeiten verwandelten die Menschen in magische Wesen. So waren die magischen Wesen unter der Führung von Michael, Kalia und Tairon dabei den Krieg um den Frieden in New York zu gewinnen, doch es herrschte ein Kräfte Ungleichgewicht, so verteilten die Oros, die Hüter des Schicksals, die restlichen Kronen an die anderen Gründer der übernatürlichen Clans und auch an die Dämonen. Doch trotz des neu herrschenden Kräftegleichgewichtes schafften die magischen Wesen New Yorks es die Dämonen zu besiegen. Nach der Schlacht entschieden sich die Clans die Kronen nie wieder zu benutzen, um Menschen zu verwandeln, sondern nur als Zeichen der Kraft und der Verbundenheit mit den anderen Clans. So gingen sie mit allen neun Kronen, auch mit den dreien der Bösen, zu den Oros und ließen ihnen die Erschaffungskräfte wieder entziehen. Seit dem war alles wieder gut und wir leben in Frieden mit den anderen Wesen zusammen." Jackson macht eine Pause und ich frage:"Und was mache ich dann hier? Was ist der Harken?", frage ich misstrauisch. Kaya führt die Erklärung weiter fort:"Vor ein paar Tagen waren die Oros beim Vorsitz des Feen Clans. Sie sagten, dass die Dämonen zurück sind. Sie haben uns erzählt, dass Lillith und Luzifer damals nicht einfach so untergegangen sind. Luzifer hatte es geschafft sich die Erschaffungskräfte der Kronen an zu eignen. Im Kampf wurde er jedoch lebensbedrohlich verletzt und starb eine Woche später. Vor seinem Tod entführte Lillith ein damals zwei Jahre altes Kind und machte es mit einer Mischung aus Lilliths Blut und Luzifers Kräften zu einem unsterblichen Prinz der Dämonen. Er hat die Kraft unsere Welt ins Chaos zu stürzen." Während sie erzählt hat, ist mir die Kinnlade herunter geklappt:"Ihr wisst das das nicht gut ist oder?" "Ja, aber wir haben dich", sagt Matt. Ich sehe ihn fragend an:"Wie mich? Was ist an mir denn so besonders?" "Das wissen wir nicht, aber sie wollen dich, das heißt du musst besonders sein", erklärt Jackson und sein ernster Ton jagt mir angst ein. Ich sehe ihn eindringlich an:"Hast du deshalb gefragt, ob meine Eltern vielleicht übernatürliche Wesen sind?" "Ja, denk nochmal richtig nach. Jedes kleine Detail kann ein Hinweis sein", sagt er und ich denke doch nach. "Mein Vater ist definitiv ein Mensch. Er ist so...normal und langweilig. Er ist sozusagen mit seiner Arbeit verheiratet, aber meine Mutter könnte ein magisches Wesen sein. Ich weiß nicht viel über sie. Sie starb als ich 14 war. Davor war sie nicht so oft da, weil sie im Krankenhaus gearbeitet hat", sage ich nachdenklich. "Das heißt deine Mutter hätte so jemand wie wir sein können?", fragt Kaya. Ich nicke nach wie vor in Gedanken verloren. Als nächstes meldet sich Matt zu Wort:"Dann sollten wir dir Blut abnehmen und es zu den Oros bringen, damit sie es untersuchen können. Dann können wir herausfinden, warum du besonders bist. Ach ja, du kannst sehr wohl eine Werwölfin sein. Das Gen überspringt manchmal eine Generation." Das heißt ich könnt ein Werwolf sein? Das sind ganz schön viele Infos auf einmal. Bin ich wirklich Besonders? Und wenn ja, was macht mich so besonders? Und was für ein Geheimnis birgt meine Mutter?

Comments

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media