Dabog der Verlassene- Wanderer zwischen den Welten (12)

Dabogs Seelen- Ich war sehr froh, dass die Blutelfen und Aeternias ihn nicht weiter aufhalten wollten, denn schon beinahe hätte er die Kontrolle über seinen alten Körper wieder verloren, als er erfahren hatte, dass Sylvannas wieder aus ihren dunklen Träumen aufgewacht war. Die Loyalität, welche die Verlassenen trotz ihrer Gefühlsarmut ihrer Fürstin, welche sie einst von der Herrschaft des Lich- Kings befreit hatte gegenüber hegten, war nicht zu unterschätzen.

Dabog sah durch die Augen seines Untoten- Körpers, noch nicht sonderlich deutlich. Alles war irgendwie verschwommen, als ob er durch einen dünnen Nebel hindurch blicken würde. Doch trotzdem hatte er die Liebenswürdigkeit und das ehrliche Mitgefühl der jungen, schönen Blut- Elfin gespürt und dies hatte ihn sehr berührt. Irgendwie erinnerte sie ihn ein wenig an Lumnia. Sie hatte eine sehr ähnliche Haarfarbe und Frisur. Der Unterschied zwischen den beiden, zeigte sich vor allem in den unterschiedlichen Augen. Die Augen von Balduraya leuchteten, wie die aller Blutelfen, in einem magischen, hellgrünen Licht. Diese Augen waren durch die starke, arkane Magie entstanden, welche das Leben der Blutelfen sehr intensiv beherrschte. Bisher hatte Dabog überhaupt nichts von dieser Rasse gehalten. Aber nun da er Balduraya kennengelernt hatte, änderte er seine Meinung. Es gab überall sehr gleichgültige, aber auch sehr mitfühlende Wesen.

Es dauerte nicht lange und die fünf Reisenden kamen bei den Zeppelinen an. Sofort stiegen sie die steile Treppe zu den Plattformen empor. Tirisfal war ein Ort des Todes und des Schattens. Das Sonnenlicht wurde von einem grünen Nebel getrübt, der über allem zu liegen schien. Der Himmel schimmerte grün und auch die Erde bestand aus Schattierungen von schwarz-grün und braun. Hier konnten sich wirklich nur noch Untote heimisch fühlen.
So waren vor allem die Elfen froh, als sie endlich die Fahrkarten nach Ogrimmar in der Hand hielten. Dabogs Seelen Ich, bekam all das mit. Er beobachtete, wie die Reisenden die Fahrkarten kauften, sah die gelbhäutigen Goblins, welche den Zeppelin steuerten. Bald würde sie in Ogrimmar sein und dann konnte er sich vielleicht ein wenig ausruhen…
Er ging näher an die Reling heran und beobachtete wie das von Düsternis überschattete Land, unter ihm dahinglitt. Er sah die schwarzen Zinnen von Unterstadt. Den breiten Zugangsweg, gesäumt von dunkelblauen Fahnen.
Einige Laternen brachten etwas Licht ins ständige Dunkel. Dort wo sie auf den Boden fielen, malten sie hellgrüne Kreise. Ein Anzeichen dafür, dass die Wiesen hier einst ebenfalls so fruchtbar gewesen waren, wie jene ihm Hügelland, das nicht weit von hier entfernt lag.
Die Bäume wirkten wie Skelette, die ihre kahlen Äste in den grünlichen Himmel streckten. Der Zeppelin flog über Brill, mit den hunderten von Grabsteinen. Dabog wurde von den verschiedensten Gefühlen umgetrieben. Einerseits von den Gefühlen seines Untoten Ich‘s, welches sich hier daheim und geborgen fühlte und für den all diese Symbole des Todes natürlich waren, und andererseits von den Gefühlen seines Seelen- Ich‘s, welches das alles einfach nur schrecklich und traurig fand und den diese seltsame grüne Umgebung an den schrecklichen Alptraum erinnerte, welchen er gerade von Lumnia gehabt hatte. Die Verderbnis war hier in Tirsifal deutlich zu spüren, es war ein unheilvoller Schatten, ein unfassbares Unheil, das sich hier breit gemacht hatte. Da und dort sah man seltsame wankende Gestalten dahingehen, denen manche Teile ihrer Körper fehlten, oder die schon fast gänzlich verwest waren, Überbleibsel der Geissel, welche der böse Prinz Arthas- der Lich King, einst erschaffen hatte. Dabog erschauderte und fasste in seine rechte Hosentasche, seiner noch immer rotschwarzen Rüstung, die ihn eigentlich immer noch als eine Leibwache von Sylvannas auszeichnete. Als er an die dunkle Fürstin dachte, merkte Dabogs Seelen- Ich erneut, wie ihm die Macht über seinen einstigen Körper zu entgleiten drohte und er musste sich unglaublich anstrengen den nekromantischen Geist weiterhin unter seinen Willen zu zwingen. Er vergegenwärtigte sich Lumnias Gesicht und zog ihren weissen Kristall hervor, den er immer noch bei sich trug. Seine glatte, von der Tasche aufgewärmte Oberfläche, tröstete ihn wundersam und er leuchtete noch, das bedeutete, dass Lumnia noch lebte… durch diese Erkenntnis, erlangte er die Kontrolle über seinen Körper zurück.

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