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Josef hatte einen anstrengenden Tag hinter sich. Nicht nur, dass er vormittags einen Gerichtstermin wahrnehmen hatte müssen, auch ein von ihm geplantes Projekt in der Salzburger Altstadt wurde immer wieder angegriffen, weil es den Einen zu modern, den Anderen zu wenig innovativ war. 
Nun, einem jeden Menschen Recht getan, ist eine Kunst die niemand kann. Doch waren seine Entwürfe bekannt dafür, moderne Bau- und Fertigungs-Strategien mit traditioneller Bauweise als Symbiose einhergehen zu lassen. Seine Architektur war dazu geeignet, verhärtete Fronten Punkto Natur oder Denkmalschutz einander zu zu führen. Sehr oft schon, hatte er mit dem ihm eigenen Stil, Lösungen für völlig unvereinbar scheinende Gemeinde- und Stadträte zu Stande gebracht.
Er hatte genug für heute und fuhr nach Hause. Als er am weißen Stein Richtung Mondseeberg abbog, fiel ihm wieder diese Joggerin auf, die in den letzten Wochen häufig um diese Zeit auf dieser Strecke zu sehen war. "Wie kann man nur? Bei dieser Hitze!" Josef konnte nicht begreifen, dass so etwas gesundheitsfördernd sein sollte...
Gerade als er die Person überholen wollte, kam ihm vor, sie hätte eben getorkelt. Er ließ das Seitenfenster hinunter. "Ist Alles in Ordnung bei ihnen?" fragte er die junge Frau.
"Ja!" versuchte sie zu rufen, "Alles gut!", doch im nächsten Moment strauchelte sie, fiel gegen die Fahrertür und schließlich auf die Strasse.
Josef war zu Tode erschrocken. Das würde ja aussehen, als habe er sie angefahren. Hoffentlich hatte sie sich nicht verletzt. Er lenkte seinen Volvo einfach rechts in die frisch gemähte Wiese und sprang aus dem Auto. Sofort lief er zu der benommen am Boden liegenden Frau und kümmerte sich um sie.
"Haben sie sich verletzt?" Er hielt sie zurück, als sie versuchte aufzustehen. "Bleiben sie doch liegen ich rufe schnell einen Arzt. Sie können jetzt nicht einfach aufstehen, sie sollten sich untersuchen lassen!"
"Nein, das ist nichts, nur ein kleiner Schwächeanfall. Ich habe heute vergessen meine Trinkflasche mitzunehmen."
"Kommen sie, ich helfe ihnen auf und dann gehen wir zu meinem Wagen!" - "Aber ich möchte ihnen keine Umstände machen...!" - "Ich bitte sie! Sie dürfen das nicht einfach auf die leichte Schulter nehmen!"
Unbeholfen stolperte sie, geführt von Josef auf dessen Wagen zu. Josef öffnete die hintere Tür. "Wie fühlen sie sich jetzt? Setzen sie sich hin." - "Etwas schwindelig...!"

"Wissen sie was? Sie sind dehydriert! Ich nehme sie jetzt mit nach Haus. Das ist gleich da vorn! Da können sie dann erst mal was trinken und dann sehen wir weiter! OK?" 
Die Joggerin nickte nur schwach. Josef schloss die Fondtür und stieg ein. Er nahm das Mädchen mit und half ihr zu Hause aus dem Wagen. "Kommen sie mit ins Wohnzimmer, da können sie sich ein Wenig auf die Couch legen. Ich hole ihnen einen Schluck Wasser." Seltsamer Weise folgte sie ihm nun aufs Wort und legte sich hin.
Als er zurückkam lag sie mit geschlossenen Augen auf der Couch. Sie war eine hübsche Person. Josef betrachtete sie einige Sekunden... "Hallo! Nicht wegtreten, Mädel. Trinken sie mal ein paar Schluck, dann geht es ihnen sicher bald besser!"
"Männer!" Dachte Mantodea bei sich, "Ihr seid so berechenbar... Armselig...!"

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