Dabog der Verlassene- Wanderer zwischen den Welten (Teil 16)

Als Dabog Balduraya folgte, war es ihm auf einmal, als würde er das erste Mal, seit seinem Tod, endlich wieder genau wissen, wohin er gehörte und was er tun musste. Sein Kopf war ganz klar und je länger er in seinem alten Körper verbrachte, umso weniger schwierig war es, ihn zu kontrollieren. Dabog der Verlassene, war zu einem Verlassenen mit Seele geworden! Nie hätte er das für möglich gehalten, doch es war so. Er war nun beinahe ganz Herr über diesen Körper, nur dessen stetigen Verfall konnte er leider nicht aufhalten. Das war eine Tatsache die ihm schon ziemliche Angst machte. Doch gerade war das alles nebensächlich. Balduraya brauchte ihn.

Noch ahnte er nicht, welche Verderbnis sie in Desolace, einem der Hauptsitze der Brennenden Legion (Dämonenlegionen die immer wieder Azeroth bedrohen) erwartete und er wusste nicht, dass die Sukkubus ein Kind unter ihrem dunklen, verdorrten Herz trug, ein Kind, das von Gwydyon nach der Abweisung durch seine grosse Liebe Tyrande, gezeugt worden war. (siehe auch meine Geschichte hier auf Belle: Hexenmeister Gwydyon und der Kuss der Sukkubus!) Gwydyon wollte um jeden Preis verhindern, dass dieses Kind zum Werkzeug der Dämonen wurde.

 

Zum Glück konnten er und Balduraya den Blutelfen noch rechtzeitig finden, bevor er einen der mächtigen Wyvern, ein Flugreittier, welches eine Mischung aus Löwe, Fledermaus und Skorpion war buchte, um damit nach Desolace zu fliegen. Es kostete einige Überredungskunst, dass er ihre Hilfe überhaupt annahm, doch sagen wollte er noch nicht, was ihm genau zugestossen war. Erst nach geraumer Zeit rückte er damit heraus und das waren sie schon in Desolace.

 

Zuerst überquerten die drei Reisenden das Steinkrallengebirge und dann den ersten, noch von Verderben gezeichneten Teil von Desolace. Hier gab es sehr viele Zeltdörfer, worin die feindlichen Zentauren, halb Mensch halb Pferd lebten und auch einige, von unzähligen Dämonen heimgesuchte Gegenden. Es war ein karges, trockenes Land mit riesigen Tierskeletten, die hier schon ewig liegen mussten. Dabog beobachtete das alles vom Rücken seines blauen Wyvern und irgendwie erschütterte ihn die Tristesse dieser Gegend. Sie flogen und flogen, die heisse Luft war bis hier oben zu spüren, flirrend lag sie über dem Land und sorgte da und dort für seltsame Luftspiegelungen. Ein Vorteil hatte Dabog jedoch: Dadurch dass sein Körper den eines Untoten war, spürte er kaum etwas von der unmenschlichen Hitze. Er kannte weder Müdigkeit noch Erschöpfung, weder Hunger noch Durst, im Gegensatz zu seinen beiden Begleitern, welchen das alles schon mehr zusetzte. Balduraya flog etwas näher zu ihm heran und rief: „Es wird langsam Zeit, dass wir ein Quartier finden, lange halte ich das nicht mehr durch. Gwydyon meinte das Schattenflucht der nächste Horden Stützpunkt ist. Dort übernachten wir.“ Dabog nickte gleichmütig und meinte: „Mir spielt das keine Rolle, ich würde die Nacht auch durchfliegen, aber ich verstehe dass ihr euch mal erholen müsst.“ Die Blutelfin lächelte etwas bitter: „Ja, du bist ja auch ein Untoter… ich vergesse das manchmal.“ Irgendwie ärgerte Dabog diese Aussage, auch wenn er wusste, dass Balduraya natürlich Recht hatte und immerhin war es ein gutes Zeichen, dass sie manchmal vergass, was er eigentlich war. Es war sowieso kein sehr schöner Zustand, wenn auch mit gewissen Vorteilen verbunden, wir er nun feststellte. So nickte er einfach noch einmal und verzog sein entstelltes Gesicht zu einem möglichst schönen Lächeln. Bestimmt sah es fürchterlich aus, aber die Blutelfin schätze seinen guten Willen und lächelte freundlich zurück.  

Schliesslich begann es langsam zu dämmern und das Ziel für die Nacht war nicht mehr fern. Schon von weitem, sahen die drei das Verhüllte Meer glänzen. Die Sonne war am Untergehen und tauchte alles in einen besonderen gold-rosa Schein.

Die Gegend wurde nun wieder etwas fruchtbarer, als ob hier die Verderbnis noch keine so grosse Macht hätte, wie im Rest des Landes. Vielleicht hatten die trollischen Schamanen und Druiden sich hier besonders um das Wohl der Natur gekümmert.

Eine Ansammlung strohbedeckter Hütten in Leichtbauweise, gestützt durch leicht gebogenes Holzgebälk, kam nun in Sicht. Sie wurden geschützt durch silrig-graue Klippen, mit Blick auf die endlose Weite des Meeres.

Der Horizont wirkte wie ein güldenes Band erleuchtet von einer untergehenden Sonne, welche wie ein hellgelber Ball an einem Himmel von veilchenblauen, rosafarbenen und goldenen Abstufungen stand und sich nun immer weiter senkte, bis sie den Horizont sanft zu berühren schien. Einige weisse Schäfchenwolken zogen vorbei und das Tageslicht verblasste mehr und mehr.

„Das ist aber ein schöner Ort hier!“ meinte Balduraya beeindruckt. „So ganz anders, als der Rest von Desolace. Der Name Schattenflucht passt wirklich. Es war eine gute Idee hier zu übernachten.“ „Ja das finde ich auch“, sprach Dabog und die drei Reisenden setzten zur Landung an…

 

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