Unterwegs

Etwas verwirrt sass Nia im Flugzeug. Ihre Gedanken standen keinen Moment still, die Gefühle fuhren Achterbahn. Sie, die sonst alle Entscheidungen sorgfältigst abwog, alle Dafür und Dawider gründlich miteinander verglich, hatte Hals über Kopf einen Flug in die USA gebucht. Bereits ein paar Tage nach ihrem Entscheid, den Mann mit dem Hut zu suchen, hatte Thea sie zum Flughafen begleitet. So verwirrt und aufgeregt Nia auch war - tief in ihrem Inneren wusste sie, dass ihr Entscheid richtig war.
Bald schon schlief Nia ein. Sie träumte vom Mann mit dem Hut, von ihrer Flöte, sie sah wieder das Feuer und die Menschen, die darum gesessen hatten. Sie spürte auf einmal wieder die Augen des Rehs auf sich. "Achte auf die Zeichen, meine Tochter," sagte es zu ihr. "Ich werde dir den Weg zeigen. Lasse dich nicht entmutigen, auch wenn dein neues Land dir riesengross und fremd vorkommt. Ich beobachte dich und bin für dich da!"
Nia blinzelte und rieb sich die Augen. Warme Gefühle durchströmten sie. Seltsam, was sie da soeben geträumt hatte! Ein Reh, welches sie "meine Tochter" nannte... Sie rief sich in Erinnerung, was sie bereits alles erlebt hatte, seit sie ihre Flöte erstanden hatte. Ja, nebst dem Mann mit dem Hut war es ein Reh, das sie doch mehrmals getroffen hatte! Ein Reh war es auch gewesen, welches sie zum Feuer geführt hatte! Allerdings war es plötzlich verschwunden gewesen und sie hatte sich nur noch auf den Mann mit dem Hut konzentriert. Ach ja, der Mann mit dem Hut... Nia lächelte verträumt. Wie er wohl hiess? Sie wusste nicht einmal seinen Namen!
Eine unbändige Freude begann Nia zu erfüllen. Sie hatte es tatsächlich gewagt und reiste in die weite Welt, um einen Mann zu suchen, den sie nur sah, wenn sie Flöte spielte oder malte! So unglaublich sich dies auch anhörte, sie wusste, dass es genau richtig war!
Natürlich war sie gespannt, was der Mann dann sagen würde, wenn sie vor ihm stand... ob er sie überhaupt erkennen würde - oder ob sie zuerst ihre Flöte würde auspacken müssen... Lachend kuschelte sich Nia in ihren Sitz. Das Leben war aufregend und herrlich!

Comments

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    Das ist ein sehr gewagter Schritt. Sicher weiß man, dass die indigenen Völker i.dR. im Westen der USA leben, aber so mir nichts, dir nichts mal ins Blaue hinein in ein Land zu fahren, dass einen halben Kontinent einnimmt ... Da sieht man trotz aller möglichen Magie auch die Sorglosigkeit der Jugend. Ob das gutgeht???

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