Respekt?

Viktor fuhr zu dem Waldweg nahe der Bushaltestelle, wo er den Streifenwagen entwendet hatte, er hatte dort den Benz notdürftig versteckt. Hier würde er nun den Streifenwagen zurücklassen. Die beiden toten Polizisten legte er neben ihrem Auto ins Laub. Als er mit dem Benz losfahren wollte, blieb er hängen. Er fluchte leise und suchte den Schalter für die Traktionskontrolle. Es wollte nicht gelingen, das Auto frei zu schaukeln. Er holte die Gummimatten aus dem Streifenwagen und legte sie vor die Hinterräder. Beim ersten Versuch schossen diese hinter dem Wagen hervor. Schließlich holte Viktor die noch bekleidete, der beiden Leichen und platzierte sie so, dass das linke Hinterrad über dessen Schulter und restlichen Torso Halt finden konnte. Diesmal klappte es. Der Wagen Kroch gerade eben aus der Senke, die er gegraben hatte und rollte ein paar Meter auf befestigtem Boden neben den Streifenwagen. Viktor stieg aus und zog sich um, darauf bedacht, die Uniform nicht zu verschmutzen. Er legte sie fein säuberlich gefaltet in den Kofferraum und drehte sich noch einmal zu der zerschundenen Leiche um. "Vielen Dank, Herr Wachtmeister!" Lachte er und stieg in den Benz. Dieser Mann hatte vor nichts Respekt. Nicht vor Gott, nicht vor dem Leben und noch weniger vor dem Tod. Er wusste nur, dass der Tod anderer Leute unter Umständen auch lukrativ sein konnte...


Selina hatte mich in der Zwischenzeit überredet, doch ein Schmerzmittel zu nehmen. "Ich kann nicht sehen, wie du dich quälst, Liebling. Wenn du Schmerzen hast, bist du auch nicht konzentrierter als unter Schmerzmittel, aber es ist "mit" wesentlich angenehmer. Oder zweifelst du an meinem Fachwissen?" - "Selina, wie kannst du das glauben? Ich verdanke dir mein Leben!" - "Dann lass dir helfen, Michael!" Sie hatte zweifellos recht. "Ich möchte nicht nocheinmal versagen!" - "Wie versagen?" - "Das letzte Mal, als ich versuchte, dich zu schützen, mußtest Du mich retten!" Selina war perplex. "Michael, spinnst du? Du hast mich beschützt! Ich wäre lange nicht mehr am Leben gewesen, hättest du mich nicht geschnappt und hättest mich fortgebracht! Du hast  die Kugeln eingefangen, die für mich bestimmt waren! Du hast ganz bestimmt nicht versagt mein Liebling. Wie kannst du sowas glauben?! Du bist so ein kluger Mann! Das bewundere ich so an dir! Wie kannst du dir so einen Scheiß ausdenken!"  Sie hatte mich umarmt und drückte mich. "Ich liebe dich so sehr! Sei doch nicht so dumm!" - "Verzeih, mein Schatz! Ich weiß nicht mehr, was ich denken soll... Ich will, dass wir beide den Sieg davontragen, Ich möchte dich für den Rest deines Lebens glücklich machen und mit dir glücklich sein! Und ich will, dass dieser Rest noch verdammt lange dauert! Ich liebe dich über alles, Selina! Ich hätte so etwas früher nie sagen können! Du hast so Vieles an mir,... so Vieles in mir verändert..." Ein langer, inniger Kuss beendete die Diskussion.

Comments

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media