Bei Tisch

"Auf die kannst du dir echt was einbilden. Wie die hinter dir steht! Und voll hübsch ist sie auch noch!" - "Dabei war sie nicht besonders nett zu dir!" - "Doch war sie auch, später dann, als ich begriffen hatte. Aber die fährt ein Programm, du! Sagen wir mal, sie war sehr überzeugend! Ich kann mir nur wünschen, auch mal so eine tolle Partnerin zu kriegen." - Du bist ja ein richtiger Fan!" - "Ja, geb ich zu! Sie hat mich sehr beeindruckt, Michael!" - "Mich auch! Sonst wär ich nicht so glücklich mit ihr." Seite an Seite gingen wir zum Mittagstisch. Selina und Fanni hatten Schnitzel zubereitet, nach Wiener Art mit Reis und Preiselbeeren und einer Zitronenscheibe. "Schade dass Bertie nicht hier ist!" meinte Selina. Bertie liebte ihre Schnitzel. Ich natürlich auch. "Sind Maria und Georg schon versorgt?" fragte ich überflüssiger Weise. "Aber ja, Schatz!" - "Ich brauch da ein kaltes Bier dazu! Du auch?" Tommy schüttelte den Kopf. "Geht das jetzt schon los, dass du dem Jungen Unsinn lernst?" - "Das war nur ein Ansatz, Sel. Dem werd ich noch viel Unsinn beibringen." Fanni saß uns gegenüber und schien überglücklich, uns beide friedlich nebeneinander speisen zu sehen... 

"Es ist ja gut, dass ihr euch wieder vertragt. aber ihr dürft euch nicht gegen mich verbünden!" - "Würd ich nie tun, Selina! Dafür hab ich viel zuviel Respekt vor dir!" - "Na du kannst es ja mit meiner Frau!" - "Das ist wichtig Paps!" Nicht nur Selina wäre beinahe die Gabel aus der Hand gefallen. "Was hat er gesagt, Mama? Hat er Paps gesagt? Das ist mein Papi!" maulte Melina sofort. "Entschuldigung! Natürlich ist es dein Papi, Melina! Weißt du, ich kenn ihn schon so lange, dass ich auch manchmal so zu ihm sage. Aber wenn du das nicht magst, tu ich es nicht mehr!" - "Darüber muss ich nachdenken!" - "Das ist gut! Nachdenken ist immer gut, bevor man ja oder nein sagt! Wenn du auch so drauf bist wie deine Mutter, mach ich mir lieber keine Feindin aus dir." - "Das ist sie, Tom! Sie hat nicht nur ihr hübsches Aussehen von Mami, sie hat auch das Selbstbewusstsein und das Temprament  von Sel." Selina lächelte wissend. "Bist du nachtragend, Tom?" - "Nur wenn mir jemand Gutes tut!" - "Schlagfertig bist du jedenfalls. Und in einigen Dingen bist du Michael sogar ähnlich! Wie stehst du zu den Ohrfeigen?" - "Welche Ohrfeigen?" _ "Ah ja, du merkst dir ja nur die guten Dinge..."  - "Ich trag sie dir nicht nach, Selina. Um ehrlich zu sein, ich bewundere dich dafür, wie wehement du deinen Mann verteidigst und zu ihm stehst. Und in diesen zwei Momenten, hattest du völlig Recht. Ich bin dir sehr dankbar, dass ich wieder mit Michael reden kann, wieder zu ihm aufsehen kann. Dass ich dieses falsche Bild von ihm endlich losgeworden bin, verdanke ich dir! Das weiß ich!" - "Das freut mich. Ich hätte es auch nicht getan, wenn ich eine andere Möglichkeit gesehen hätte." Ich beendete die Diskussion. "Das Wie spielt keine Rolle mehr. Du hast es auf jeden Fall geschafft, die Fehlinformation endgültig zu löschen. Und du hast begriffen, das nicht immer alles so ist, wie es scheint, und dass dein erster Eindruck von mir schon der Richtige war."        

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