4. Der Sohn des Herzogs

Das Herzogtum Tarea kann man mit guten Gewissen als das größte und mächtigste bezeichnen. Die fruchtbaren Böden geben guten Ertrag und die Stadt Elam hat Mearis vor drei Jahren an der Bevölkerungszahl noch überholt. Der Handel blüht und der Reichtum und die Macht Tareas wachsen.

Eines Tages werden sie auch noch die Königskrone für ihr Geschlecht fordern.

Aus „Eine Übersicht der Herzogtümer Arthergs“, zensiert und vernichtet

 

 

War es dieses Mal so weit? Davror betrachtete seinen Vater, dessen Gestalt sich dünn und knochig unter der Decke abzeichnete. Schon all zu oft hatte Doeros sich von dem vermeintlichen Totenbett erhoben, doch dieses Mal sah es tatsächlich so aus, als würde der Winter dem Herzog von Tarea ein Ende bereiten. Ein Hustenfall erschütterte das Skelett, das einst einen stolzen Mann gebildet hatte. Ein heimtückisches Fieber hatte Doeros geschwächt und seinen Sohn einsam und verunsichert zurück gelassen. Oft hatte er sich vorgestellt, ohne seinen Vater zu regieren, doch nun war er sich sicher, dass er die Bürde eines Herzogs und Kurfürsten nicht tragen wollte.

Doeros schlug die Augen auf und musterte seinen Sohn. Davror war nicht sein einziger Sohn, aber er war der einzige legitime, nachdem sein älterer Bruder gefallen war. Zusätzlich zu gut zwei Dutzend Halbgeschwistern hatte Davror noch zwei Schwestern, die längst verheiratet und weit entfernt waren. In dem Blick seines Vaters spürte er Enttäuschung und Zorn.

„Nimm dir kein Vorbild an Herzog Havinon, den du ja so sehr bewunderst und zeuge viele Söhne.“, erklärte der Herzog schließlich, „Das war nämlich mein Fehler. Darauf zu vertrauen, dass zwei Söhne reichen, um mein Geschlecht nicht untergehen zu lassen. Wie ich sehe habe ich mich geirrt.“. Davror wusste genau, was sein Vater meinte und es war doch jedes Mal wieder verletzend. Er hatte zwei wundervolle Töchter und wenn die Zeit war, würde sich auch ein Sohn dazu gesellen.

Doch er war zu müde, um diesen Vorwurf mit seinem Vater auszudiskutieren. Es stimmte, dass er Herzog Havinon für seine liberale Politik bewunderte, aber zeigte diese auch deutlich mehr Früchte als die Unterdrückungspolitik der anderen Herzöge. Doeros war ein Mittelding, er war streng ohne grausam zu sein und verstand es das Volk ruhig zu halten, ohne ihm Freiheiten zu gewähren. Doch mit anderen Völkern war er längst nicht so gnädig und war dementsprechend für seine harte Kriegspolitik gegenüber den Provinzen bekannt. Drei der vier arthergischen Provinzen waren durch seine Hand gefallen und dies hatte ihn stolz werden lassen. Allein die Krankheit hatte seinen großen Plänen von der Eroberung Ikantjey und Madruk ein Ende gesetzt und wenn er ehrlich war, war Davror froh darüber.

