Eingeschlafen

Eingeschlafen

 

Wieder im Bett, wo all mein Träumen liegt. Beobachte ich die grauen Wolken, wie sie behäbig an meinem Fenster vorbeiziehen. Immer wieder entsenden sie Salven von Wasser, dass laut prasselnd auf den feuchten Straßenboden nieder geht.

 

Keine Zeit. Kein Geld. Sag doch einfach die Wahrheit: Keine Lust. Und zwar nicht auf die Unternehmungen, denn diese unternimmst du gerne, sondern allein auf mich. Ich war gut genug um dir auf den Exkursionen ein Gesprächspartner zu sein. Gut genug um Wissensfragen zu beantworten. Aber nicht ein Mal war ich gut genug um von dir die Wahrheit zu hören. Wann hast du noch gelogen?

 

Tränen füllen meine Augen, bis diese überquilen. Ein salziger Strom ergießt sich über mein Gesicht. Berührt meine Lippen und schmeckt nach trauriger Verzweiflung. Ich verziehe mein Gesicht.

 

Es ist nicht das erste Mal das es so endet. Nein. Und ich fürchte es ist auch nicht das letzte Mal. Mir Messer in die Brust zu jagen. Meine naive Gutmütigkeit auszunutzen, ist euch lieber, als mir eine Chance zu geben um zu beweisen aus welchem Holz ich geschnitzt bin.  Schmeißt mich nur ins Feuer, meine Schreie hört ihr nicht. Ich frage nicht ob ich wieder verbrannt werde, sondern nur noch von wem.

Allmählich schlafe ich ein...

 

Im Traum erwache ich. Der Regen ist vorbei, er war nie dagewesen. In diesem Garten voll von Blüten und Blumen, in diesem Paradies scheint auch heute die Sonne. Genau wie damals, als es wirklich passierte. Ich sehe die zwei auf der Bank. Sie reden miteinander, unbefangen und voller Unschuld. Lachen und essen Schokolade. Keine Spur von dem was gewesen. Das Glück scheint mit ihnen. Es ist präsent.

 

Doch die schleichende Kälte rückt näher. Umschlingt den Traum und erdrosselt ihn. Das Bild der zwei gefriert. Die Zeit steht still. Allmählich bekommt das Bild Risse und plötzlich zerbersstet es in tausende Scherben. Die Scherben sausen hernieder und zerspringen laut. Splitter fliegen durch die Luft, bohren sich in mich. Bohren sich in mein Herz. Lassen es bluten und hinterlassen Wunden...

 

Die zwei auf der Bank, sind nicht mehr.

 

ENDE?

 

 

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4.08.2016 © Felix Hartmann

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