Kapitel 14

Ich liege in der Badewanne seit einer Stunde in der Badewanne und meine Haut ist schon ziemlich verschrumpelt. Plötzlich klopft es an der Tür und Matt meldet sich zu Wort:"Hey Beth. Bist du da drinnen?" Ich verdrehe die Augen. Kann man hier nicht mal kurz entspannen:"Ja, wieso?" "Was machst du gerade?", fragt er wieder. Ich antworte:"Ich bade." "Bist du gleich fertig?", bohrt er weiter. Ich seufzte:"Ja wieso?" "Kaya hat gesagt, dass wir also du und ich zusammen einkaufen gehen sollen", sagt er. Ich stehe aus der Badewanne auf:"Na gut. Ich bin gleich fertig. Gibt mir fünfzehn Minuten." Er sagt, dass er warten würde und verschwindet.

Ich beeile mich und ziehe mich schnell an. Mein Outfit besteht aus einem schwarzen T-Shirt, einer Jeanshose, Sportschuhen und einer Kapuzenjacke. Dann flechte ich meine Haare auf die Seite und putze mir die Zähne.

Als ich fertig bin, lasse ich das Badewasser ab und öffne die Tür. Nun suche ich Matt, um endlich einkaufen zu gehen:"Matt? Ich bin fertig. Wo bist du?" Ich laufe durchs Haus und suche ihn.

Ich komme ins Zimmer von Jackson, da ich Matt nirgends finden kann. Er sitzt halb nackt auf dem Bett und zockt. Als ich ihn erblicke, bleibe ich im Türrahmen stehen und starre ihn oder eher gesagt seinen Sixpack an. Er sieht mich im selben Moment und zieht belustigt eine Augenbraue hoch. Dann erhebt Jackson sich und kommt langsam auf mich zu. Seine Gangart erinnert mich stark an einen Löwen auf Beutejagd:"Was tust du denn hier? Hattest du Sehnsucht nach mir?" Ich schüttele empört den Kopf:"Nein, ich wollte eigentlich nur fragen, ob du weißt wo Matt ist." Er kommt näher auf mich zu und streichelt mein Gesicht:"Nein, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass du mich nur zu gerne länger anstarren würdest." Ich kneife die Augen zusammen und habe Mühe nicht auf seinen Bauch zu starren:"Und wo ist Kaya?" Er zuckt mit dem Schultern und greift nach einer meiner Strähnen. Er wickelt sie um seinen Finger und streicht mir über die Wange. Mir wird plötzlich warm und ich beiße mir auf die Lippe. Er grinst dreckig und zieht mich an sich. Das wird mir alles zu viel:"Hör auf Jackson." Ich schiebe ihn weg von mir und gehe einige Meter von ihm weg. Er kommt wieder auf mich zu:"Wieso?" Ich verdrehe die Augen:"Weil ich das nicht will. Tschüss." Ich drehe mich um und gehe.

Als ich am Fuße der Treppe ankomme, sehe ich durchs Fenster und erblicke Kaya, die im Garten sitzt und Blumen einpflanzt. Sie trägt einen großen Strohhut und eine grüne Schürze. Als sie mich erblickt, lächelt sie:"Hi. Was machst du denn hier?" "Ich suche Matt. Weißt du wo er ist?", frage ich etwas verwundert darüber, dass sie Gartenarbeit betreibt. "Matt wartet vor der Tür auf dich", antwortet sie und widmet sich wieder den Pflanzen.

Ich gehe vor die Tür und sehe Matt, der am Auto lehnt und mir verführerisch zu zwinkert. Als ich ihn überrascht anstarre, beginnt er zu lachen:"Das war ein Scherz, Beth." Nun beginne ich zu lachen:"Du und ich? Stimmt. Das kann nur ein Scherz sein." Er nickt lachend und hält mir die Autotür auf. Ich steige lächelnd ein. Während ich mich anschnalle, geht Matt ums Auto herum und steigt auf der Fahrerseite ein. Dann schnallt er sich an und startet den Motor. Er lässt das Auto gekonnt aus der Einfahrt rollen und fährt dann auf eine Straße, die in eine kleine Stadt mit nur einer Ampel, weit abseits von New York City führt.

Ich war noch nie dort und kenne mich auch nicht besonders gut hier aus. Matt scheint es genauso zu gehen, da er mir sein Handy reicht und mich bitte mit Google Maps den nächsten Supermarkt zu suchen. Ich nehme es und beginne mit der Suche. Nach zwei Minuten habe ich einen gefunden und gebe Matt Bescheid. Der Supermarkt scheint aber auch der Einzige in der Stadt zu sein.