Er blickte zu seinem Vater und stellte fest, dass er eingeschlafen war. In schweren Fieberkrämpfen wand er sich hin und her und murmelte im Schlaf. Der Herzogssohn überzeugte sich, dass die Steine am Fußende des Bettes noch warm waren und der Kamin noch brannte, dann verließ er den Raum mit schnellen Schritten. Er stieg die Wendeltreppe herab und seine Füße fanden wie von selbst den Weg in seine private Bibliothek. Sein Vater hatte viele Schriften aus der eigentlichen Bibliothek verbannt, die mit militärischen Büchern angefüllt war. Davror bewahrte hier Schriften von einigen verpönten Autoren, wie Dedan, auf, ein Kriegstheoretiker, der für einfache Soldaten auch einen Zugang zu den Generalstäben forderte, Machir, der patriotische Lieder sammelte und aufschrieb, sowie viele weitere Werke. Wenn er Zeit fand, zog er sich hierhin zurück, um Ruhe zu finden. Dies war selten der Fall und so kam die Übersetzung einer Chronik, geschrieben von einer Hersora vor fünftausend Jahren, nicht wirklich voran. Es war ein kostbares Schriftstück mit vergilbten und welligen Seiten, das sicherlich eines der letzten Exemplare dieses Werkes war. Es war im alten Lernai abgefasst, dass schon lange nicht mehr gesprochen wurde und zu Teilen vergessen worden war. Einen Moment fragte er sich, warum die hersorischen Bücher länger Bestand hatten als die der anderen Völker, dann stellte er fest, dass er dafür keine Zeit hatte und wandte sich seufzend ab. Es blieben andere Sachen zu tun. Zwar war es tiefster Winter und die Stadt Elam war mitsamt der Burg von der Außenwelt abgeschlossen, doch musste die Vorratsverteilung kontrolliert werden und Davror hatte noch ein Gespräch mit dem Kommandanten der Stadtwache zu führen.

 

 

Als Davror zwei Tage später am Bett seines Vaters saß, wusste er endgültig, dass es vorbei war. Die Nacht über hatte der sonst so unverletzbare Doreos vor Schmerzen geschrieen und das Bewusstsein seitdem nicht wiedererlangt. Stattdessen hing er in einer Scheinwelt aus Albträumen und Schmerzen fest und stand nun an der Tür zwischen Tod und Leben. Die Hand des Herzogs krallte sich in die Decken und Davror saß daneben und beobachtete wie sein Vater starb.

Die Zeit tröpfelte dahin und der Herzogssohn bemerkte wie er trotz der Wärme im Zimmer zitterte. Es war seltsam seinen Vater gehen zu sehen, den er früher doch als allumfassende Größe gesehen hatte. Erst als er als Mündel in die Obhut von Herzog Havinon gegangen war, hatte er begriffen, dass sein Vater nicht die Welt war. Mit einundzwanzig Jahren war er als Ritter an den Hof seines Vaters zurückgekehrt, um dann in den Dienst des Königs zu treten. Doch im Gegensatz zu seinem älteren Bruder hatte er sich in den Kriegszügen nicht mit Ruhm bedeckt und nach fünf endlosen Jahren hatte selbst Herzog Doreos begriffen, dass sein jüngerer Sohn nicht für den Krieg geschaffen war. Stattdessen war er in der relativ häufigen Abwesenheit seines Vaters als Verwalter seiner Güter eingesetzt worden und hatte diese Aufgabe gut erledigt. Er hatte die Schwester seines Freundes Jasreel, der mit ihm zusammen ein Mündel an Havinons Hof gewesen war, geehelicht und sich mit seinem Leben in der Rolle des ungeliebten Sohnes abgefunden.

Und nun saß er hier am Sterbebett seines Vaters und stellte fest, dass er sich nicht mit ihm würde messen können und dennoch seine Aufgaben zu übernehmen hatte. Er würde immer im Ruhm seines Vaters und seines toten Bruders stehen und diesem nie entkommen können. Doch würde er sich bemühen, das zu tun, was für sein Land und die Menschen, die ihm unterstanden, das Beste war.

Die Atmosphäre war drückend. Die Heiler standen am Rand des Zimmers, bereit einzugreifen, doch sie alle hatten gesagt, dass es nichts mehr zu tun gab. Davror entfloh dem, indem er das Buch Die Fürsten des Landes von Tarea aufschlug und zu lesen begann. Es war nicht mehr ganz aktuell, denn es war von Davrors Urgroßvater in Auftrag gegeben worden, doch er nahm an, dass eines Tages ein anderer auf die Idee kommen würde, ein Buch über seine Vorfahren zu schreiben.

Er las über seine Vorfahren, um dem Tod nicht ins Gesicht zu sehen, der ihm den Vater nahm. Als er es endlich wagte, aufzublicken, war es vorbei. Die Kerzen waren in der Zeit heruntergebrannt und der Raum merklich ausgekühlt, zwar brannte der Kamin noch, doch draußen musste die Sonne untergegangen sein und die kühle Nachtluft drang durch die mit dicken Vorhängen bedeckten Fenster.

