Chronik: Der Omekönig -Odok und die Atoschie-


Als Meister So Schukio Odok, in der Religion genannt Mumei, zu seinem Schüler ernannt hatte, befahl er den anderen Schülern dem neusten von ihnen in die Außenräume zu geleiten. Dort unterwiesen sie Odok in seine Pflichten und Aufgaben.

Die Tage vergingen und Odok erhielt Unterweisungen von Höflichkeit und Tugend.

Die Wochen vergingen und Odok erlernte das Schreiben von Texten.

Die Monate vergingen und Odok las in den heiligen Schriften von der Götterwelt.

Die Jahre vergingen und Odok erfuhr die Macht der Worte, welche er schrieb, las und sprach.

Es waren fünf Jahre vergangen, als Meister So Schukio seinen Schülern einen Vortrag hielt und sie wie einst am ersten Tage sich um das steinerne Podest gesammelt hatten. Odok froh lockte als er den Worten seines Meisters lauschte unweigerlich lachte das Ome, stampfte auf und applaudiert. Als Meister So Schukio dies bemerkte, erhob er seine Stimme gegen den Störenfried: "Was ist dein Nutzen hier, wenn du statt lauschen nur des stören gewillt bist?"

"Mein Meister ich bin euren Worten ganz gebannt gefolgt, sie sind so wunderbar, dass ich nicht an mich halten konnte. Zürnt mir bitte mein Treiben nicht."

"So kannst du nur den Sinn hinter allem verstanden haben.", erwiderte Meister So Schukio sichtlich milder. "Sag mein Schüler, wie lange ist es nun, dass ich dich unterweise."

"Meist, dies ist nicht leicht zu sehen, ich weiß nicht mehr wann ich kam. Es waren vier vielleicht auch fünf der meinigen Jahre."

"Gut, gut, so sag mir welche Atoschie du zu erlernen gedenkst, welche Kunst soll es sein, die du der Perfektion in dir einen möchtest."

"Das ist eure Wahl. Jede Art von Perfektion der Atoschie ist erstrebenswert."

"Es gibt hundertdreißig Arten der Atoschie und all jene führen zur Selbstvollendung.", erklärte Meister So Schukio, "Welche also nun gedenkst zu erlernen?"

"Nun Meister, diejenige welche ihr für die beste haltet."

"So wäre die Schriftkunst dir zu erlernen sicher eine gute Wahl, was gedenkst du?"

"Was bezweckt diese Art der Atoschie?"

"Du begreifst die Macht der Worte, spiegelst deine Seele wieder hältst deinen Geiste fest."

"So kann ich damit ewig leben?", fragte Odok.

"Wenn es dir darum zu tun ist, so wird es dir so zweckdienlich sein, wie Eis von einem Berg zu nehmen um dir im Tale die Hände zu kühlen."

"Meister ich bin von schlichtem Wesen und verstehe mich nicht auf diesen Teil der Sprache, was meint ihr denn damit?"

"Wenn du Eis von einem Berge nimmst und gedenkst ins Tale zu gehen, wird das Eis schmelzen und seine Kühle dich nicht erreichen.", erläuterte Meister So Schukio

"So erscheint mir diese Atoschie nicht wirklich sinnvoll."

"Dann vielleicht die Musik als Wahl der Atoschie, was gedenkst du?"

"Was bezweckt diese Art der Atoschie?"

"Du begreifst den Einklang der Noten, spiegelst deine Gefühle wieder und bleibst in den Ohren derer die sie vernehmen."

"So kann ich damit ewig leben?", fragte Odok.

"Wenn es dir darum zu tun ist, so wird es dir so zweckdienlich sein, wie ein Haus auf Sandendem Grund zu errichten."

"Meister euer Gedächtnis ist sehr schlecht, ich habe euch doch schon gesagt, ich verstehe diese Art der Sprache nicht."

"Wenn du dein Haus auf Sandendem Grund errichtest, so braucht nur ein Regen kommen und es bricht ein und wird fortgespühlt.", erläuterte Meister So Schukio

"So erscheint mir diese Atoschie noch weniger sinnvoll."

"Dann vielleicht die Malerei als Wahl der Atoschie, was gedenkst du?"

"Was bezweckt diese Art der Atoschie?"

"Du begreifst die Einheit aller Farben, spiegelst deine Sicht wieder und bleibst durch deine Werke im Gedächtnis."

"So kann ich damit ewig leben?", fragte Odok.

"Wenn es dir darum zu tun ist, so wird es dir so zweckdienlich sein, wie Saat auf umgepflügten Boden streuen."

"Was meint ihr denn nun schon wieder?"

"Wenn du deine Saat auf einen Acker wirfst ohne diesen gepflügt zu haben, so wird sie gefressen ehe sie keimen konnte", erläuterte Meister So Schukio

"So erscheint mir diese Atoschie gänzlich grässlich."

"Was?", brüllte Meister So Schukio von seinem Podest seinen Gehstock ergreifend: "Du unwürdiger kleiner Gnom! Das eine ist dir nicht genehm, das andere Solls nicht sein und das dritte ist nur eine Grässlichkeit! Ist dir bewusst, was du da sagst?", drei Mal schlug der Meister mit seinem Gehstock auf ehe er in sein Gemach verschwand. Die anderen Schüler zürnten über Odoks Verhalten und erklärten ihn zu einem Aussätzigen: "Du elender Verräter, was ist das für eine Art mit dem Meister umzugehen? Er scheint ernstlich gekrängt und niemand wird wissen wann er wieder sein Gemach verlässt."

Odok blieb stumm und frohlockte innerlich, denn er hatte die geheime Botschaft des Meisters verstanden. Als der Meister drei Mal den Gehstock auf den Boden klopfte, wies er den Schüler an sich um die Stunde drei einzufinden, indem Gemach welches er seitdem vermeidlichen Disput besetzt hielt.

So wartete Odok voller Ungeduld auf die Nacht.

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