Nach wenigen Minuten sind wir am Supermarkt angekommen und Matt parkt das Auto. Als der Motor verstummt, steigen wir aus und er geht einen Einkaufskorb holen. Ich muss lachen, als ich sehe womit er wieder kommt. Er schiebt einen kleinen Einkaufskorb für Kinder, den ich immer als kleines Kind vor mir hergeschoben habe und sieht mich entschuldigend an:"Nur der hier ist noch frei." Als er merkt, dass ich lache, muss auch er lachen und so stehen wir lachend vorm Supermarkt und kriegen uns nicht wieder ein.

Dann schaffen wir es doch irgendwie uns zu beruhigen und gehen gut gelaunt in den Supermarkt. Es ist brechendvoll. Wie soll es auch anders sein, wenn das hier der einzige Supermarkt in der ganzen Stadt ist. Wir gehen zur Wursttheke und ich sehe wie Matt sich die Lippen leckt. Stimmt ja, er ist ein Werwolf.

Während er bedenklich viel Fleisch kauft, sehe ich mich um. An einem Regal mit Nudeln stehen zwei schwarz gekleidete Männer. Sie sind mir schon vorhin auf dem Parkplatz aufgefallen. Der eine hat schwarze Haare und trägt genau wie der Andere eine Sonnenbrille über den Augen. Mir läuft ein Schauer über den Rücken. Ich sehe zu Matt, der gerade das Fleisch in den Einkaufskorb packt und schaue dann wieder zu den Männern. Sie machen mir Angst. Matt scheint sie nicht zu bemerkt und zieht mich einfach weiter zu den Kühlfächern. Bevor wir um die Ecke biegen und die Männer nicht mehr zu sehen sind, zücke ich blitzschnell und mache ein Foto. "Kommst du?", fragt mich Matt als er bemerkt, dass ich nicht neben ihm bin. Ich nicke still und folge ihm weiter durch den Supermarkt.

Als wir fertig sind, ist unser Einkaufskorb voll und wir stellen uns an der Kasse an. Ich helfe Matt die Einkäufe aufs Kassenband zu packen und warte, bis unsere Sachen eingescannt werden. Ich drehe mich um und erschrecke. Hinter mir stehen die schwarzgekleideten Männer. Verfolgen sie uns etwa? Ich drehe mich blitzschnell um und trete Matt unbemerkt auf den Schuh. Er fährt herum und wirft mir einen etwas wütenden Blick zu. Dann sieht er wie angespannt ich bin und wirft mir einen fragenden Blick zu. Ich nicke mit dem Kopf in die Richtung, in der die Männer stehen. Er beobachtet die Männer und bezahlt dann schnell. Er legt die Sachen wieder schnell in den Einkaufskorb und zieht mich dann nach draußen. Dort angekommen öffnet er schnell den Kofferraum und bringt den Einkaufskorb weg:"Schnell. Steig ein." Ich sehe ihn verwundert an, steige dann aber ein. Er steigt auch ein und startet sofort den Motor. Ich schaue aus dem Fenster und sehen, dass nun auch die Männer aus dem Supermarkt gekommen sind und in einen schwarzen Wagen eingestiegen sind.