Das Buch entglitt seinen tauben Fingern und fiel zu Boden. Davror beachtete es nicht, er starrte seinen Vater an und bemerkte, dass er zitterte. Abrupt stand er auf und floh aus dem Raum, nachdem er den Dienern kurz zugenickt hatte, dass sie den Herzog bedecken konnten.

Er stand an der Wendeltreppe und versuchte vergebens seinen rasenden Atem zu beruhigen. Zunächst richtete er seine Kleidung und sein Haar, dann stieg er gemächlich hinab. Er versuchte zu weinen, doch vermochte er es nicht. Sein Vater hatte ihn nicht geliebt und jegliche Bemühung Davrors den Herzog zufrieden zu stellen, war gescheitert. Und dennoch war dort etwas in ihm, das sich danach sehnte, die Verantwortung nicht tragen zu müssen.

Er kam an dem Arbeitszimmer seines Vaters, sowie seiner Bibliothek vorbei und erreichte schließlich den Fuß der Wendeltreppe. Eine Tür führte nach draußen, eine weitere in die große Halle. Davror schlug den Weg in die Halle ein, die jetzt leer war. Die Kohlepfannen waren nicht entzündet, um kostbares Holz zu sparen, so dass es weder sonderlich viel Licht noch Wärme gab. Bis auf eine Katze, die in einer Ecke schnarchte, waren nur Davrors hallenden Schritte zu vernehmen. Er ging an der Tafel vorbei und erreichte die andere Seite der Halle, wo er erneut eine Wendetreppe in einen anderen Turm hochstieg.

Sehnsüchtig blieben seine Augen für einen Moment, an der dunklen Tür hängen, die den Weg in seine Bibliothek eröffnete, doch folgte er der Wendeltreppe hinauf. In diesem Turm gab es kein Arbeitszimmer, sondern einen zweiten Schlafraum, den sich Davrors Töchter teilten. Doch wurde auch dieser Raum nur in der Nacht beheizt, so dass seine Töchter sich oben aufhalten würden.

Er folgte dem Lauf der Treppe weiter, bis er Stimmen vernahm. Einen Moment stand er still vor der Tür, die die Kälte draußen hielt, dann trat er ein und vernahm ein Bild, das so gänzlich anders als der Tod im Zimmer seines Vaters war. Seine Frau Amasa saß mit den beiden Mädchen am Feuer und stickte. Die siebenjährige Jarila starrte hochkonzentriert auf ihre Arbeit und vollführte ihre Stiche mit höchster Sorgfalt, während die fünfjährige Turiwa ungeduldig mit den Füßen wippte, ihre Arbeit lustlos anfertigte und lieber den Geschichten lauschte, die die älteste Magd der Burg vorlas.

Als Amasa ihn bemerkte, färbte sich ihr Gesicht mit Sorge und sie stand auf. Trotz der Schwangerschaften war sie immer noch so schön, wie an dem Tag, an dem Davror sie geheiratet hatte.

Sie trug ein weinrotes Kleid aus mehreren Schichten, das trotz des vielen Stoffes filigran wirkte. Amasa war klein und zart, ihre Finger dünn wie Federkiele, das Gesicht war mit unglaublichen Feinheiten gemalt, die geschwungenen Lippen, die Stupsnase, die Augen, hellblau angehaucht wie der Himmel in den ersten Frühlingstagen, umrahmt von dunklen Wimpern, das dunkelbraune Haar, dass ihr in Locken über die Schulter fiel.

Sie nahm seine Hand und spendete ihm stumm Trost, er legte den Arm um sie und zog seine Frau an sich. Gemeinsam beobachteten sie ihre beiden Töchter, die sich wieder einmal stritten.

„Es ist gut so.“, durchbrach er schließlich die Blase der Stille, die sich um sie beide gelegt hatte und sie von der Außenwelt abgeschirmt hatte. „Dieses Herzogtum braucht Reformen.“. Er runzelte kurz die Stirn, bevor er fortfuhr: „Dieses Königreich braucht Reformen.“.

„Es ist dein Herzogtum und du wirst diese Reformen vollbringen.“, meinte sie leise und wandte die Augen von ihren streitenden Töchtern zu ihrem Mann.

„Wir werden sehen, was die Zeit bringt.“, erwiderte der Herzog schlicht.

„Möchtest du etwas wissen?“, fragte Amasa, die Stimme immer noch gesenkt.

Er musterte sie stumm, dann nickte er.

Sie nahm seine Hand und legte sie auf ihren Bauch. Selbst durch den dicken Stoff konnte er ihre Atmung ertasten.

„Altes Leben geht und Neues kommt.“.

Ein Lächeln strich über sein Gesicht und verdrängte die Trauer. Freude überflutete ihn und für einen Moment kämpften Freude und Trauer miteinander, bis die Trauer verschwand. Amasa hatte Recht, das Leben ging weiter und es gab noch so viel zu erleben.

 

 

 

 

Kesaj stöhnte. Der Schmerz ließ ihn erzittern und erbeben, und würde er nicht den letzten Rest Stolz bewahren, der ihm geblieben war, hätte er geschrieen. Die Schmerzen drohten übermächtig zu werden und Kesaj konzentrierte sich verzweifelt darauf, nicht wieder ohnmächtig zu werden.

Er musste herausfinden, wo er war. Endlich gelang es ihm den Pein so weit zu verdrängen, dass er seine Umgebung wahrnehmen konnte. Er lag auf festem Untergrund, der allerdings uneben war. Denn wenn wenigstens etwas Wahres an seinen Fieberträumen war, dann hatte er sich die letzten Tage in einem ruckenden Karren fortbewegt. Jetzt jedoch lag er still. In seiner Nähe sprach jemand, doch gelang es Kesaj nicht, die Laute einer ihm bekannten Sprache zuzuordnen. Ein Käuzchen schrie und nicht weit entfernt heulte ein Wolfsrudel, so dass Kesaj inbrünstig hoffte, dass wer auch immer dort gesprochen hatte, gut bewaffnet war. Die Wolfsrudel seiner Heimat – wenn er sich denn noch in seiner Heimat befand – waren mörderisch, vor allem im Winter.

Und Winter war es. Die Nässe des geschmolzenen Schnees zog durch die Decken, die er unter sich ertastet hatte und die Kälte trug sicherlich ebenfalls nicht sonderlich gut dazu bei, das Fieber zu mildern, das in seinem Körper loderte. Irgendwo prasselte ein Feuer, doch lag er zu weit von der lebensrettenden Wärme entfernt. Neben ihm schlief jemand.

Als er mit der Untersuchung seiner Umgebung abgeschlossen war, begann er vorsichtig und allmählich seinen Körper abzutasten, während zugleich seine Erinnerungen langsam zurückkehrten. Vielleicht war es der Schmerz, der ihn dazu brachte, sich daran zu erinnern, woher all die Wunden kamen. Sein ganzer Körper war von Abschürfungen und Prellungen bedeckt, sein linker Arm war gebrochen und nachdem was er erlebt hatte, war es ein Wunder, dass es ihm nicht schlechter ging. Er war gefallen, nein, er war gestoßen worden. Auf dem Bergfried von Astjiras hatte er gegen zwei Artherger gekämpft und der eine hatte ihn hinab gestoßen, als er seinen Begleiter verletzt hatte. Wie waren diese Artherger in die Festung gekommen? Und wie hatte er diesen Sturz überlebt? War er, richtig, er war auf eine weitere Balustrade außerhalb des Turms gefallen und das hatte ihm das Leben gerettet.  

Dennoch änderte dies nichts daran, dass er ein Kriegsgefangener war. Zwar war er nicht gefesselt, doch so wie es aussah, war er sowieso nicht in der Lage sich alleine von der Stelle zu bewegen. Zu sehr wütete der Schmerz in seinem Körper.

Jemand beugte sich über ihn und Kesaj hörte den leisen Atem einer Frau. Langsam öffnete er die verklebten Augen und starrte das Gesicht an, das sich über ihm erhob. Wie von selbst fuhr seine Hand nach oben, um die mögliche Gefahr abzuwehren, aber die Frau hielt ihn fest.