Matt fährt auf die Autobahn und braust schnell los. Ein Schild zeigt die Zahl 100. Matt hält sich jedoch nicht daran und steigt aufs Gaspedal. "Was machst du Matt?", fragt ich verwirrt. Er richtet seinen Blick weiter hin auf die Straße:"Die Männer dort sind Hunter. Sie jagen Leute wie uns und liefern uns dann an die Person aus, die sie beauftragt hat." Ich schlucke:"Sie sind als hinter uns her?" Er nickt und öffnet das Handschuhfach. Heraus fällt ein Dolch einem schwarzen Metall, welches ich nicht genau definieren kann. Mein Herz schlägt plötzlich schnell. Ich sehe ihn geschockt an. Er sieht mich ruhig an:"Nimm ihn und steck ihn unter deine Jacke." Ich nehme ihn und tue was er sagt. Er öffnet eine Klappe unter seinem Sitz und holt eine Axt, dessen Kling aus demselben schwarzen Metall besteht, heraus. Es macht mir Angst, dass Matt Waffen im Auto hat. Dann fällt mir ein, dass das Auto gar nicht Matt sondern Jackson gehört. Wieso hat er Waffen im Auto? Passiert sowas etwa öfter? In diesem Moment biegt Matt rechts auf einen Feldweg ab und brettert dann auf ein leeres Feld. Das schwarze Auto folgt uns. Auf dem Feld angekommen, stoppt Jackson das Auto und öffnet die Tür:"Los. Steig aus und lauf in den Wald. Nach 100 Metern bist du beim Haus angekommen. Hol Jackson oder Kaya." Er springt aus dem Auto und ich tue es ihm gleich. Auch die Männer haben das Auto gestoppt und sind ausgestiegen. Beide ziehen sich die Sonnenbrillen von den Augen und kommen auf uns zu. Ihre Augen leuchten gefährlich und ich taumele zurück. Matt zückt die Axt. Der Rechte zuckt eine braune Peitsche und der Linke zuckt ein Messer. Ich klammere mich an Matt:"Matt...was...machen...wir...jetzt?" "Ich kämpfe und du holst Hilfe", raunt er. Ich schüttele den Kopf, obwohl ich große Angst vor den beiden Männern habe:"Vergiss es. Ich bleibe." "Nein, hol die Anderen. Los", ruft er und ich gebe doch nach, als ich sehe, dass der eine Mann das Messer nun zückt. Ich schließe in kurz in die Arme und laufe dann wieder in den Wald. 100 Meter hat er gesagt, oder? Ich laufe noch ein Stück und bleibe dann stehen, um zurück zu blicken. Matt kämpft gerade mit dem Mann mit dem Messer. Doch wo ist der Mann mit der Peitsche? Plötzlich werde ich zu Boden geworfen. Ich hole mein Handy aus der Tasche und schreibe eine Nachricht an Jackson.

Ich: Jackson komm schnell. Ich bin etwa 100 Meter vom Haus entfernt.

Dann stecke ich mein Handy wieder weg und hebe den Kopf. Vor mir steht der Mann und schwingt die Peitsche. Er holt aus und schlägt neben versucht mich zu schlagen. Ich rolle jedoch zur Seite und die Peitsche knallt auf den harten Steinboden. Er holt nochmals aus und trifft mich dieses Mal ins Gesicht. Ich schreie auf und halte mir die Wange. Dann ziehe ich den Dolch aus der Jacke und werfe ihn. Ich habe so einen Dolch zwar noch nie geworfen, war in der Schule aber relativ gut in Ballsportarten. Der Dolch bohrt sich in seinen Brustkorb und er sinkt zu Boden. Ich schließe meine Augen und halte mir die Wange. Der Boden ist kalt, doch ich kann nicht aufstehen. Ich öffne die Augen und sehe Matt auf der Lichtung, wie er mit dem Mann kämpft.

Plötzlich zieht mich jemand auf die Füße. Ich schrei vor Schreck auf, doch jemand hält mir den Mund zu:"Nicht schreien." Ich erkenne die Stimme und nicke. Die Person nimmt die Hand von meinem Mund. Ich drehe mich um und umarmt meinen Retter:"Danke Jackson." Er mich feste an sich. Als wir uns von einander lösen und sieht mich besorgt an. Er legt zwei Finger unter mein Kinn und hebt meinen Kopf sanft an. Mit der anderen Hand streicht er über die Stelle an der die Peitsch mich getroffen hat. Die Haut ist aufgeplatzt und blutet. Als er sanft darüber streicht, zucke ich vor Schmerz zusammen. Mein Herz schlägt schneller. Wieso ist er so sanft zu mir? Ich schließe die Augen. Er lässt meinen Kopf wieder los und tritt einige Meter von mir weg. Dann läuft er los, um Matt zur Hilfe zu kommen. Sie hassen sich zwar, helfen sich in Gefahrensituationen aber trotzdem. Jackson nimmt Matts Axt, die er zu Boden fallen gelassen hat und geht damit auf den Mann mit dem Messer los. Er rammt ihm die Axt in die Brust und zieht sie dann wieder heraus. Die Klinge der Axt ist rot vor Blut. Er hilft Matt auf. Ich sehe mich um. Der Mann, den ich erstochen habe, ist verschwunden. Nur der Dolch ist noch da. Ich hebe ihn vom Boden auf. Matt und Jackson sind nach kurzer Zeit bei mir und Jackson stützt mich:"Komm. Ich helfe dir." Ich schüttele den Kopf:"Ich kann selbst laufen Jackson. Es ist ja nur meine Wange, die ein blutet." Er schüttelt den Kopf und zeigt auf mein Bein. Ich sehe an mir herunter und erschrecke. Mein Unterschenkel ist der Länge nach aufgeschlitzt und blutet. Ich schlucke schwer:"Oh, das habe ich gar nicht bemerkt." Jackson lächelt und stützt mich weiter, bis wir am Haus ankommen.

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