„Ruhig. Dir geschieht nichts.“. Als er seine Sprache vernahm, entspannte er sich und musterte die Frau im Licht des Vollmondes. Langes, verfilztes Haar fiel ihr in dunkelblonden Strähnen ins Gesicht. Sie war groß und stämmig, wie es sich für eine Tjarolerin gehörte und ihr Gesicht war kantig, vom Leben gezeichnet und von der Sonne gebräunt.

„Wohin?“, fragte er in einem heiseren Krächzen. Sie reichte ihm einen Wasserschlauch und antworte ihm, während er trank. „Soweit wir es mitbekommen haben, werden wir nach Servina in die Minen gebracht.“.

Kesaj stöhnte, mehr vor Frust, denn vor Schmerz. Erneut war seine Heimat niedergeworfen worden und dieses Mal war die größte Hoffnung seines Volkes, Astjiras, ebenfalls untergegangen. Hatte er dafür gekämpft? Um in einem arthergischen Bergwerk zu sterben, das Artherg neue Waffen lieferte, um seine Heimat weiter zu knechten? Er war Tjaroler in seinem ganzen Wesen und dementsprechend musste er auch Soldat sein. Kampflos untergehen würde er nicht.

Doch seine Landsfrau schüttelte den Kopf und legte ihm den Finger auf die Lippen.

„Es gibt keine Möglichkeit. Sie sind zu viele und zu gut bewaffnet. Außerdem kannst du kaum stehen, geschweige denn kämpfen.“.

„Wie ist dein Name?“.

„Jismayig.“.

„Hast du dich um mich gekümmert?“.

Sie nickte und auf einmal wurde Kesaj auch bewusst, dass sie viel jünger sein musste, als er anfangs gedacht hatte.

„Wieso?“.

„Ich kannte deinen Bruder“.

Kesaj erstarrte, dies war nicht die Antwort, mir der er gerechnet hatte.

„Kanntest? Er ist also tot.“.

Als sie erneut nickte, zerbrach etwas in ihm, das all die Jahre immer noch darauf gehofft hatte, dass sein älterer Bruder eines Tages wieder auftauchen würde. Er hatte sich zwar eingeredet, dass es besser war, Gewissheit zu haben, als ständig zu hoffen, doch es war schlimmer.

„Ich fand ihn vor drei Jahren verletzt auf einem Schlachtfeld in den Mjirey-Wäldern und wollte ihn gesund pflegen. Doch gab ich ihm die falschen Kräuter – und er starb.“.

Sie zitterte.

Jetzt war Kesaj es, der sie beruhigte.

„Mein Bruder wäre gegangen, gekrochen, was auch immer, um vom Schlachtfeld wegzukommen, dass er es nicht getan hatte, zeugt davon, dass er sowieso gestorben wäre. Dich trifft keine Schuld, Jismayig. Du hast ihn nur erlöst.“.

„Du bist ihm wie aus dem Gesicht geschnitten.“. Ein Lächeln strich über ihr Gesicht.

Kesaj lächelte ebenfalls. Viele hatten ihn und seinen Bruder für Zwillinge gehalten, doch lagen fünf Jahre zwischen ihnen und acht Jahre war es her, seit Asej beschlossen hatte, für seine Freiheit zu kämpfen. Sein Bruder war ihm vier Jahre später in den Krieg gefolgt und seitdem hatten sie sich nicht gesehen. Er hatte zwei weitere Brüder, beide kämpften im Krieg und beide waren verschollen.

Und jetzt lag er hier, der Freiheit beraubt, eine wunderschöne Frau an seiner Seite und wusste, dass der Kampf für ihn nicht zu Ende war. Momentan mochten aus Ermangelung von Möglichkeiten die Waffen schweigen, doch aufgeben würde er niemals. Irgendwann würde er die Möglichkeit zur Flucht ergreifen und dann würde er weiterkämpfen, um auch dem Rest seines Volkes ihre Souveränität zu ermöglichen.

Comments

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media